RückkehrSturmwind1Mit etwas Wehmut blickte Xoranya über das vertraut geschäftige Treiben in der Garnison und nickte dem einen oder andern zu, der sie freundlich grüßte. Ihr Gepäck hatte sie schon am Morgen auf einem Greifen verschnürt und Richtung Sturmschild gesandt, damit es nicht mit allzu großer Verspätung in Sturmwind ankam. Auch Jordan stand mit gepacktem Rucksack neben ihr und zupfte immer wieder hibbelig an ihrem Umhang.
„Wo bleibt Papa?“ Kaum hatte er die Frage ausgesprochen, erschien Kondo am großen Eingangstor und hob den Blondschopf auf seinen Arm, als er auf ihn zugestürzt kam.
Kondo legte seinen freien Arm um Xoranya und küsste sie leidenschaftlich.
„Bäh, müsst ihr das immer machen?“ kommentierte Jordan den Kuss und ließ sich wieder absetzten.
„Wir sind abreisebereit,“ sagte Xoranya und ließ den Blick nochmals über den Platz mit dem Brunnen in seiner Mitte schweifen. „Ich werde diese Welt vermissen.“
„Ja, ich auch. Vor allem das Schattenmondtal,“ meinte Kondo.
„Erinnerst du dich noch an den kleinen Feendrachen, den wir in Pflege genommen haben?“ Xoranya lächelte, als sie an Squiggy dachte. „Was aus ihm wohl geworden ist?“
„Er ist mittlerweile zu einem stattlichen Feendrachen herangewachsen und hat seine Ausbildung abgeschlossen. Ich habe ihn kürzlich besucht und eine Pfeife erhalten, mit der wir ihn rufen können. Warte!“ Kondo nahm eine unscheinbare Pfeife hervor und pustete hinein, doch man hörte nur ein leises Fiepsen.

RückkehrSturmwind2
Xoranya strahlte über das ganze Gesicht als kurze Zeit später der Flügelschlag eines gewaltigen Feendrachen zu hören war, der langsam seine Kreise über der Garnison zog und zum Landeanflug ansetzte. Es war in der Tat Squiggy. Auch wenn er sich sehr verändert hatte und in allen möglichen Farben schillerte, sah er sie immer noch aus denselben strahlenden Augen an. Xoranya legte ihre Hand auf seine Nase, um ihn zu streicheln, und der Feendrache drückte seine große, feuchte Schnauze in ihre kleine Hand.
„Nun heißt es Abschied nehmen, mein Kleiner!“ Squiggy stupste Xoranya sanft an und gab eine fröhliches Quietschen von sich, dann erhob er sich wieder in die Lüfte.
„Wir können ihn leider nicht in unsere Welt mitnehmen. Er würde sonst eingehen ohne Seinesgleichen,“ Kondo nahm Xoranya in den Arm, der der Abschied sichtlich nahe ging.
„Ja, es gibt zu viele Gefahren in unserer Welt, die er nicht kennt. Hier ist er besser aufgehoben,“ Xoranya winkte nochmals gen Himmel, dann machten sie sich auf den Weg zum Greifenmeister, um nach Sturmschild zu fliegen, wo ein Portal nach Sturmwind auf sie wartete.

Es war nur ein kleiner Schritt von einer Welt in die andere. Jordan schüttelte sich nachdem sie das Magiefeld passiert hatten. Und auch Xoranya bekam eine Gänsehaut. An diese Portalreisen würde sie sich niemals gewöhnen.
„Jetzt weiß ich was ich mal werden will,“ verkündete Jordan stolz. „Magier! Dann kann ich für euch überall hin Portale machen.“
Xoranya lächelte. „Letzte Woche wollte er noch Holzfäller werden. Davor Archäologe und davor Ritter.“
Kondo lachte und führte die beiden aus dem Magierturm hinaus. Zu ihren Füßen lag die Stadt Sturmwind. Xoranya hielt die Nase in die steife Brise, die vom Meer her wehte und der Stadt ihren Namen gegeben hatte.
„Wie habe ich das alles vermisst!“

RückkehrSturmwind3
Langsam spazierten sie durch die Straßen und nahmen die vertrauten Eindrücke war. Als sie Richtung Hafen kamen, sahen sie dass der gewaltige Krater, welcher Todesschwinge in den ehemaligen Park gerissen hatte, verschwunden war. An seiner Stelle erstreckte sich ein neu angelegter Park mit weitläufigen Wanderwegen, zahlreichen Sitzbänken und einem Brunnen in seiner Mitte. Von der Balustrade hatte man einen fantastischen Ausblick auf den Hafen und das Meer. Arm in Arm standen sie da und blickten auf den hellen Mond, der die Stadtmauer in mystisch glänzendes silbernes Licht tauchte.
„Ich will nach Hause!“ Jordan zupfte an Xoranyas Umhang und quengelte.
„Ja, lasst uns gehen!“ meinte Kondo .
Sie verließen den Park Richtung Kathedrale, als sie auf einem Platz eine Frau mit einem Umhängeschild entdeckten.

RückkehrSturmwind4
„Das Ende ist nahe!“ schrie sie und drückte beiden ein Flugblatt in die Hand. Dabei faselte sie etwas von Dämonen und Weltuntergang. Die Flugblätter waren nicht weniger erschreckend. Das, welches Xoranya hielt, war Werbung für einen Zeppelinflug, um die Vernichtung Azeroths in der ersten Reihe zu erleben. Wie absurd!
Xoranya nahm Jordan bei der Hand und zog ihn weiter.
„Was für Spinner!“ lachte Kondo, der das Ganze für einen schlechten Scherz hielt.
Sie setzten ihren Weg zu ihrem Haus im Zwergendistrikt fort und dachten nicht weiter an die seltsame Erscheinung. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne, wie sie ihren wohl verdienten Urlaub nach dem Einsatz in Draenor verbringen sollten. Jordan wollte unbedingt angeln gehen. Also beschlossen sie demnächst einen Tag am See bei Wollertons Bauernhof zu verbringen.

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