Der Feendrache brachte sie zu den Steinzornklippen im verschneiten Norden des Frostfeuergrats. Dieses Land im äußerten Norden Draenors war geprägt von eisiger Kälte ebenso wie von heißer Lava, die sich in dieser tektonisch bewegten Gegend an die Oberfläche schob.Sie wurden an einem kleinen Lager abseits der Mine abgesetzt, wo sie ein Händler freundlich begrüßte.
„Arkenon poros. Wollt ihr handeln oder kaufen?“
„Habt ihr von Gefangenen hier in der Nähe gehört?“ Kondo kam gleich zum Punkt.
Der Händler deutete schweigend auf einen halbnackten und abgemagerten Draenei, der kraftlos im Lager saß. Xoranya legte ihm sanft die Hand auf die Schulter. „Ihr seid den Minen entkommen?“
Mit matten Augen blickte der Draenei zu ihr hoch. „Mit nicht mehr als meinem Leben. Aber es sind noch so viele in der Macht der Oger. Sie knechten mein Volk für die Eiserne Horde. Bitte helft ihnen. Bitte rettet sie!“ Flehend sah er die beiden Menschen an.
„Wir werden sie retten und die, die das getan haben, bestrafen!“ sagte Kondo bestimmt.
„Eine Frage noch. Kennt ihr einen Neevar? Er war aus Telaar“ fragte Xoranya freundlich.
„Tut mir leid. Namen sind dort oben nichts. Jeder kämpft nur um das nackte Überleben.“

Sie bedankten sich und machten sich auf den Weg zu den Klippen.
„Die werden ihr blaues Wunder erleben!“ Kondo zog seinen Streitkolben und ein verheißungsvolles Leuchten legte sich über die Waffe.
„Und ein rotes und grünes und überhaupt,“ Wut stieg in Xoranya hoch über diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Und kaum waren sie um einen Felsen gebogen, kamen ihnen auch schon die ersten Oger entgegen, die der Macht des Lichts nicht das geringste entgegen zu setzen hatten als ihre schwabbeligen Leiber.
Nachdem sie sich ihren Weg durch einzelne kleinere, leicht gerüstete Oger gekämpft hatten, begegneten ihnen die ersten Sklaven, die in ihren hartgefrorenen Händen Spitzhacken hielten und mit Ketten an schweren Eisenkugeln an der Flucht gehindert wurden. Bewacht wurden sie von einem recht großen und gut bewaffneten Oger, der seine Macht auch lautstark zum Ausdruck brachte.
„Schneller arbeiten, mickriges Sklavending, oder Boss macht Dich tot!“
Die beiden Paladine hatte er jedoch nicht kommen sehen und so tränkte sein Blut den weißen Schnee in lavaähnliches rot. Xoranya schnappte sich seinen Schlüsselbund und machte sich daran die Gefangenen zu befreien. Sie erkundigten sich bei allen nach dem Konstrukteur Neevar, doch die Gefangen waren aus allen Teilen Draenors. Es dauerte eine Weile bis sie jemanden trafen, der ebenfalls aus Telaar entführt worden war und ihnen etwas über den Verbleib von Neevar sagen konnte.

Steinzornklippen

„Er ist in großer Gefahr. Sie haben ihn fortgebracht.Ich habe es gesehen.“
„Wohin haben sie ihn gebracht?“ Xoranya freute sich, endlich eine Spur.
„Ich weiß es nicht. Aber sie werden ihn umbringen, wenn er ihnen nicht hilft.“
„Hilft? Wobei?“ fragte Kondo.
„Ihre todbringenden Maschinen zu bauen.“ Der Draenei bedankte sich knapp und lief zum Lager in Sicherheit.
„Das dürfen wir nicht zulassen. Wie bekommen wir nur heraus, wohin sie ihn gebracht haben?“
„Vielleicht fühlen wir diesen Ogern mal auf den Zahn?“ schlug Xoranya vor.

