einige Tage zuvor:

Der Gestank war kaum zu ertragen. Xoranyas Augen tränten und das Brennen in ihrer Brust nahm stetig zu. Sie hatten den Zugang zum Pestwald schon lange hinter sich gelassen und quälten sich nun zum Tor der Stadt Stratholme. Der Gestank der Verderbnis wurde zunehmend von Rauchgeruch durchzogen. Xoranya blickte zum Himmel. Von Norden her überdeckte ein rotes Glühen den Horizont. Dort wo Stratholme lag. Sie folgten der Abzweigung des Weges nach Norden und sahen die Brücke vor sich, die zum Tor der Stadt führte.
Xoranyas Herz begann schneller zu schlagen. Sie hatte dieses einstige Juwel von Lordaeron in einer ganz anderen Erinnerung. Bevor die Seuche einfiel, bevor Arthas Amok lief. Was auch immer sie dort erwartete, sie war bereit sich dem zu stellen.

Nachdem sie das Tor durchschritten hatten, eröffnete sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Horden von Skeletten und Ghulen bevölkerten die Straßen. Die Häuser standen in Flammen.

Beißender Rauch stieg Xoranya in die Nase. Sie zog ihr Schwert und sprach einen Segen auf die Gruppe. Kondo, Themroc und Alsheba, eine ehemalige Ritterin der Silberhand standen an ihrer Seite. Ohne Zögern stürzten sie sich auf die Geißel, die Stratholme fest in ihrer Hand hatte. Nur der scharlachrote Kreuzzug setzte sich noch an einer kleinen Front der Geißel entgegen und versuchte verzweifelt die Stadt zurückzuerobern.
Xoranya hatte sich in den Kopf gesetzt, erneut Kontakt zum Kreuzzug aufzunehmen. Der Große Kreuzfahrer führte von hier aus den Kampf gegen die Geißel und Xoranya hoffte, dass seine Anhänger gerade hier aufgeschlossener gegenüber tatkräftiger Unterstützung wären. Doch sobald sie sich dem Tor der scharlachroten Bastion näherten, wurde sie eines besseren belehrt. Die Kreuzzügler hielten sie für Agenten der Geißel und ehe sie sich versah, war ein Kampf entbrannt, der nicht mehr zu stoppen war.
In Xoranya entbrannte Wut ob dieser Sturköpfigkeit. Nun warf sie alle ihren guten Vorsätze über Bord und wollte Dathrohan zur Rede stellen.
Gemeinsam stürmten sie die Kathedrahle. Dathrohan war – wie zu erwarten – äußerst erbost über ihr Eindringen. Und er war auch nicht daran interessiert, seine Motive mit einer einfachen Ritterin der Silberhand zu diskutieren. Doch der geballten Kraft der Paladine konnte er nicht lange standhalten. Als Xoranya glaubte, dass er nun doch endlich aufgeben würde, verwandelte er sich plötzlich in die Gestalt eines Dämons.
„Unwürdige! Glaubt ihr, ihr könnt mir, Balnazzar, etwas entgegensetzen?“ Ein diabolisches Lachen erfüllte den Raum. Xoranya hielt geschockt inne und auch die anderen stellten kurze Zeit ihre Angriffe ein. Sofort fingen sie sich wieder und bekämpften den Schreckenslord.
Als der Dämon zu Boden stürzte, standen sie reglungslos da und starrten auf dessen Körper.
Minuten vergingen, ohne dass jemand fähig war etwas zu sagen.
„Der Große Kreuzfahrer ist ein Dämon?“, brachte Xoranya schließlich mit leiser Stimme hervor. „Unfassbar! Der Kreuzzug muss davon erfahren!“
„Sie werden uns nicht glauben!“, sagte Alsheba. „Sie sind verblendet!“
Xoranyas Gedanken rasten. Was hatte das alles zu bedeuten? Wieso wurde der Kreuzzug von der brennenden Legion infiltriert? Was hatten sie vor?
Alsheba und die anderen waren schon gegangen, als Xoranya aus ihren Gedanken aufschreckte. Sie verdrängte zunächst diese beunruhigende Entdeckung und folgte den anderen. Denn ihre primäre Aufgabe war es, die Geißel in Stratholme zurückzudrängen und ihren Anführer Baron Totenschwur zu beseitigen.
Gemeinsam wüteten sie unter der Geißel, bis sie am Vorplatz der Burg angelangt waren. Er wimmelte von fleischgewordenen Monstrositäten, die aus verschiedenste Lebewesen zusammengesetzt worden waren und mit unnatürlichem Leben erfüllt sich blutrünstig auf alles stürzten, was sich ihnen näherte. Ein seltsamer Dunst lag über diesem Teil der Stadt und Xoranya hatte das dringende Bedürfnis, dies endlich zu Ende zu bringen.

Nachdem der Baron zu ihren Füßen lag, legte sich ihre Anspannung langsam.

Nur eines wollte sie noch: endlich raus aus der brennenden Stadt. Raus aus diesem Alptraum.

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