Xoranya stand am Feuer, auf dem ein riesiger Fisch schmorte, und schaute skeptisch zum wolkenverhangenen Himmel, aus dem es gerade noch wie aus Eimern geschüttet hatte. Doch nun bahnten sich erste Sonnenstrahlen ihren Weg durch das trübe Grau und zerrissen den Himmel.
Aus einem dieser Lichtkegel löste sich plötzlich eine Gestalt auf einem Greifen und setzte zum Landeanflug auf Valdisdall an. Kondo kam strahlend auf sie zu und umarmte sie. „Es ist schön dich zu sehen.“
„Gerade hat es noch geregnet. Kaum kommst du, herrscht Sonnenschein!“
Kondo lachte: „Odyn meint es gut mit uns.“
„Oh, etwas Wohlwollen der Götter können wir brauchen. Genn hat Sylvanas ausfindig gemacht. Wir sollen zu ihm kommen und ihm helfen sie dingfest zu machen.“ Xoranya deutete auf zwei Greifen, die schon auf sie warteten.
Ein kurzer Flug zur Grauen Wacht stand ihnen bevor. Dort erfuhren sie, dass die Verlassenen versuchten die Stellung der Allianz mit ihrer Seuche zu vernichten. In den umliegenden Wäldern suchten sie nach den Vorratslagern und setzten sie in Brand. Dabei stießen sie auf Späher der Verlassenen, die Befehlsschreiben von Sylvanas bei sich trugen. Offenbar hatte die Vrykulstadt Skold-Ashil ihr Interesse geweckt. Um herauszufinden, was die Bansheekönigin dort vorhatte, trafen sich die beiden Paladine mit Lorna Crowley.
Lorna glaubte, dass Sylvanas Interesse an den Schildmaiden mit deren Riten zu tun haben musste. Allerdings war bisher nichts über die Bräuche der Vrykul bekannt. Also lag es an ihnen Informationen in der Stadt zu sammeln. Doch die Schildmaiden der Wellenskorn waren alles andere als erfreut über ihre Anwesenheit. Als ehrenhafte Kriegerinnen verteidigten sie ihre Stadt gegen die scheinbaren Eindringlinge. Kondo und Xoranya fielen die bunt bemalten Schilde auf, die verschiedene Szenen eines Ritus abbildeten.
Mal war darauf eine vor einem Speer kniende Schildmaid zu sehen, mal Eyir wie sie eine geflügelte Schildmaid in den Tempel geleitet. Dann konnte man selbige geflügelte Schildmaid, die verblüffend einer Val’kyr ähnelte, erkennen, wie sie den toten Körper eines Vrykul vom Schlachtfeld erhob und forttrug.
Außerdem fanden sie Pergamente mit einem Epos über das Leben von Ashildir, der alten Königin der Valkyra, die sie schon aus einer von Odyns Prüfungen kannten.
Nachdem sie all dies erfahren hatten, suchten sie Lorna, die sich in dem Dorf mit ihnen treffen wollte. Sie hörte sich ihre Erzählungen an und verzog das Gesicht. Offenbar wollte Sylvanas mit Eyirs Hilfe weitere Val’kyr für ihre eigenen Bedürfnisse erschaffen. Ganz sicher würde sich Eyir ihrem Willen nicht beugen und war daher in Gefahr. Sie mussten also einen Weg in den Tempel finden, um Eyir zu schützen. Und die einzige Möglichkeit Eyirs Wohlwollen zu erwecken war es, die Aszendentenriten zu vollziehen.
Auf dem Platz vor dem Tempel waren Schreine mit den Ritualgegenständen, mit denen die erwählten Schildmaiden um Eyirs Segen baten. Diese mussten sie zunächst an sich bringen.