Also nahmen sie sich den erstbesten Wächter vor, der ihnen über den Weg lief. Doch die Kommunikation erwies sich als recht einsilbig.
„IHR JETZT MATSCH!“ war so ziemlich das wertvollste, was der Oger von sich geben konnte und so machten sie mit ihm kurzen Prozess.
„Ich glaube die sind zu dumm,“ meinte Kondo, als er seinen Streitkolben aus dem Schädel des Ogers zog.
„Vielleicht haben die hier auch was anderes als doofe Schläger?“
Weiter oben trafen sie auf eine Ansammlung von Käfigen, von denen einige mit Gefangenen besetzt waren und von einem genauso dumm dreinblickenden Oger bewacht waren.
„Vielleicht können wir aus ihm was rausquetschen?“
„Meinst du das im Ernst?“ Kondo hielt seine Waffe schon mal angriffsbereit und ließ ihr den Vortritt. „Ladys first.“
Xoranya baute sich so garnicht ladylike vor dem Oger auf und schrie ihn an: „Hey Fettwanst! Sag uns wo sich der Konstrukteur befindet oder wir schlitzen dich auf!“
„IHR MATSCH!!!“ Der Oger kam mit großen Schritten und seine Axt schwingend auf die beiden zu, doch Xoranya bewegte sich keinen Millimeter.
„Also nochmal. Wir suchen einen Draenei…groß….blau…WO IST ER?“
„DRAENEI ALLE MATSCH!!!!“ Der Oger holte mit der Axt aus, Xoranya bückte sich und Kondos Streitkolben schlug mit voller Wucht in seinen Bauch und legte den Blick auf diverse Eingeweide frei.
Xoranya stemmte die Hände in die Hüften. „Hm, so kommen wir nicht weiter.“
Kondo ließ derweil seinen Hammer auf den Schädel des Ogers niedersausen, der daraufhin dumpf auf dem verschneiten Felsen aufschlug.
„Nur Fleisch und Muskeln, der sagt nichts. Da liegt er.“ Blut und Gehirnmasse tropfte von Kondos Waffe.

„Befreien wir wenigstens die Gefangenen,“ Xoranya ließ einen Draenei aus dem Käfig als ein gefangener Orc an die Gitterstäbe griff und zu ihr schaute.
„Psst! Ihr da! Hab euch gehört! Ihr sucht nen Draenei?“
Die Menschen gingen zu dem Käfig des Gefangenen und hörten sich an, was er zu sagen hatte.
„Das arme Schwein! Die haben ihn weggebracht. Zum Belagerungswerk, um die Kanonen zu reparieren.“
„Kanonen reparieren? Das passt,“ meinte Kondo.
„Belagerungswerk, ist das weit?“, wollte Xoranya wissen.
„Das ist an der Grenze nach Gorgrond. Schon ein gutes Stück entfernt.“
Xoranya nickte und öffnete die Käfigtür, um den Orc hinauszulassen. Der nahm seine Beine in die Hand und rannte ohne ein Wort des Dankes davon.

Auf dem Rückweg zum Lager versuchten sie noch so viele Gefangene wie möglich zu befreien und schickten unzählige Oger ins Licht. Kondo hatte seine wahre Freude am Kampf und war stolz darauf, dass sie beide ein so gutes Team waren.
Im Lager angekommen wandten sie sich an eine Orcfrau vom Frostwolfklan, welche die zweiköpfigen Rylaks betreute. „Ihr seid fern der Heimat, Mensch. Für die richtige Bezahlung biete ich euch an, bei mir mitzufliegen. Aber zögert nicht zu lange.“
„Wir würden gerne von eurem Angebot Gebrauch machen,“ sagte Xoranya und blickte zu Kondo.
„Bringt uns bitte in die Nähe vom Eiserenen Belagerungswerk,“ antwortete der.
„Eine gefährliche Gegend. Seid ihr euch sicher? Das kostet auch etwas mehr.“
„Wir sind uns sicher. Wir zahlen gut.“ Kondo zückte seinen Geldbeutel.
„Ich schätze wir haben keine Wahl,“ meinte Xoranya und ging zaghaft auf eines der Reittiere zu, das ergeben seine Köpfe senkte um sie aufsteigen zu lassen.
„In Ordnung. Aber haltet euch gut fest. Rylaks sind eigenwillig.“ Einige Münzen wechselten den Besitzer und schon befanden sich die beiden Menschen wieder in der Luft und flogen einem neuen unbekannten Ziel entgegen.

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