Es war ein warmer Spätsommertag. Die Hitze der letzten Wochen war aus Sturmwind verschwunden, frische Meeresluft kühlte die Gassen der Stadt in der Nacht und nahm den Gestank der Abwasserkanäle mit sich.
Xoranya hatte das Päckchen bei „Marthas Tand und mehr“ abgeliefert und ihr Gepäck in das Stadthäuschen bringen lassen, das Kondo und sie schon vor ihrer Hochzeit hier gemietet hatten. Nun war sie auf dem Heimweg von ihrem Vermieter, einem pompös gekleideten kleinen dicken Geschäftsmann, der gar nicht müde geworden war ihr Komplimente zu machen, nur um sie davon zu überzeugen das Häuschen doch als Wintersitz zu behalten. Ihr war klar, dass er dies aus purem Eigennutz tat. Keine Abnutzung, keine Zahlungsschwierigkeiten, sie waren die perfekten Mieter. Aber es war an der Zeit geworden, ihrem Leben eine neue Wende zu geben und der Hof im Hügelland war der perfekte Ort dafür.
Xoranya bog in die kleine Gasse ein und erstarrte, als sie vor ihrer Haustür stand. In blutroten Lettern hatte jemand etwas auf die Holztür geschrieben:

Es ist noch nicht vorbei!

Sie rannte zurück zu den Kanälen und hielt eine patrouillierende Stadtwache auf. Der Wachsoldat tippte auf die noch feuchte Farbe und zerrieb sie zwischen den Fingern.
„Blut,“ sagte er kühl. „Mylady, würdet ihr mich bitte zur Kaserne begleiten, um Eure Aussage zu Protokoll zu geben?“ Es war mehr eine Aufforderung als eine Frage.
Xora nickte nur knapp und folgte dem Wachmann still. Unentwegt grübelte sie nach, was das zu bedeuten haben mochte, wer diesen Satz an die Tür gepinselt hatte und vor allem warum es ihre Tür war.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s