Soldaten, Abenteurer, Idealisten. Am zentralen Brunnen von Mondsturz konnte man so manch interessantes Gespräch führen und neue Bekanntschaften machen.
So auch an jenem Abend, als eine fremde Nachtelfe, die sich später als Mynariel Nachtläufer vorstellte, die Garnison betrat. Sie erklärte, dass sie Mitglied Elunes Tempelwache sei und entsandt worden war, um Nachforschungen zum Verbleib ihrer Einheit hier auf Draenor anzustellen. Gesucht wurden der Druide Irbisil und die beiden Schildwachen Ariy Nachtschleicher und Seychal Winterhauch.

letztes Gefecht1
Jiltanith erinnerte sich sofort an den kauzigen Druiden, der vor allem durch seine Vorliebe zu übermäßigem Alkoholkonsum im Gedächtnis geblieben war. Sie empfahl Versorger Hanfa zu befragen. Der Draenei hatte schon seit ihrer Ankunft hier in Draenor Handel mit den Neuankömmlingen betrieben und sein Geschäft mittlerweile zu einem geräumigen Verkaufsstand mit Sitzgelegenheiten ausgebaut.
Freundlich wie immer begrüßte er die Gruppe bestehend aus Mynariel, Jiltanith, Peter, Kondo und Xoranya. „Arkenon poros, was kann ich für euch tun?“
„Wir suchen einen Druiden namens Irbisil,“ Mynariel zögerte etwas bevor sie vortrat.
„Irbisil…Druide….hat er etwas bei mir gekauft, mit dem er nicht zufrieden ist?“
„Nicht das wir wüssten, aber wir haben ihn länger nicht gesehn – war er in letzter Zeit hier? Vielleicht hat er Alkohol gekauft,“ warf Jil ein.
Versorger Hanfa strich mit seiner Hand mehrfach über seine Tentakel im Gesicht. „Jetzt da ihr dies sagt, glaube ich mich an eine seltsame Gestalt zu erinnern. War es ein Elf mit langen Ohren?“
Jil nickte heftig.
„Hm, er hatte viel Zeit hier verbracht und auch sehr viel getrunken, bis er unter dem Tisch lag.“
„Das klingt nach genau dem Richtigen,“ meinte Jil.
„Aber ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Er redete immer wieder von den Botani. Sie schienen sein Interesse geweckt zu haben.“
„Die haben der Gruppe der Kirin Tor doch zugesetzt und wollten in Sturmwind eindringen,“ Peter blickte fragend in die Runde.
„War er bei dem Einsatz dabei?“ Xoranya wandte sich Jil zu.
„Ja, aber das ist lange her.“
„Und danach hat er sich selbständig gemacht? Typisch Druide.“
„Kann mir jemand erklären was genau Botani sind? Ein Druide, der sich zu Pflanzen hingezogen fühlt, ist ja nichts Neues.“ Mynariel blickte fragend in die Runde.
„Botani sind Leute, die wohl auch Pflanzen sind,“ erklärte Jil. „Leider waren die, die wir getroffen haben, der Ansicht, das Menschen und ähnliches einen guten Nährboden für sie abgeben.“
„Vielleicht ist er dorthin, um sie näher zu studieren,“ meinte Mynariel.
Von allen Seiten kam zustimmendes Nicken. Das war eine Spur, die sie im Augen behalten sollten.

Sie bedankten sich bei dem Versorger und machten sich auf den Weg zum nahegelegenen Außenposten der Nachtelfen. Dort waren die beiden Schildwachen sicherlich bekannt und man wusste vielleicht auch wohin sie verschwunden waren.
Sternenfall lag gleich rechts der Garnison hinter einem Berg. Der Stützpunkt wurde gut bewacht und Wächterinnen patrouillierten dort. Am Mondbrunnen trafen sie auf die kommandierende Mondpriesterin Delas Mondfang.

