Fortsetzung:

Es war ein Schwert. Und als Xoranya es berührte, schlug ihr eine Welle der Macht entgegen, die sie noch nie in einem Gegenstand wahrgenommen hatte. Die Untoten wichen von ihr zurück und jene, die es nicht taten, verglühten in der Aura des Lichts, die sie umgab. Schnell eilte sie zu dem sterbenden Kreuzzügler zurück.
Sie kniete nieder und legte ihre Hand auf seine Schulter. Er öffnete die Augen und lächelte.
„Ehre dem Licht. Ihr habt es geschafft!“ Der Mann begann zu husten. Er stützte sich auf einen Ellenbogen und beugte sie nach vorne. Blut tropfte auf den Boden.
„Nehmt das Artefakt und bringt es nach Valgarde zurück. Lord Irulon Wahrklinge erwartet dessen Rückkehr.“ Ein erneuter Hustenanfall ließ ihn sich zurücklehnen. Er packte Xoranyas Handgelenk und zog sie zu sich hinunter. Seine Stimme war nur mehr ein leises Flüstern.
„Kämpft mit Ehre, Freund. Immer – Ehre.“
Der Griff ließ nach und seine Augen schienen durch Xoranya hindurch zu sehen. Sie schloss seine Augenlieder und sprach ein leises Gebet.
„Ich wünschte, wir müssten ihn hier nicht zurücklassen.“
Kondo legte ihr tröstend die Hand auf die Schulter.
Sie sah ihn mit funkelnden Augen an. „Das muss ein Ende finden.“ Das Artefakt fest im Griff wandte sie sich zum Ausgang der Katakomben.

Lord Irulon bedankte sich für den Mut, den sie bewiesen hatten, um dieses einzigartige Artefakt wiederzubeschaffen, das er eigentlich schon für verloren gehalten hatte.
Xoranya war erleichtert es abgeben zu können. Sie hatte das Gefühl, dass es immer schwerer wurde, je länger sie es bei sich trug.
Doch der Lord wurde bei seinen weitschweifenden Ausführungen von dem Kleriker unterbrochen, der neben ihm stand. „Das ist genug, Irulon.“ Er schlug die Kapuze zurück.
Xoranya erkannte das Gesicht, auch wenn es sehr gealtert zu sein schien.
„Lord Fordring, Ihr müsst euch nicht zu erkennen geben!“ Irulon schien völlig entrüstet.
„Der Tod des Mannes und aller Ritter, die an der Wiederbeschaffung dieses Schwertes beteiligt waren, hätte vermieden werden können. Ihr Tod lastet schwer auf meiner Seele.“
„Der Weg zur Freiheit war schon immer mit Tragödien gepflastert, Mylord. Wir können nicht riskieren Euch zu verlieren. Der Orden hätte solch einen Rückschlag nicht verkraften können.“, sagte Irulon.
Fording verzog das Gesicht. „Ich hätte es sein müssen, der das Schwert trug. Diese Bürde ist mir auferlegt worden. Aber Ihr habt Recht, Irulon. Für unsere Freiheit werden wir mit tausenden weiteren Leben bezahlen.“ Er nahm den Aschenbringer und streckte ihn nach oben.
„Hörst du mich, Arthas? Der Argentumkreuzzug wird dich holen! Dein Königreich soll zerbrechen unter dem Gewicht der Gerechtigkeit! Für das Licht!“
Xoranya war ergriffen von der Ausstrahlung dieses Mannes. Und in diesem Augenblick war sie da, die Antwort auf die Frage, die sie seit Jahren quälte. Die sie ziellos umherirren ließ, seit der Orden aufgelöst worden war und alle, die ihr je etwas bedeutet hatten tot oder in alle Winde zerstreut waren. Sie spürte die Aura des Lichts, die von Fordring und dem Aschenbringer ausging und die Wärme durchströmte sie.
Sie sank vor Fordring auf die Knie. „Mylord, seit meiner Jugend diente ich der heiligen Kirche des Lichts. Mit dem Schwert verteidigte ich die Schwachen und kämpfte gegen die Geißel. Das Licht hat mich hierhergeführt, damit ich erkenne, was meine wirkliche Bestimmung ist. Ich möchte mich dem Argentumkreuzzug anschließen. Die Geißel darf nicht die Überhand gewinnen. Arthas muss aufgehalten werden.“
„Wie ist dein Name?“, fragte Tirion.
„Xoranya Connor, Ritterin der Silbernen Hand.“ Sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter und sah hoch.
„Knie nicht vor mir, Xoranya. Nimm dein Schwert und folge mir als Kreuzritter nach Eiskrone. Dort entscheidet sich die Schlacht. Dort wird Arthas die Strafe für seine Verbrechen erhalten. Für das Licht!“
Xoranya erhob sich und ein wohliges Gefühl durchströmte sie. Sie lächelte.
„Ich danke euch, Mylord. Ich diene fortan mit ganzem Herzen und ganzer Seele dem Licht!“

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