sturmheim-2
Nachdem sie alle Teile erhalten hatten, knieten sie vor der Statue am Eingang des Tempels. Da erschien Ashildir: „Wie bitte? Der Held von Helheim verlangt Zutritt zur Kammer? Ich weiß, Ihr seid würdig. Ich gewähre Euch eine Audienz bei Eyir. Ihr dürft eintreten, doch erwartet nicht, dass Eyir Euch so schätzt wie ich. Findet Euer Schicksal in der Kammer. Möge Eyir Euch Flügel geben.“
Vor der Kammer des Tempels warteten schon Genn Graumähne und seine Soldaten. Kondo und Xoranya gingen voran. Doch sie wurden nicht ehrenvoll von Eyir empfangen, sondern mussten mitansehen wie die Titanenwächterin von Sylvanas mithilfe einer Seelenlaterne unterdrückt wurde. „Verräterische Banshee! Du weiß nicht worin du dich einmischst!“
„Unterwirf dich! Die Val’kyr …..gehören mir.“
Aus der tiefen Dunkelheit des Tempeleingangs grollte Genns Stimme: „SYLVANAS! Deine Suche nach Unsterblichkeit…hat dich verwundbar gemacht. Ich will Rache! Für Varian! Für Gilneas! Für meinen Sohn!“
Und mit einem Sprung hatte der König die Banshee in seiner Worgenform erfasst. Ein Gefecht entbrannte, bei dem Genn von vergifteten Pfeilen getroffen wurde. Aber es war ihm gelungen an die Seelenlaterne zu kommen und zerstörte sie vor Sylvanas entsetzten Augen. Eyir befreite sich aus ihren Fesseln und verschwand in gleißendem Licht.
„Du hast die Zukunft meines Sohnes genommen! Und nun: nehme ich die deine!“
Aus den Schatten traten nun untote Soldaten und warfen sich ihnen entgegen. Das letzte was Xoranya sah, war dass Sylvanas sich aus dem Staub machte und ihren Schergen die schmutzige Arbeit überließ. Dann traf sie etwas am Hinterkopf und ihr wurde Schwarz vor Augen. Als sie wieder erwachte, beugte sich Kondo im Lager der Grauen Wacht über sie und lächelte sie an: „Was für ein Kampf!“
Xoranya setzte sich auf. „Aber…Verdammt….sie ist entkommen!“
„Dass sie immer davonkommt ist nicht zu glauben.“
„Und ihr Pakt mit Helya? Erinnerst du dich an Helheim? Da muss es einen Zusammenhang geben.“
„Ich hoffe Genn geht es gut,“ meinte Kondo als sie das Zelt verließen.

Ein neuer Tag war angebrochen und da ihr Auftrag hier vorerst erledigt war, beschlossen sie auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Sie folgten dem Weg Richtung Süden zur Küste und begegneten dort einem Murloc von der Forscherliga. Das allein war schon seltsam genug, doch da dieses ausgefallene Exemplar offenbar alles andere als ein geborener Kämpfer war, unterstützten die beiden Paladine ihn dabei wissenschaftlich bedeutsame Artefakte von den Piraten zurückzuholen, die an der Küste vor Anker lagen. Der Anführer der Piraten schien eine Art Vampyr zu sein, doch mit einem einfachen Holzpflock kam man bei ihm nicht weit. Aber der geballten Macht des Lichts hatte auch er nichts entgegenzusetzen.
Der Murloc versprach bei seinen Vorgesetzten in Dalaran ein gutes Wort für die beiden einzulegen, sollten sie mal der archäologischen Hilfe bedürfen. Was auch immer diese Unterstützung wert sein mochte.

Um das schöne Wetter auszunutzen und etwas vom Kampf gegen die Horde und die Legion zu entspannen, begaben sie sich anschließend auf die Jagd. Xoranya hatte in der Nähe von Valdisdall ein Pärchen Tauren gefunden, die um Hilfe baten. Doch nachdem sie den ersten Auftrag erledigt hatten, waren die Tauren verschwunden und zwei Goblins empfingen sie, die ihnen erzählten, die Tauren wären nur eben mal kurz fortgegangen und sie könnten den beiden ja derweil weiterhelfen. Zwar kam den beiden die Situation schon etwas seltsam vor, aber sie setzten die Jagd fort und besorgten einige recht ausgefallenen Materialien. Doch die Goblins schienen zu ahnen, dass sie die Gutgläubigkeit der Paladine überschätzt hatten und machten sich aus dem Staub, als Kondo und Xoranya sie zur Rede stellen wollten. Als der gesamte Betrug und das Verbrechen der Goblins aufgedeckt wurde, schworen die beiden die Gebrüder Sechszünder dafür zur Verantwortung zu ziehen, sollten sie ihrer habhaft werden. Und tatsächlich schienen noch andere eine Rechnung mit den Brüdern offen zu haben. Man spielte ihnen den Aufenthaltsort zu, so dass sie die Mörder ihrer gerechten Strafe zuführen konnten. Und der Erlös ihrer gestohlenen Schätze wurde dem Waisenhaus in Dalaran übergeben.

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