Die Angriffe auf Dalaran nahmen immer weiter zu. Mittlerweile schwebten mehrere Dimensionsschiffe der Legion über der Stadt und beschossen diese mit Höllenfeuerbestien. Kondo und Xoranya eilten zu Khadgar, um ihm von den Säulen der Schöpfung zu berichten. Doch in dem Buch, welches sie gefunden hatten, stand kein genauer Standort dieser Artefakte. Also rief Khadgar den ersten Wächter herbei, der dieses Buch geschrieben hatte: Alodi.
„Wir sind auf der Suche nach fünf uralten Artefakten namens Säulen der Schöpfung. Ihr habt in Eurem Werk nicht angegeben, wo genau man sie finden kann,“ sagte Erzmagierin Modera.
„Natürlich nicht!“ sagte Alodi. „Die Säulen stehen für urtümliche Mächte. Selbst als Wächter habe ich mich nicht getraut, sie leichtfertig einzusetzen.“
„Wir müssen diese Artefakte unbedingt finden. Nur die Säulen sind in der Lage, das Legionsportal am Grabmal des Sargeras zu versiegeln.“
„Also gut. Meine Forschungen haben mich auf die Verheerten Inseln geführt. Ich habe zwar ihren genauen Standort nie ermitteln können, aber ich glaube, die Säulen werden von den Bewohnern dieses uralten Landes verwahrt. Ihr müsst sie so schnell wie möglich finden. In den Händen der Legion könnten die Säulen der Schöpfung unvergleichliche Vernichtung über unsere Welt bringen.“
Also stand für die Kirin Tor fest, dass sie Dalaran zu den verheerten Insel teleportieren mussten, um der Legion zu entgehen und einen Ausgangspunkt für die Suche nach den Säulen der Schöpfung zu haben.

Während sie damit begannen den Zauber vorzubereiten, wurde Xoranya schwarz vor Augen. Als sie wieder erwachte, sah sie Kondos Lächeln über sich, der ihr sogleich half aufzustehen.
„Ich muss leider sagen, dass ich beim Teleport heftig niesen musste. Ich werde mich bei Khadgar beschweren,“ scherzte er. Doch Xoranya war garnicht zu Späßen aufgelegt.
„Mir ist übel!“ Beim Versuch eines Schritten, kippte sie zur Seite weg und wurde von Kondo aufgefangen.
„Ganz langsam, mein Stern! Hier trink das!“ Kondo reichte ihr eine Phiole. Nachdem sie den Inhalt kommentarlos geschluckt hatte, ließen Schwindel und Übelkeit nach.
Ein Abgesandter der Kirin Tor begrüßte sie freundlich und hieß sie Willkommen.
Dann erschien ein Offizier des Argentumkreuzzuges, der zielstrebig auf die beiden Paladine zukam. Er forderte sie auf, ihn an Krasus Landeplatz zu treffen. Einige weitere Argentumkreuzritter schlossen sich ihnen an.
Lord Maxwell Tyrosus erklärte ihnen, dass es noch Hoffnung gab Tirion zu finden und den Aschenbringer vor der Legion zu retten. Diese mächtige Waffe durfte unter keinen Umständen in die Hände der Legion fallen.

aschenbringer1

Doch um die beiden zu finden, mussten sie zunächst Uthers Grabmal aufsuchen. Ein Portal brachte sie zum Dalarankrater, von wo sie weiterflogen in die Westlichen Pestländer. An Uthers Grabmal waren die Geister unruhig und entstiegen ihren Gräbern, so dass sie zunächst gezwungen waren, die Gräber zu läutern und die umherirrenden Seelen zu erlösen. Währenddessen begann Lord Tyrosus mit einem Ritual, dass den Geist Uthers beschwören würde. Die offene Halle wurde in ein seltsames Licht getaucht, als eine geisterhafte Erscheinung vor ihnen materialisierte.
„Ihr vollbringt beide das Werk des Lichts, aber wenn Ihr den Aschenbringer bergen wollt, müsst Ihr Euch beeilen.
Ich spüre den Aschenbringer von einer Insel rufen, die nahe des Grabmals des Bösen liegt. Und die Klinge ist nicht allein… Tirion lebt, aber sein Licht verblasst. Beeilt Euch, sonst wird er sterben! Mehr kann ich Euch nicht sagen.“
Mit diesen Worten verschwand Uthers Geist wieder.
„Wenn Tirion noch lebt, werden wir ihn retten. Um jeden Preis,“ sagte Kondo bestimmt.

