Xoranya machte sich Sorgen um ihren kleinen Feendrachen, den sie Squiggy getauft hatte. Er wirkte heute so lustlos, wo er ihr sonst doch immer eifrig auf Schritt und Tritt folgte. Leider kannte sie sich zu wenig mit diesen Tieren aus und erzählte auch Kondo von ihren Sorgen. Er schlug vor Eierhüter Aloron zu befragen, sollte der Kleine wirklich krank werden. Aber vielleicht war es ja auch nur die Müdigkeit oder eine Laune des Feenflitzers.

Ihre Aufmerksamkeit galt derzeit aber den Ereignisse um Telaar und der mysteriösen Entführung von Konstrukteur Neevar und der Dorfbewohner. Kondo mutmaßte, dass die Orks die Technologie und die Kristalle der Draenei vielleicht für eine Waffe nutzen wollten, was die Aufklärung des Falles noch dringlicher machte. Sie beschlossen also den abtrünnigen Ork in der Garnison zu befragen. Sein Name war Lantresor und er arbeitete derzeit in der Mine.

Lantresor war keineswegs so wie sich Xoranya einen Ork vorstellte. Er trug den Oberkörper frei, auf dem zahlreiche Narben prangten. Vielleicht war das für ihn eine Art Trophäensammlung? Sein dunkles, violett schimmerndes Haar war zu langen Zöpfen geflochten, ebenso der Bart und gewaltige Hauer ragten aus seinem Mund. Seinen Augen fehlte aber das für Orks so typische Feuer, das einen fürchten ließ jeden Augenblick angegriffen zu werden.
Leicht gebückt schlug er die Spitzhacke in den harten Fels, als sie ihn in der Mine fanden. Er schien nicht sehr erfreut über diese Störung zu sein, ließ sich aber auf das Gespräch mit Kondo, dem er Respekt zollte, ein.
Lantresor erzählte davon, dass sich der Kriegshymenklan sehr verändert hatte, seit der Fremde, Garrosh, gekommen war. Zuvor war es ein ehrenvoller Klan gewesen, der mit der Brennenden Klinge und der Natur in Einklang lebte. Doch nun entführten sie Frauen und Kinder der Draenei und zwangen sie in ihren Minen zu arbeiten, damit sie ihre feuerspeiende Maschinen bauen konnten. Sie hatten im Südwesten Nagrands einen Hafen erbaut, von dem aus sie ihre Lieferungen koordinierten. Vermutlich wurden von dort auch die Gefangenen nach Norden verschifft. Wohin man sie brachte, wusste er aber nicht, denn er hatte Nagrand nie zuvor verlassen und von den gewaltigen Festungen der Eisernen Horde im Norden nur Gerüchte gehört.
Xoranya war sich nicht sicher, ob sie ihm wirklich trauen konnten. Vielleicht wollte er sie auch einfach in eine Falle rennen lassen. Doch Kondo wollte seinen Worten Glauben schenken. Er hatte noch nie solch einen Ork getroffen, der den Kampfeswillen verloren hatte und alles aufgegeben, was ihn ausmachte. Er hatte seine Heimat und sein Volk verloren. Xoranya mochte sich gar nicht vorstellen, wie es wäre an seiner Stelle zu sein.
Also beschlossen sie diesen Hafen zu suchen und die Gefangenen zu befreien, sollten sie noch dort festgehalten werden.

Am südlichsten Kap von Nagrand unterhielt ein Goblin einen Flugposten, zu dem sie reisen konnten. Er wies ihnen den Weg zum Hafen: „Immer der Nase nach!“ Und bald zeigte sich, dass er Recht behalten sollte. Schon von weitem war der Gestank nach verschwitzten Orkleibern und Exkrementen ihrer Reitwölfe zu vernehmen, selbst die salzige Meeresluft kam nicht dagegen an.
Der Zugang zum Hafen war nicht besonders streng gesichert. Einen Angriff schien man nicht zu erwarten. Die wenigen Wachen hatten sie schnell beseitigt und hinter die gewaltigen Kanonen geschafft. Sie schlichen sich an Hütten und Bergen von Kisten vorbei zu einem turmartigen Gebäude. Doch dort wurde nur Material von Peons verladen, Gefangene fanden sie keine. Zahlreiche Schmieden waren auf dem Gelände verteilt, in denen schweres Kriegsgerät und Waffen gefertigt wurden. Die meisten Orks aber waren damit beschäftigt Kisten umher zu schleppen.

Eisenfausthafen

An der Anlegestelle herrschte viel Tumult. Ein Schiff war gerade entladen worden und die Mannschaft schien sich darauf vorzubereiten es wieder startklar zu machen. Das war ihre Chance! Die Gefangenen hatten sie im Hafen nicht gefunden. Also mochten sie schon auf dem Schiff sein. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, wohin man sie bringen wollte war, sich als blinder Passagier an Bord zu begeben.
Das Wasser war angenehm warm, aber der Hafen vermint. Welch Wahnsinn! Glaubten die Orks im Ernst eine Flotte der Allianz würde hierher anlanden wollen? Selbst von hoher See aus hätte man den Hafen mühelos bombardieren können. Den Menschen war es ein leichtes den Minen auszuweichen und an einer Strickleiter, die geradezu einladend am Bug hin, hochzuklettern. Sie überwältigten ein paar Orks und gelangten schließlich in den Laderaum. Hier fanden sie zwar einen mit Gittern abgetrennten Bereich, der so aussah als würde er für den Transport von Lebewesen gebraucht, aber er war leer.
Hinter einigen Kisten fanden sie ein brauchbares Versteck und es dauerte auch nicht lang, bis die Maschinen angeworfen wurden und sich das Metallmonster auf das Meer hinaus schob.

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