Einige Tage zuvor:

Als Xoranya in Süderstade ankam, war es schon früher Abend. Sie war sich sicher, dass Orbasan über ihre Verspätung nicht gerade erfreut sein würde. Aber schließlich hatte sie triftige Gründe gehabt. Sicherlich würde er das verstehen.
Sie fragte eine Wache nach den Paladinen und wurde zu dem kleinen Weiher außerhalb von Süderstade verwiesen. Sie gab ihrem Pferd die Sporen. Schon von weitem sah sie die beiden kämpfen.

Sie stieg vom Pferd und nahm Haltung an.
„Legat Xoranya Wallerstein meldet sich zum Dienst.“
Orbasan hielt inne und bedeutete Kondo, das Training kurz zu unterbrechen. Er kam auf Xoranya zu und seine Augen funkelten.
„Wieso seid Ihr so spät, Legat Wallerstein?“, die Wut in seiner Stimme war unverkennbar.
„Verzeiht meine Verspätung“, sie senkte ihren Blick.
„Seit wann bleibt es jedem selbst überlassen, wann er zu einem Training erscheint? Welche Entschuldigung habt Ihr für Eure Verspätung? Seht mich an, wenn ich mit Euch spreche!“
Xoranya errötete.
„Ich hatte noch einen Auftrag auszuführen, der mich leider länger aufgehalten hat, als von mir beabsichtigt war,“ sagte sie schließlich.
„Was für ein Auftrag? Eure Loyalität gilt der Tempelwache und sonst niemandem.“
Xoranya zögerte bevor sie antwortete. „Bruder Crowley bat mich eine Nachricht nach Tirisfal zu bringen.“
„Ein Scharlachroter….? Was habt Ihr mit diesen fehlgeleiteten Fanatikern zu schaffen? Was für eine Nachricht war das?“
„Ich habe die Dokumente nicht angesehen.“
„Wie verantwortungslos von Euch! Ihr wisst nicht, welche Auswirkungen Euer Handeln hat!“ Orbasan war nun vollends außer sich. Er schaute sie mit einem durchdingenden Blick an. Xoranya konnte dem nicht lange standhalten und sah hilfesuchend zu Kondo hinüber.
„Ich bin enttäuscht von Euch!“ Er machte eine lange Pause und Xoranya fühlte sich zunehmend unwohl in ihrer Haut. Sie fühlte sich ungerecht behandelt, immerhin war es ihre Absicht gewesen, dort zu helfen, wo noch mit allem Einsatz gegen die Geißel vorgegangen wurde.
„Der Stützpunkt wurde kurz nach meiner Ankunft von der Geißel angegriffen. Hätte ich tatenlos zusehen sollen, wie Menschen von Untoten dahingemetzelt werden?“, brachte sie zu ihrer Verteidigung vor.
„Natürlich dürft Ihr in solch einem Fall Eure Hilfe nicht verweigern,“ er seufzte. „Aber das ändert nichts daran, dass Ihr dort nichts verloren habt.“
Er winkte ab.
„Schluss jetzt. Ihr werdet Euch vor Saviya zu verantworten haben. Sie wird über Euer eigenmächtiges Handeln urteilen. Ihr werdet nach dem Training nach Darnassus reisen.“
Xoranya wollte noch etwas erwidern, entschloss sich aber, doch lieber nichts mehr zu sagen.
„Jawohl, Kommandant!“, sie nahm Haltung an und salutierte.
Orbasan nickte und wandte sich wieder Kondo zu.
„Nun, Paladin. Setzen wir die Übung fort. Greift mich an!“
Kondo warf Xoranya einen kurzen aufmunternden Blick zu. Sie versuchte nicht ganz so gequält zu lächeln.

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