aschenbringer2

Sie begaben sich zur Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts, wo bereits weitere Kreuzritter auf sie warteten, bereit mit einer Greifenflugstaffel zu den Verheerten Inseln aufzubrechen.
An der Küste der Insel, auf der sich das Grabmal des Sargeras befand, landeten sie. Doch die Dämonen schienen sie schon erwartet zu haben. Höllenbestien stürzten vom Himmel und versperrten ihnen den Weg.
Doch nachdem sie diesen ersten Angriff zurückgeschlagen hatten, offenbarte sich ihnen viel Schlimmeres. Gefangenen Soldaten der ersten Allianzoffensive wurde das letzte Lebenslicht entsaugt und man stürzte sie in das Teufelsfeuer. Nichts was sie taten, konnte ihre Kameraden retten. Es blieb nur eines: Tirion zu retten, der in einem Teufelskristall eingeschlossen war.
Seine Stimme klang gedämpft, aber dennoch drang sie bis tief in Xoranyas Herz:“ Das Licht brennt hell in mir… Ich werde mich NIEMALS fügen!“
Sie stürmten die Plattform und töten seinen Wärter. Tyrosus wollte Tirion befreien und schickte Kondo und Xoranya weiter nach dem Aschenbringer zu suchen. Sie drangen in eine Höhle ein und kämpften sich durch Horden an Zornwächtern und Eredar.
Schließlich sahen sie ihn. Der Aschenbringer steckte in einem Felsblock und strahlte so hell wie das Licht der Sonne selbst. Als sie sich ihm näherten, hörten sie ein Lachen aus der Dunkelheit: „Ah, der größte Champion des Lichts ist gekommen, um den Aschenbringer zu heben und meinesgleichen zu vernichten. Es heißt, nur eine reine Seele kann die Hochklinge führen. Kommt, Champion… Ergreift Euer Schicksal!“
Als der Aschenbringer aus dem Stein gezogen wurde, erschien der Schreckenslord Balnazzar.
„Ich habe Euch erwartet, Paladin. Ich werde Euch die Seele aus dem Leib reißen und ihn mir zu eigen machen. Ich werde Euch zu einer Waffe der Legion machen. In Eurer Haut werde ich alles verderben und zerstören, was Ihr je geliebt habt. Stück für Stück. Kniet jetzt. Kniet vor Eurem neuen Meister!“
Die Überheblichkeit des Dämons trübte sein Urteilsvermögen und machte ihn schwach. Kondo und Xoranya zögerten nicht einen Wimpernschlag, ihm die vernichtendem Macht des Lichts entgegen zu werfen. Damit hatte er nicht gerechnet! Ein harter Kampf entbrannte, an dessen Ende aber nur das Licht siegen konnte.
Balnazzars Körper ging in reinigenden Flammen auf, doch seine Seele entzog sich dem sterbenden Körper, um zurück in den Nether zu wandern. Nur noch seine Stimme war zu hören:“ Denkt Ihr, das hier wäre vorbei, Paladin? Unsere gemeinsame Reise beginnt erst…“
Eilig verließen sie die Höhle wieder, um Tirion zu helfen. Dieser konnte bereits aus seinem Gefängnis befreit werden und lag in seinen letzten Atemzügen am Boden. Er winkte die beiden zu sich.

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Xoranya kniete nieder und beugte sich zu ihm herab, damit sie sein Flüstern hören konnte.
„Ihr müsst… die Legion aufhalten…“ Mit diesen Worten erlosch sein letztes Lebenslicht.
Eine andächtige Stille breitete sich aus. Mehrere Kreuzritter kamen herbei und hoben den Leichnam von Hochlord Fordring auf. Er wurde zu einem Greifen gebracht und gemeinsam verließen sie diesen Ort des Schreckens.

Xoranya hatte versucht ihre Tränen zu unterdrücken, doch während des Fluges ließ sie ihrer Trauer freien Lauf.
Als sie an der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts landeten, hatte ihr Wille die Trauer besiegt. „Er ist für das gestorben, woran er geglaubt hat und das müssen wir auch tun. Niemals die Hoffnung verlieren.“
Kondo nickte. „Geleiten wir ihn zur letzten Ruhe.“
Sie folgten dem Trauerzug in die Kapelle und schritten in die darunter liegenden Gewölbe. In einer großen Halle versammelten sich die Paladine aller Orden, um Tirion das letzte Geleit zu geben. Dreanei von der Hand von Argus standen neben elfischen Blutrittern, Zwerge und Menschen neben Tauren der Sonnenläufer. Alle vereint in der Trauer um einen großen Mann.

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Lord Maxwell Tyrosus trat vor die Menge: „Paladine Azeroths, Ihr habt Euch hier versammelt, um den Verlust von Hochlord Tirion Fordring zu betrauern. Für viele war er ein Vorbild; er verkörperte das Ideal, nach dem wir alle streben. Lasst uns einen großen Soldaten, Anführer und Freund mit einem Moment des Schweigens ehren. Im Licht sind wir eins, Bruder. In Ewigkeit.“
Ein uniformes Scheppern erfüllte die Halle, als zahllose schwer gerüstete Streiter des Lichts niederknieten.
„Gemeinsam stehen wir gegen die nahende Dunkelheit. Wir müssen uns von den weltlichen Fesseln lossagen. Wir müssen zusammenstehen!“
Lady Liadrin erhob sich:“ Die Blutritter sind auf Eurer Seite. Azeroth wird nicht fallen!“
Verteidiger Boros schlug mit der Faust gegen seine Brust: „Wir verschreiben uns Eurer Sache, Hochlord!“
Lord Tyrosus erhob erneut die Stimme: „Heute wird der Orden der Silbernen Hand wiedergeboren! Gemeinsam werden wir Sargeras das Fürchten lehren!“
Ein Jubel ging durch die Halle. Ein jeder schwor seinen Eid, dem Orden zu dienen bis in den Tod.
Neben Xoranya stand eine Verteidigerin von Argus und beugte sich zu ihr hinunter: „Alle Paladine der Welt vereint unter einem Dach… Die Legion hat keine Chance.“

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Langsam löste sich die Versammlung auf und jeder kehrte zu seinen Aufgaben zurück.
Für Xoranya und Kondo bestand diese darin herauszufinden, wo sie am dringendsten gebraucht würden. Sie sahen sich in der Ordenshalle um und entdeckten so manch interessante Dinge. Staunend gingen sie an Regalen voller Bücher, großer Folianten und magischer Codices vorbei.
„Was hier an Wissen gesammelt ist. Das wußte ich garnicht,“ meinte Xoranya.
Schließlich kehrten sie nach Dalaran zurück mit dem Auftrag sich bei dem Truppenkommandanten in Aszuna zu melden. Sie besorgten sich ein Zimmer im Gasthaus und schliefen bald erschöpft von diesem Tag ein.

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