Xoranya zog die Finger durch ihre zerzausten Haare. Der Flug auf dem Greifen von Dalaran zur Valianzfeste war lang und ihre Wangen rot von der eisigen Kälte.
Als sie sich dem Gasthaus näherte, hörte sie schon die Stimmen der anderen Tempelwächter. Manari und Elrike tuschelten und dieser Zwerg, Olc hieß er wohl, stand daneben und sah sie neugierig an. Etwas abseits sah sie Kondo und ein glückliches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Er bemerkte sie sofort und kam zu ihr.
„Hallo, Liebes!“ flüsterte er ihr zu und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.
„Starrt doch nicht so, das ist unhöflich,“ hörte sie jemanden sagen. Zu gerne hätte sie diesen Kuss erwiedert, doch sie bemühte sich um Haltung und begrüßte alle förmlich.
Als auch noch der Druide Themroc eingetroffen war, rief Kondo sie zum Denkmal, um ihnen den Anlass des heutigen Trainings zu erläutern.
Xoranya hörte nicht richtig zu, zu viele Dinge gingen ihr durch den Kopf.
Aber sie verstand, dass es um eine Art Feststellung ihrer Einsatzfähigkeit ging. Mit einem müden Lächeln nahm sie die Verspannung in der rechten Schulter wahr. Die Kämpfe an der Zitadelle hatten ihren Preis. Hoffentlich bin ich fit genug! dachte sie und achtete wieder mehr auf die anderen, die gerade merkwürdige Fragen an Kondo richteten.
Als sie endlich fertig waren, bestiegen sie die gesattelten Tiere, die für sie bereitstanden und ritten zu dem nahegelegenen Hof, der von der Geißel überrannt worden war.
Dort sollte die Prüfung stattfinden. Nacheinander drangen sie in die dortige Mine ein, um sie von der Geißel zu säubern.
Am schnellsten waren der Druide und die Elfe. War ja klar! dachte sie sich.
Die klapperigen Skelette, die sie in der Mine erwarteten, waren auch alles andere als eine Herausforderung, fand Xoranya. Nur am Rande nahm sie war, dass sie Uniformen der Streitkäfte der Allianz trugen. Zu abgestumpft waren ihre Sinne geworden, als dass sie noch so etwas wie Mitleid für die Opfer der Geißel empfinden konnte. Als sie wieder am Hof war, stellte sich heraus, dass sie die bisher beste Zeit vorgelegt hatte.
Manari war außer sich. So aufgeregt hatte sie die Elfe noch nie erlebt.
Xoranya verstand auch gar nicht, warum sie sich deswegen so aufregen konnte. Betreten mied sie ihren Blick. Doch als die beiden Elfen wieder begannen in darnassisch miteinander zu reden, keimte eine innere Wut in ihr auf. So gut verstand sie diese Sprache nicht und als Themroc dann meinte, sie sprächen über das Wetter, war ihr klar um was es eigentlich ging.
Nach dem Training sprach sie Kondo darauf an, dass sie sich in Manaris Nähe zunehmend unwohl und beobachtet fühlte. Er versuchte ihr diese Gedanken auszureden, aber innerlich blieb diese Unruhe.
Kondo verabschiedete sich herzlich von ihr und es fiel beiden schwer, sich wieder voneinander zu trennen. Als Kondo gegangen war, hörte sie noch wie er vor dem Eingang ein paar Worte mit dem Zwerg wechselte.
Müde legte sie sich ins Bett und fiel in einen tiefen traumlosen Schlaf.

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