Xoranya las in einem von Nezihes vielen Büchern, als es an der Tür klopfte. Ihr stockte der Atem, als sie Kondo vor der Tür erkannte. Er umarmte und küsste sie stürmisch, dass sie erst gar nicht wusste wie ihr geschah. Erst als sie sich von der Überraschung etwas erholt hatte, sprudelten die Worte nur so aus ihr heraus.
„Ich habe mir solche Sorgen gemacht, seit Raya versprochen hatte dich zu suchen. Sie hat sich nicht mehr gemeldet und ich habe schon das Schlimmste befürchtet. Wo warst du? Was ist passiert?“ Xoranya war den Tränen nahe.
Kondo erzählte davon, wie er von den Verlassenen in einen Hinterhalt gelockt worden war und gefangen gehalten. Vermutlich suchten sie Vergeltung für das Massaker, das er unter den Angreifern auf den Hügellandhof angerichtet hatte. Er berichtete wie Olc und einige Tempelwächter ihn befreit und versorgt hatten. Xoranya hörte sprachlos zu und war einfach nur glücklich ihren Liebsten wieder in den Armen zu halten. Auch sie erzählte von ihrer Krankheit und wie Nezihe sie bei sich aufgenommen und gepflegt hatte. Kondo war gleich besorgt, ob es ihr und dem Kind auch wieder gut ging. Doch Xora lächelte nur und ließ ihn die Bewegungen des Kindes spüren.
„Da strampelt einer aber ganz schön!“ Kondos Grinsen ging von einem Ohr bis zum anderen.
„Das wird mal ein Kämpfer!“ lachte er.
Xoranya fühlte sich wieder stark genug, um das Haus zu verlassen. Außerdem plagte sie langsam die Langeweile. Im Haushalt zu helfen lenkte sie zwar ab, aber nur Bücher lesen war auf Dauer etwas zu eintönig. Daher beschlossen die beiden einen Spaziergang zu machen. Ganz langsam gingen sie Richtung Stadttor, wo sich die Feiernden des Mondfestes wohl versammelt hatten. Doch Xora musste immer wieder stehenbleiben, um die Strecke bewältigen zu können. Sie unterhielten sich über ihre Zukunft und dass Xoranya ihre Bewerbung in Herdweiler aufgegeben hatte. Bald würde das Kind kommen und in dieser Zeit musste sie sich schonen. Außerdem bezweifelte sie, dass Nezihe sie gehen lassen würde.
Kondo war sehr erleichtert das zu hören, denn er hatte sich große Sorgen wegen ihrem Plan gemacht. Aber gegen ihren Dickkopf konnte bisweilen nicht einmal er ankommen.
Sie waren gerade bis zum inneren Stadttor gekommen, als Xora der Heißhunger überfiel. Also beschlossen sie ihren Spaziergang abzubrechen und lieber essen zu gehen.
Kondo erzählte davon, dass er ein neues Heim für sie in Sturmwind oder zumindest in der Nähe suchen wollte. Ein sicherer Ort, wo sie das Kind zur Welt bringen konnte und es großziehen. Xoranya überfiel ein wenig Wehmut, dass sie keine Erinnerung mehr an ihre leibliche Mutter hatte. Sie kannte sie nur durch Erzählungen von ihrem Vater. Er sprach immer wieder von ihrem zauberhaften Lächeln und den langen golden glänzenden Haaren. So hatte Xora beschlossen sich selbst die Haare wieder wachsen zu lassen.
Auch wenn das Schicksal ihr ihre eigene Familie genommen hatte, so wollte sie doch alles dafür tun, ihrem Kind ein glückliches Leben zu schenken, das ihr verwehrt geblieben war bis sie Kondo kennengelernt hatte.

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