letztes Gefecht2
Mynariel salutierte vor der Mondpriesterin. „Elune adore Priesterin, ich würde euch gerne etwas fragen falls ihr Zeit erübrigen könnt.“
„Elune adore, Schwester. Was habt ihr auf dem Herzen?“
„Ich bin auf der Suche nach den Schildwachen Ariy und Seychal, sie gehören der Tempelwache an und wurden zuletzt hier in der Nähe gesehen. Wisst ihr etwas über die zwei?“
Delas Mondfang blickte erst prüfend auf die Versammlung an Menschen und wandte sich dann wieder der Elfe vor ihr zu. „Die Schildwachen Ariy Nachtschleicher und Seychal Winterhauch wurden entsandt, um Gul’dan und den Schattenrat zu jagen.“
„Eine ernstzunehmende und schwere Aufgabe,“ murmelte Peter, während die anderen zustimmend nickten.
„Die Geschichte dieser Welt darf sich nicht wiederholen,“ sagte die Priesterin mit harter Stimme.
Mynariel schluckte schwer. „Könnt ihr mir sagen wo sie gerade stationiert sind?“
Delas blickte nochmals über die Gruppe und sagte bestimmt: „Beide agieren völlig selbständig und sind niemandem Rechenschaft schuldig. Es würde ihren Auftrag behindern, würden Nachrichten über ihren Aufenthaltsort kursieren.“
Peter konnte sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben und trat vor. „Verzeiht werte Mondpriesterin. Aber widersprecht ihr euch da nicht? Eben hieß es noch, sie wurden entsandt, um den Schattenrat zu jagen. Und ihren Auftrag würde es behindern, wenn sie keine Hilfe bekommen. Zu zweit gegen den Schattenrat… bei allem Respekt, das schafft keiner. Ihr könnt eurem Volk helfen oder schweigen und es auf dem Gewissen haben, sie vielleicht dem Tode ausgesetzt zu haben.“
Auch wenn keiner es sonst zur Sprache brachte, schienen doch alle die Meinung des Geistlichen zu teilen.
„Falls sie gescheitert wären wüsste das ja auch niemand und das würde die Lage verschlimmern, jemand muss doch wissen wo sie sein könnten,“ bedrängte Mynariel die Priesterin weiter.
„Oder aber, gibt es eine Möglichkeit, Ihnen eine Nachricht zukommen zu lassen, falls sie sich regelmäßig irgendwo melden?“ warf Jil ein.
„Ich kann euch nicht sagen, wo sie sich befinden, da ich es nicht weiß. Aber……als sie aufbrachen, war ihr Ziel Anachoretin Rusalka in Auchindoun zu treffen.“
Die Spannung in der Gruppe löste sich, als Jil und andere aufatmeten.
„Das ist eine wertvolle Information werte Priesterin. Ich kann euch dafür gar nicht genug danken,“ Mynariel lächelte.

letztes Gefecht3
Alle bedankten sich für das Gespräch und die Mondpriesterin wünschte der Gruppe viel Erfolg bei ihrer Suche. Etwas abseits besprachen sie sich, was sie bisher erreicht hatten und als nächstes zu tun gedachten. Mynariel war etwas überrascht, dass alle bereit waren sie bei ihrer Suche zu unterstützen. Doch alle hielten es für eine ausgesprochen schlechte Idee eine Unwissende den Gefahren Draenors alleine auszusetzen. Außerdem war nicht auszuschließen, dass sie denjenigen in die Quere kamen, welche die Gesuchten jagten.
Man fasste also den Entschluss zunächst Anachoretin Rusalka in Auchindoun aufzusuchen. Jil kannte die Draenei seit ihrer Ankunft, wonach sie die Fremden herzlich willkommen geheißen und sich für den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen eingesetzt hatte.
Zurück in der Garnison mussten sie allerdings feststellen, dass momentan alle Greifen unterwegs waren und erst am nächsten Tag wieder zur Verfügung standen. So begaben sich schließlich alle zur Ruhe, nachdem man Mynariel zahlreiche Vorschläge für ihre Unterbringung gemacht hatte.

Xoranya und Kondo hingegen zogen sich in die Kaserne zurück, denn es gab noch eine unangenehme Nachricht zu besprechen. Konstrukteur Neevar, den sie aus den Klauen der Eisernen Horde befreit hatten, war seinen schweren Verletzungen erlegen. Xoranya hatte noch vor seinem Tod mit ihm sprechen können, doch diese Erfahrung belastete sie schwer.
Mit zitternder Stimme begann sie zu erzählen: „Als ich zu ihm kam, leuchteten seine Augen nur noch ganz schwach und er konnte nur flüstern. Ich musste ihm versprechen, dass wir das Artefakt, das die Orcs aus Nagrand gestohlen haben finden und zerstören“
„Das werden wir, mein Stern. Das Licht wird bei uns sein,“ versuchte Kondo sie aufzumuntern.
„Er sagte, er hätte einen Energiewandler oder sowas bauen müssen.“
„Ein Energiewandler. Hm. Sollten wir ein Ingenieur fragen, was das bedeutet?“ Kondo legte seinen Arm um Xoranya.
„Er hat aber auch gesagt, dass sie rausgefunden haben, dass das Ding nicht richtig funktioniert, weil er es sabotiert hat, dafür haben sie ihn dann gefoltert.“
„Das war sehr mutig von ihm. Es gibt uns Hoffnung, dass sie das Gerät nicht lange betreiben können.“
„Aber er sagte, sie können das Artefakt doch noch irgendwie benutzen und dann zerreißt es die Zeit….oder so ähnlich. Er hat ziemlich wirr gesprochen. Das Artefakt ist wohl eine Erfindung der Apexis. Und er weiß wohin sie das Artefakt geschafft haben: nach Tanaan.“ Xoranyas Stimme klang wieder etwas fester.
„Verdammt! Das ist keine gute Nachtricht. Gibt es mehr Hinweise? Tanaan ist groß,“ meinte Kondo.
„Erinnerst du dich noch an die Karte in dem Belagerungswerk? In der der Dolch steckte?“
Kondo nickte.
„Ich glaube, das könnte ein Hinweis sein. Ich hab die Karte noch irgendwo, die müssen wir uns mal genauer ansehen,“ sagte Xoranya.
Beide beschlossen sich mit der Karte intensiver auseinander zu setzen. Doch nun war es auch für sie Zeit sich zur Ruhe zu begeben, wollten sie für die anstehende Reise ausgeruht sein.

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