Mit einem Glas kalter Milch setzt Gärd sich an den Tisch, um endlich seinen überfälligen Bericht über seine Erlebnisse zu verfassen. Nachdem Sir Connor gefunden und zu seiner Frau zurück gebracht wurde, konnte er sich nicht mehr drücken. „Und wenn ich das Ganze nicht bald los werde, muß ich öfter zum Grog greifen, als mir lieb wäre.“ murmelt der leicht verkaterte Zwerg vor sich hin.
Nur wo anfangen? Beim Streit mit Olc? Nee. Das ist Geschichte, hofft Gärd. Also mit seiner Ankunft im Schwarzfels. Muß reichen.

„Wie man gehört haben mag, ist ein kleiner Trupp von uns Tempelwächtern aufgebrochen, um Sir Connor zu suchen. Ein Informant gab uns nähere Hinweise. Und es wurde jemand zur Unterstützung genannt…“ Jetzt fängt er also doch vorher an – sowas. „Jemand, der im Schwarzfels anzutreffen ist. Gut, die Info kam von einem vom Leben benachteiligten, aber er ist auch Sir Connors Onkel. Nun, was andere auch meinen mögen, ich vertraue ihm. Und trotz dem, was ich sah, ich tu es immer noch. Aber dazu später.
Olc war dagegen. Verständlich, geb ich ja zu. Aber ich mußte doch hin. Keine Ahnung warum. Will ich auch gar nicht versuchen zu erklären.“ schreibt Gärd trotzig. „Also, ich mach mich dann auf zum Schwarzfels. Auf der Suche nach diesem… Bartelomeus Grimgarth.“ Mit zitternder Hand macht Gärd eine Pause. Eigentlich will er sich dem Erlebten nicht noch einmal stellen. Träumen will er davon aber auch nicht mehr. „Also weiter aufs Papier damit.“ seufzt der Zwerg und sehnt sich einen guten Schluck Prozente herbei. „Dort hinein zu kommen ist für mich leicht, als Schurke. Bis ins Zentrum bin ich rein und machte mich auf herumstreunende Gegner gefasst. Bis hierher war soweit alles leicht. Niemand lief mir über den Weg. Aber ich war so konzentriert auf der Suche nach diesem Grimgarth, daß mir dies nicht auffiel. Dann aber sah ich jemanden in der Ecke hocken. Andere lagen in einer Reihe auf dem Boden. Alle in schwerer, schwarzer Rüstung. Die Größten schienen Zwerge zu sein. Ich zählte 5. Langsam kam ich näher und bemerkte noch 7 Gnome, auch in Rüstung…“ hier muß der sonst so einiges gewohnte Zwerg schlucken. „Nur als ich näher kam, bemerkte ich ihre Wunden. Niemand von ihnen atmete mehr.“ Schluchzend schreibt Gärd tapfer weiter. „Als ich einem den Helm abnahm um zu sehen, wessen Familie ihren Kämpfer verloren hat…

Es waren Kinder. Keiner älter als 12. Das jüngste schien mir 4 zu sein. Bis ich eines der Kinder ganz aus einer Zwergenrüstung nahm. Darin waren 2 Kinder. Ein Junge von etwa 10 und ein Kind, noch nicht im Krabbelalter. Alle Grausam getötet und teilweise verunstaltet.

Euch mögen diese Dinge gewiss erschrecken. Mir hat es sehr zu schaffen gemacht. Vielleicht kann man jetzt verstehen, warum ich so neben mir stand während der letzten Tage. Niemand kann sowas ohne Spuren erleben.

Was mir aber die Größten Sorgen bereitet ist auch, warum Kinder? Warum dieses Massaker? Hat dieser Northshire das auch gesehen?

Außerdem glaube ich nicht, daß Sir Connors Onkel etwas damit zu tun hat. Eher sollte er auf sich achten, man weiß nie ob IHN nicht jemand verraten hat. Ich kann nicht mehr als Vermutungen deswegen anstellen. Dies weiß ich aber Gewiss: Er hat uns nicht verraten. Dafür setz ich mein Leben.

Dies ist also mein Bericht, möge die Tempelwache ihn lesen und überlegen, was nun zu tun gilt. Ich für mein Teil möchte nicht so schnell dorthin zurück. Und ganz gewiss nicht nüchtern. Entschuldigt meine Offenheit.“

Erleichtert schließt Gärd seinen Bericht ab und sendet ihn per Boten zur Niederlassung der Tempelwache in Darnassus. Dann begibt er sich zur Zwergentaverne um noch einmal zu versuchen zu vergessen.

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