Die Nacht war wenig erholsam gewesen. So wie die vielen Nächte seit ihnen Jordan genommen worden war. Immer wieder kamen ihr die Bilder von Unterstadt in den Sinn und sie fragte sich, ob sie nicht mehr hätten tun können, um das Leid der gefangenen Menschen zu lindern. Doch sie musste sich eingestehen, dass diese Stadt hoffnungslos verloren war und von der Macht der Verlassenen im Würgegriff gehalten wurde.
Kondo war schon aufgestanden, als sie aus dem Bett in der Burg Fenris kletterte. Sie sah sich nach etwas zu Essen um und fand im oberen Stockwerk einige Karten, welche die Truppenbewegungen der Untoten markierten. Sie sprach mit der Frau, die sie aus Unterstadt befreit hatten. Die Worgen aus Gilneas leisteten den Verlassenen vehementen Widerstand. Viele Gebiete waren umkämpft, so dass ihnen nichts anderes übrig blieb als sie abzusuchen.
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Kondo begegnete sie im großen Saal der Burg und erzählte von ihren Entdeckungen. Er sah sich die Karte an und hielt es für das beste schnell aufzubrechen.
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Sie verließen die Burg nach Süden und mussten durch das kalte Wasser des Sees schwimmen. Ihre Kleider hatten sie in wasserdichten Taschen verpackt. Nachdem sie sich am anderen Ufer an einem kleinen Feuer aufgewärmt hatten, machten sie sich im Schutz der Berge auf die Suche nach dem ersten Hof. Hier begegneten sie schon den ersten Worgenrenegaten, die bereits erfolgreich Einheiten der Orks niedergeschlagen hatten. Offenbar war die Verteidigung der Verlassenen doch nicht so standhaft, dass sie ohne Hilfe ihrer Verbündeten auskamen. Vielleicht bestand doch noch Hoffnung?
Als sie die Straße überqueren wollten, kam ein großer Wagen herangerattert. Mit was er beladen war, konnten sie nicht erkennen, jedoch verriet der Geruch, dass sie keinen Wert darauf legten das genauer herausfinden zu wollen.
Beim Hof angelangt trafen sie wieder auf Worgen. Dieses Anwesen war nicht im Besitz der Verlassenen. In der Scheune fanden sie jemanden, der ihnen Auskunft über die Lage in diesem Gebiet geben konnte.
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Der Verwalter erzählte ihnen, dass es unweit des Sees noch ein verlassenes Anwesen gäbe. Alle anderen Höfe wurden heftig umkämpft.
Die Spur schien sich zu verdeutlichen, so dass sie nicht zögerten ihre Suche fortzusetzen.
Den verlassenen Hof fanden sie schnell und unbehelligt. Kranke Tiere streiften um die Gebäude.
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Als sie sich dem Haus näherten, hörten sie Gesang. Xoranya erkannte das Schlaflied, das auch sie gerne Jordan vorgesungen hatte und eilte schnell zu dem Haus.
Es war völlig verfallen und schien leer zu sein.
Kondo deutete zu der Treppe und sagte leise: “Oben.“ Langsam schlichen sie die knarzende Treppe hinauf und fanden in einem kleinen Zimmer eine Frau mit einem Kind in den Armen sitzen.
Sie sah erschrocken auf, als sie die beiden sah. „Wer seid ihr? Haben die anderen euch geschickt?“
Xoranya beugte sich zu ihr hinunter und versuchte das Gesicht des Kindes zu erkennen. Es war Jordan!
Kondo hatte bereits begonnen die Frau zu bedrängen, was sie mit dem Kind gemacht habe und was sie mit ihm wolle.
„Das ist mein Kind!“, sagte Xoranya bestimmt und nahm das kleine Bündel aus den Armen der Frau. Diese sträubte sich nicht im geringsten und sah verängstigt immer wieder zur Tür.
„Ihr müsst fort von hier. Wir sind hier nicht sicher. Sie haben mich hierher gebracht, um das Kind zu versorgen.“
„Wer sind sie?“, platze es aus Kondo heraus.
Als die Frau zur Tür deutete, sah man zwei Gestalten die Treppe hinauf kommen. Eine vermummte Frau in Apothekerrobe und eine Elfe mit Runenklinge und Ghul.
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„Wir haben uns lange nicht mehr gesehen,“ sagte die gebeugte Frau mit krächzender Stimme.
Xoranya erkannte die Stimme und hauchte leise: „Soraya.“
„Deine Stiefmutter?“ Kondo sah zu Xoranya.
„Seit du mir meine Familie genommen hast,“ fuhr Soraya fort. „Nun ist die Zeit gekommen, um dir deine zu nehmen.“
„Ich habe sie auch verloren,“ platzte es aus Xoranya heraus. „Ich hätte sie nicht retten können!“
„Es war nicht Xoranyas Schuld. Und ich werde nicht zulassen, dass ihr uns irgendetwas antut!“ Kondo zog sein Schwert und stellte sich vor Xoranya und das Kind.
„Dafür ist es schon zu spät,“ krächzte Soraya. „Wir haben euren Sohn als Testobjekt für eine neue Krankheit verwendet. Eine, die erst ausbrechen wird, wenn er erwachsen ist. Dann wird er sich in einen Untoten verwandeln und zu seiner wahren Familie zurückkehren. Für euch habe ich keine Verwendung. Ihr werdet euch gleich den Verlassenen anschließen.“ Soraya wendete sich der Elfe zu. „Sieh zu, dass beide sterben. Ich rufe die Val’kyrn.“
„NEIN!“, brüllte Kondo und machte sich bereit zum Kampf.
Während sich die Elfe Soraya zuwendete und bestätigend nickte, tippte Xora Kondo an und holte einen kleinen Stein aus ihrer Tasche. Sie zeigte Kondo den Zauberstein, der ein Portal nach Dalaran öffnen konnte, ein Andecken aus ihrer Zeit in Nordend.
„Ich bringe Jordan in Sicherheit,“ sagte sie leise. „Kommst du hier klar?“
Kondo nickte. „Mach schnell. Ich komme, wenn ich hier fertig bin.“ Er umklammerte den Griff seines Schwertes und stieß einen Kampfschrei aus.
„Ich liebe dich!“, sagte Xora während sie das Portal öffnete und mit Jordan darin verschwand.
Er stürzte sich auf die Elfe, die sofort ihren Ghul auf ihn hetzte. Sie sprang die Treppe hinunter und rief weitere Ghule herbei. Doch keiner der Untoten konnte Kondo aufhalten. In einem erbitterten Kampf siegte schließlich das Licht über die Dunkelheit. Die Untote lag zu seinen Füßen. Von Soraya jedoch fehlte jede Spur.
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