Ein Zwerg blättert in einem Gasthauszimmer die Abrechnung des Wirts durch…

„Tse… hoffe Traumfeder fällt nicht in Ohnmacht, wenn ich ihr die vorlege und meine Auslagen erstattet haben möchte…“ Olcs düstere Laune hatte sich den ganzen Nachmittag nicht gebessert. An den Piers von Sturmwind, wo er sich eigentlich nur etwas Wind um den Bart wehen lassen wollte, hatte er eine Gilneerin aufgegabelt, die dort herumlungerte. Sie schien brauchbar zu sein, er hatte sie auf ein Getränk eingeladen und war auf dem Rückweg zum Gasthaus im Zwergenviertel auch noch dieser relikteverrückten Draenei in die Arme gelaufen, welche er mal weit im Norden in einen Trolltempel begleitet hatte. Die lud er gleich mit ein, je mehr, je basser, der Tempel würde schließlich zahlen…

Die Runde am Tisch wurde größer, aber es herrschte bedrücktes Schweigen. Eine nervöse Rayà, ein stummer, finster blickender Gärd, gegenüber eine grimmig aussehende… ähm… Wölfin und – oh Wunder, der Tempel schien sich doch erbarmt zu haben, und hatte jemanden gesendet – Mondpriesterinnovizin Amaranth, stolz und still… sie warteten, tranken, aßen, aber einen Plan hatten sie noch nicht wirklich…

Gärd sieht plötzlich nach rechts zum Eingang der Schänke und seine Augen weiten sich vor Erkenntnis. Olc blickt sich um. Da steht tatsächlich dieser Northshire, nervös zwar, aber er ist gekommen… Olc tauscht ein paar Worte mit ihm, der Typ drückt ihm eine Karte in die Hand. Er rät ihm außerdem, mit dem Aufbruch bis zum nächsten Morgen zu warten, er würde sich in der Nacht mit seinen Peinigern treffen und will Olc von der Übergabe der Scheinzustimmung der Templwache zur Auslösung Connors berichten. Begleiten wollen würde er sie auch, Olc sieht die Runde am Tisch fragend an, alle schütteln den Kopf… Olc lehnt ab, doch sie verabreden sich zur siebten Stunde am nächsten Morgen um die letzten Informationen zu tauschen. Länger will Olc nicht warten…

Sie betrachten am Tisch die Karte, eine gezeichnete Karte der Westlichen Pestländer. Bei Andorhal sind Zeichen und Notizen eingetragen… Olc kennt den Ort nur vom hören, in den Pestländern macht man selten gute Geschäfte. Aber dort müssen sie wohl hin…

Ein Mensch betritt das Gasthaus, kommt an den Tisch, lächelnd und die Runde grüßend. Es ist Falben, ein alter Schlawiner und Rumtreiber und angeblich Studierender – was so genau, weiß wohl nur er selbst. Gärd kennt ihn und Olc und Amaranth hatten ihn vor längerem in Theramore aufgesucht und Rat gesucht. Sie erklären ihm die Situation, Falben sagt Hilfe zu und auch der Name „Northshire“ scheint ihm etwas zu sagen… nichts gutes…

Gärd verlässt den Tisch, sagt nichts, geht. Olc sieht ihm nach, ruft ihm zwergische Worte nach, aber Gärd dreht sich nicht um, er verlässt das Gasthaus… ob er tatsächlich zum Schwarzfels reisen wird? Den wandelnden Tod um Hilfe bitten wird? Olc weiß es nicht, aber hält ihn nicht auf… er kann es nicht…

Die Novizin Rayà wird unruhig, sie will etwas tun, aufbrechen. Und auch die Kaldorei scheint es in Sturmwind nicht länger auszuhalten. Sie sollen vorrausreisen, Olc empfiehlt den Weg zum Nistgipfel im Hinterland, er kennt östlich von dort einen Pass, der hinunter in die verpesteten Länder führt und wahrscheinlich weniger bewacht ist. Sie sollen sich dort umsehen und sich dann mit ihm und den anderen wieder am Nistgipfel treffen…

Er würde hier mit dem Rest, der ihm blieb, bis zum nächsten Morgen warten müssen…

„Tse, einen tollen Haufen habe ich da beisammen…“ Olc flucht leise. „Eine Gilneerin, die sich zum Frühstück Tee mit Schuss vorbestellt hat und wahrscheinlich jeden Moment ausrasten kann…“ Olc schüttelt den Kopf. „Eine Hufgängerin, die uns nur aus Eigennutz begleitet und die für das dreimal hintereinander Sagen von ‚Großartiges Grabungsgerät‘ so lange braucht, wie ich für drei Pfeifchen… ah ja, und Falben, dem Turbane nicht wirklich stehen… ich muss ihm das mal sagen bei Gelegenheit…“

Ein Zwerg stopft sich in einem Gasthauszimmer seufzend ein Pfeifchen…

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