Jil, Kondo, Mynariel, Peter und Xoranya trafen sich im Kommandogebäude der Garnison, um ihr weiteres Vorgehen zu planen.
Auf dem Tisch lagen ausgebreitet zwei Karten von Draenor: eine zeigte Talador und die andere den Tanaandschungel. Am Tor von Tanaan überlappten sich beide.
Nachdem alle Platz genommen hatten, erzählte Xoranya was sie an aktuellen Informationen über die Offensive in Tanaan erhalten hatte.
Klingenwuts Kommandoposten ist bereits vor dem Durchbruch nach Tanaan von der Allianz belagert worden. Der Kriegshäuptling der Brennenden Klinge, Azuka Klingenwut, ist dabei getötet worden, so dass von der Festung seither kaum noch eine Gefahr ausgeht. Auch bei der Offensive gegen die Tore von Tanaan hatte der Posten nur noch wenig Gegenwehr zu leisten vermocht. Die verbliebenen Orckrieger wurden heute nicht mehr als Bedrohung angesehen.
Exarch Maladaar hatte die Offensive gegen die Tore von Tanaan angeführt und hielt jetzt die Front im Westen.
Die Hauptstreitmacht der Allianz war bei der Höllenfeuerzitadelle zusammengezogen und belagerte diese. Von dort waren bereits erste Erfolge zu berichten. Es wurde eine Bresche in die Festung geschlagen und die Truppen rückten stetig weiter vor. Geheiminformationen zufolge wurde Gul’dan und der Schattenrat in der Höllenfeuerzitadelle vermutet.
Im Norden lag ein Hafen, an dem stetig Schiffe mit weiteren Orckriegern als Verstärkung ankamen und in Teufelsorcs verwandelt wurden.
Mit der Löwenwacht hatte die Allianz eine schlagfertige Basis in Tanaan erbaut, von der aus alle Operationen koordiniert wurden.
Nun stellte sich die Frage, welche Spur sie weiter verfolgen wollten.
Jil schlug vor in der Löwenwacht nach Ariy zu fragen, möglicherweise ist sie dort gesehen worden.
Peter hingegen meinte, dass man an der Front im Westen beginnen sollte. Möglicherweise war dort etwas über den Späher zu erfahren.
Schließlich kam man zu der Auffassung, dass zunächst im Westen bei Klingenwuts Kommandoposten nach Hinweisen gesucht werden soll.

letztes Gefecht6

Schon von der Ferne konnte man Spuren der letzten Schlacht erkennen. Die Brücke, welche zum Kommandoposten führte, war eingestürzt und die Straße gen Tanaan säumten zahlreiche zerstörte Kanonen.
Gerade als sie die Festung näher unter die Lupe nehmen wollten, ertönte eine seltsame Stimme aus den Schatten. „Kraaaahhh! Fremde! Gute Fremde? Böse Fremde?“
„Kommt darauf an, wer ihr seid?“ erwiderte Xoranya.
„Ich kenn‘ ihn doch,“ sagte Kondo. „Lange nicht mehr gesehen.“
„Ja, das ist der komische Vogel,“ meinte Jil.
„Oh… ja sind doch…“, Jack begann breit zu grinsten und rannte auf die Gruppe zu. „Die Lichtmenschen! Jack freut sich euch zu sehen! Kraaah! Das Spitzohr da kennt Jack nicht. Aber ist mit euch unterwegs, also mag Jack sie. “
Mynariel hob eine Augenbraue. „Spitzohr….ich bin Mynariel.“
„Und was macht ihr hier, wenn ich das so fragen darf?“ sagte Xoranya freundlich.
„Kraaahh… Schattenweiser Iskar ist weg. Weg führt hierher. Jack soll suchen, was passiert, aber hat nur gefunden, dass Schattenweiser im Duschungel ist.“
„Vielleicht können wir uns gegenseitig helfen,“ schlug Jil vor. „Wir suchen jemanden aus Mynariels Einheit.“
„Wir wissen nur, dass sie in dieser Festung war und dann ist sie verschwunden,“ fügte Xoranya hinzu.
„Jack, Ihr kennt sie ja, die die wir suchen, von unserem Einsatz im Schattenmondtal.“
Jack nickte. „Ja, da war Iskar auch. „Hat aber nichts gesehen. Nur Orcs, die alles in Dschungel bringen. Jack hat keine Spitzohren gesehen. Aber Ooorcs und Blauhäuteee… und komische Magie wie da in Stadt der Blauhäute…Schattenrat wieder da, nutzt Magie um diese Dä… Dämo… Dämodingsbumse zu machen.“
Jil atmete tief aus. „Jetzt verstehe ich. Orkische Dämonenbeschwörer. Hm – wenn die Magie von dort ausgeht, würde das dabei helfen, der Spur zu folgen, wenn wir uns dort umsehen?“
„Vielleicht finden wir ja mehr Hinweise…oder zumindest Leichen. Das wäre ja auch ein Hinweis,“ Xoranya klang nicht sehr zuversichtlich.
Aber schließlich stimmten alle dem Vorschlag zu, sich in der Festung umzusehen, um die Magiespur ausfindig zu machen, von der Jack sprach und weitere Hinweise zu suchen.

