Xoranya setzte sich erschöpft auf die Holzstufen der Behausung ihres Gehöfts bei Halbhügel im Tal der vier Winde und wischte mit dem hochgekrempelten Ärmel den Schweiß von der Stirn. Obwohl sie ihr blondes Haar zur Feldarbeit hochgesteckt hatte, hatten sich einige Strähnen selbständig gemacht und klebten nun verschwitzt an den Schläfen und im Nacken. Sie blickte auf ihre hochgekrempelte Latzhose und die Sandalen und musste plötzlich lachen. Wie wenig paladingleich doch ihr Aufzug war. Und die Erde unter ihren Fingernägeln erst, die sich auch mit viel Schrubben nicht wegwaschen ließ. Ein wenig erinnerte sie dies alles hier an zu Hause, in Westfall, wo sie als kleines Mädchen auf dem Hof ihrer Eltern gearbeitet hatte.

Kreischend rannte Jordan an ihr vorbei dicht gefolgt von einem Pandarenkind, das immer wieder „Nom nom nom!“ rief, was soviel hieß wie: „Ich krieg‘ dich!“

Xoranya sah den beiden Jungen nach. Damals war sie kaum älter gewesen als Jordan. Wie die Zeit doch verging. Es kam ihr vor als wäre es gestern gewesen, da sie vor die Tore Nordhains trat, um ihre Ausbildung zu beginnen. Oder als sie an der Seite von Kondo in die Kathedrale von Sturmwind schritt, wo sie sich mit dem Segen einer Priesterin das Ja-Wort gaben. Oder als die Hebamme ihr dieses kleine zerbrechliche Bündel in die Arme legte, das nun so vor Elan strotzend auf dem Hof umher sauste.

Eigentlich wollte sie mit Kondo nur diesen neuen Kontinent bereisen und das Volk der Pandaren kennenlernen. Aber irgendwie ist sie hier in Halbhügel hängen geblieben und bot sich an einem ansässigen Bauern bei seinem verfallenen Hof etwas unter die Arme zu greifen. Nun lebte sie mit Jordan schon über ein Jahr hier, während Kondo wie eh und je im Dienste der Krone für das Licht kämpfte.

Sie ließ ihren Blick über die Felder schweifen. Einige waren schon abgeerntet, während andere noch in voller Blüte standen. Doch solche Früchte hatte sie ihr Lebtag noch nicht gesehen. Die besondere Magie dieses Landes ließ sie viel größer wachsen als gewöhnlich.
Xoranya blickte zufrieden auf ihr Tagwerk. Bald war die Zeit gekommen, diesem Land wieder den Rücken zu kehren.

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