Xoranya zog das rote Hemd und die Seidenhose aus. Die Kleidung war verschwitzt und staubig vom roten Sand Durotars. Sie stieg in das dampfende Wasser des Waschzubers und tauchte einmal unter.
In Gedanken ließ sie den letzten Tag Revue passieren. Sie hatte mit Kondo die Echoinseln besucht. Die verfallenen Trollruinen, das Rauschen des Meeres und der Sonnenuntergang schufen die richtige Atmosphäre, um die Ereignisse der letzten Wochen für wenige Momente vergessen zu machen. Sie hatten Makrelen geangelt und am Lagerfeuer gesessen, als der Augenblick kam, der Xoranya zur glücklichsten Frau auf ganz Azeroth machte. Kondo hatte um ihre Hand angehalten.
Sie kicherte in sich hinein, bei dem Gedanken, dass sie nun verlobt war. Noch vor einiger Zeit wäre ihr niemals in den Sinn gekommen, dass sie jemals einen Menschen treffen könnte, mit dem sie den Rest ihres Lebens gemeinsam gehen würde.
Aber Kondo war dieser Mensch. Und sie überkam wieder dieses angenehme Gefühl, als sie an ihn dachte.

Nach dem Bad schaute Xoranya ihre Post durch. Darin befand sich ein Brief mit dem Siegel der Tempelwache. Orbasan hatte für den nächsten Tag ein Training angeordnet. So hatte sie noch genug Zeit, ihre Rüstung zu polieren und die Axt schärfen zu lassen.
Auf dem Weg zum Waffenschmied machte sie einen Abstecher in die Kathedrale, um zu beten.

Als sie sich dem Ausgang zuwendete, hörte sie jemanden ihren Namen sagen. Sie drehte sich um und sah Bruder Crowley hinter einer Säule stehen. Er winkte sie zu sich.
„Verzeiht, Schwester, dass ich Euch so überfalle. Aber ich täte es nicht, gäbe es nicht triftige Gründe dafür.“ Er bedeutete ihr, einige Schritte mit ihm zu gehen.
„Ich stehe in Eurer Schuld, da Ihr mir schon einmal geholfen habt. Drum wage ich es kaum, Euch nochmals um Eure Dienste zu bitten.“
„Um was geht es?“, Xoranya war neugierig geworden.
Crowley zog einen versiegelten Umschlag aus seiner Robe. „Diese Nachricht muss so schnell wie möglich zu Hauptmann Vachon nach Tirisfal gelangen. Ich habe bereits vor einer Woche einen Boten zu ihm geschickt, allerdings ist er nicht zurückgekehrt und ich muss annehmen, dass er den Untoten zum Opfer gefallen ist.“ Crowley sah sich um.
„Deswegen wende ich mich an Euch. Ihr seid ein erfahrener Paladin. Welche Gefahren auch immer auf diesem Weg liegen, Ihr könnt ihnen trotzen und diese Dokumente sicher an ihr Ziel bringen.“
Xoranya brauchte nicht lange, um eine Entscheidung zu treffen.
„Wo finde ich Vachon?“
„Nordöstlich von Lordaeron in den Bergen ist ein Stützpunkt der Allianz. Dort hält er sich zur Zeit auf. Doch beeilt Euch, die Zeit drängt.“
Xoranya nahm das Dokument entgegen und nickte. „Ich werde mich sogleich auf den Weg machen.“
„Das Licht schütze dich, mein Kind.“ Crowley hob eine Hand zum Segen.
Xoranya neigte den Kopf und verließ die Kathedrale.
Für Vorbereitungen blieb nun keine Zeit mehr. Bis morgen Nachmittag musste sie in Süderstade sein zum Wächtertraining.

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