Ein Zwerg sitzt mit dem Rücken an eine steinerne Mauer gelehnt in der Dunkelheit. Hin und wieder erhellt das Glimmen eines Pfeifchens matt ein bärtiges Gesicht. Der Zwerg kann nicht schlafen…

Olc muss an den Morgen des Aufbruchs von Sturmwind hierher denken. Er war früh wach gewesen, von der Gilneerin und Caalyn noch keine Spur, von Falben ganz zu schweigen. Das Unheil lauerte aber schon auf ihn… eine Nachricht, kurz, auf einem einfachen Zettel, aus Goldhain verschickt. Seine Vorhut war zu auffällig gewesen und entdeckt worden, Connor an einen unbestimmten Ort verlegt und der seltsame Northshire verfolgte auf eigene Faust seinen Peiniger. Was für ein Irrsinn… und die Schuld daran trug wohl Olc.

Olc blieb keine Wahl, er musste sich zumindest mit seinen Leuten am Nistgipfel wieder vereinen, sie informieren und beraten… und wohin sollten die Verlassenen Connor schon verlegen, sicher nicht Richtung Süden. Und wenn auch noch der Mondpriesternovizin etwas zustoßen sollte… Olc wüsste nicht, wohin er sich dann wenden könnte, aber es müsste mit Sicherheit ein Ort sehr, sehr weit weg von Traumfeder und Winterhauch sein…

Olc drängte auf einen raschen Aufbruch, Falben schien wenig begeistert, der Gilneerin war es egal, da der mit etwas Tee versetzte Becher Rum noch nicht geleert war und nur Caalyn sah so aus, als wäre sie zur Abreise bereit. Im Hintergrund fingen zwei Zwerge an, sich am Bier gütlich zu tun… und das lautstark und in großer Menge. Es war morgens kurz nach der siebten Stunde…

Das Pech mag Olc an diesem Tag besonders. Vor der Taverne kann er nicht fassen, was er sieht, worauf Caalyn zusteuert. Ein Pferd, voll beladen, eigentlich nur am Zügel zu führen. Und Caalyn meint es ernst, er musste das am Tag zuvor irgendwie überhört haben. Olc braucht einen Plan, einen schnellen, er will die Draenei dabei haben, sein Instinkt sagt ihm, dass sie sie brauchen werden.

Er hat in Sturmwind zwei Möglichkeiten… den SI:7 verwirft er rasch wieder, ihm bleibt auf die Schnelle nur… Olc bittet Caalyn um Vertrauen, sie brechen auf, samt Packpferd… Vor den Stadttoren biegt Olc überraschend Richtung Altstadt ab. Der Morgen dämmert bereits, aber es ist noch ruhig und grau. Er nimmt eine enge, wenig einladend wirkende Seitenstraße, führt sie zu einem Hinterhof. Caalyn folgt ihm…

Auf dem Ritt ins Hinterland über den Arathiposten der Allianz spürt Olc die ganze Zeit einen tödlichen Blick in seinem Nacken. Sie kommen voran, dass Pferd der Dranei rennt wie der Wind… Am Durchgang zum Nistgipel treffen sie auf Rayà, tauschen Informationen aus, Falben wird Kontakt zum Argentumkreuzzug aufnehmen, vielleicht können diese über merkwürdige Truppenbewegungen der Verlassenen berichten. Auch der Mondpriesternovizin scheint es gut zu gehen… zumindest ein Lichtblick.

Die Frist von 3 Tagen für die Übergabe der Antwort der Tempelwache an die Entführer ist verstrichen, dass Angebot wurde zwar übergeben, aber irgendwie scheint alles schief zu laufen, nichts zu gelingen. Wann die Frist für Connors Leben ablaufen würde… Olc kann es nicht erahnen. Er hofft nur, nicht noch einen Fehler gemacht zu haben, sich geirrt zu haben, hierher zu kommen. Seine dunkelsten Gedanken teilt er niemanden mit… was, wenn sie Connor doch weiter in den Norden verschleppt hätten, bis tief unter die Ruinen von Lordaeron? Er würde das Licht dieser Welt nie wieder sehen…

Ein Zwerg denkt darüber nach, wem er dient… Er ist kein Anführer, kein Kommandant, kein Kriegsherr, wollte es nie sein, ist immer allein zurechtgekommen und kann Risiken und lohnende Geschäfte für sich selbst hervorragend einschätzen. Entscheidungen treffen, die andere betreffen, die Folgen haben können… Ein Zwerg denkt über die Möglichkeit nach, einfach in der Dunkelheit zu verschwinden…

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