Ein schlurfendes Geräusch hallte durch die zwielichtigen Gänge von Unterstadt. An der Wand wuchs der Schatten einer gebeugt gehenden Gestalt entlang bis er vom fahlen Licht einer Laterne gebrochen wurde. Knochen knacksten als die Gestalt einige Stufen hinab ins Apothekarium stieg. Sie schob sich vorbei an den Tischen, auf denen Monstrositäten erschaffen wurden und diverse Reagenzien zischend und blubbernd vor sich hin kochten. Der Tunnel, der tiefer ins Herz der Hochburg der Verlassenen führte, war ihr Ziel.
Das Dämmerlicht wurde noch schummriger. Wachen waren weit und breit nicht zu sehen.
Die Gestalt klopfte mit dem Handrücken an eine Holztür. Eine krächzende Stimme gewährte ihr Einlass.
Der Raum war schwach beleuchtet. An den Wänden prangten Regale vollgestopft mit Büchern und Pergamentrollen. Auf einem Tisch standen zahllose Reagenzgläser und Tiegel teils mit zähen Flüssigkeiten gefüllt von Notizzetteln umrahmt. Hinter einem Pult sah eine schwarz gekleidete fast völlig vermummte Frau auf und fixierte den Ankömmling mit den schwach gelb leuchtenden Augen.
„Die Elfe hab’ ich wieder zusammengeflickt. Arthas’ Champions halten schon was aus. War stinksauer, die Kleine. Weiߒ nich’ ob das eine so gute Idee war,“ die Gestalt schlurfte an das Pult heran bis die Frau ihre Hand hob, um ihm zu signalisieren dass er nah genug war.
„Gut…sehr gut,“ hinter ihrem Mundschutz lächelte sie. „Was ist mit den Nachschublieferungen aus Kalimdor? Ich warte auf Nachricht! Phase zwei wird bald beginnen…jetzt darf nichts mehr schief gehen!“
Die Gestalt duckte sich etwas. „Es …gab da…Probleme mit den Nachtelfen. Aber wir haben die Sache im Griff.“ Schnell hob er die Arme und winkte beschwichtigend ab. „Ich habe ein …Arrangement mit den Goblins getroffen.“
Die Frau stützte sich mit beiden Händen auf dem Pult ab und starrte ihn aus dunklen Augenhöhlen an. „Wenn du versagst, lasse ich dich ins Kloster von Tirisfal bringen. Diese scharlachroten Fanatiker wissen sicherlich schöne Dinge mit dir anzustellen.“
Die Gestalt trat einige Schritte zurück. „Ja, selbstverständlich. Ich werde mich persönlich darum kümmern, dass alles so geschieht wie Ihr es wünscht.“ Schlurfend eilte er zur Tür, verbeugte sich dabei mehrmals und verschwand zügig.
Soraya wandte sich wieder ihrem Brief auf dem Pult zu, las ihn nochmals durch und setzte schließlich ihre Unterschrift darunter.

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