letztes Gefecht7

Die Festung war nicht sehr gut bewacht. Sie hatten die Wachen schnell ausgeschaltet und drangen ohne Probleme weiter in den Vorhof vor. In einer Grube trainierten einige Orcs und waren von dem Angriff völlig überrumpelt. Sie betraten ein Gebäude draeneischen Ursprungs, das noch weitestgehend intakt war. Innen jedoch war die Einrichtung komplett zerstört und zu einem Lagerraum für Munitionskisten und Pulverfässer umfunktioniert worden. In der Mitte stand ein Tisch mit einer Karte Draenors darauf, die jedoch keine weiteren Aufschlüsse über nicht bereits schon bekannte Angriffspläne lieferte. Als sie das Material näher untersuchten, fand Mynariel einen Wappenrock der Tempelwache. Er war zerrissen und mit Elfen- und Orcblut verschmiert.
Alle schauten bestürzt auf das Fundstück.
„Ein Ork hätte wenig Grund, einen Wappenrock zu verstecken,“ meinte Jil. „Eine Tempelwache hingegen schon.“
„Ihn absichtlich zu verstecken würde passen. Vielleicht wollte sie nicht entdeckt werden.“ Warf Xoranya ein.
Mynariel sah nach, ob sie in dem Stapel noch etwas persönliches von Ariy finden konnte, doch da war sonst nichts.
Also verließen sie das Gebäude wieder und folgten dem Weg weiter hinauf.
Abseits der Straße erregte etwas Jils Aufmerksamkeit und sie hob eine Klinge vom Boden auf. Sie war länger als ein Dolch aber kürzer als ein Schwert und war stark gebogen. Im Griff war ein Symbol eingraviert, das ein Auge mit drei Tropfen an seiner Unterseite zeigte.
Jack nickte eifrig. „Rote Orcs mit weißer Haut haben Auge mit Blut.“
„Hmm, ich habe es schon einmal gesehen,“ sagte Kondo. „Es ist eine Ritualklinge des blutenden Auges aus Zeth’Gol.“
Jil steckte die Klinge ein und bedeutete den anderen weiter zu gehen.
Als sie den Berg erklommen hatten, erreichten sie einen großen Platz mit einem orcischen Kommandogebäude. Als sie sich darin umsahen bemerkten sie das Knirschen vieler Glassplitter unter ihren Stiefeln. Xoranya bückte sich und hob den zerbrochenen Rest einer Phiole auf, in der sich noch eine grüne Flüssigkeit befand.
Jack flippte sofort völlig aus und schrie: „Kraaaah! Nicht! Nicht anfassen!“ Er fuchtelte wild mit den Händen. „Böse Magie, dunkle Magie. Jack hat unten in Arakkoa-Land gespürt. Dunkelheit wird wieder Giftig. Dann Iskar weg. Und hier Echo von dunkler Magie.“
„Anachoretin Rusalka hat etwas erwähnt, was hier beobachtet wurde, das wird doch nicht… das wird nicht hier gewesen sein, in diesem Raum? Das Blut? Dämonenblut?“ Jil betrachtete die grünlichen Reste an der Phiole mit angeekelter Faszination.
„Giftig! Kraaah! Dunkle Magie, böse Magie! Falsche Nutzung von Schattenrat.“
Jil wandte sich an Jack. „Von hier führt also die dunkle Spur besonders deutlich?“
„Besser als in Heimat,“ Jack nickte. „Spur führt aus Festung durch Tor in Dschungel.“
„Nun – folgen wir dieser Spur? Das selbe wird Ariy auch getan haben, wenn sie konnte,“ meinte Jil.
„Dann auf in den Dschungel und vielleicht treffen wir auf den Rangari Späher…Tuul falls ich mich recht entsinne,“ sagte Mynariel.
„Ran… Ranga… Rangadingsbums?“
Mynariel überlegte kurz. „Ehm, Blauhäute.“
„Dann wir gehen los und suchen Blauhaut!“ krähte Jack schon fast feierlich und schritt voran.
Die anderen folgten ihm aus der Festung und schlugen den Weg Richtung Tore von Tanaan ein, vorbei an zerstörten Kanonen und verbrannter Erde.
Als sie das gewaltige Tor durchschritten hatten, konnten sie den Kampflärm von der anderen Seite schon hören. Leichen von abartig veränderten Orckämpfern, überströmt von grünem Blut wiesen ihnen den Weg zur Front.

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