Zwei Zwerge, eine Menschenfrau, ein stiller Kaldorei – wohl ein neues Mitglied der Wache – und ein Gnom, der ein Bekannter der Conners zu sein scheint, tauschen am Pier von Sturmwind ihre Informationen zur Lage aus…

Die Lage war übel, schlimmer noch, als Olc befürchtet hatte. Sie waren nach Goldhain geritten, in voller Stärke, um diesen ominösen Mittelsmann ausfindig zu machen. Gefunden hatten sie einen verwirrten, veränstigten Menschen, der, als er sich von Garde gestellt gesehen hatte, versuchte panisch zu flüchten… „Zu viele… es sind zu viele…“ waren die Worte, die er dabei immer wieder verzweifelt hervorstieß. Weit kam er nicht, weigerte sich aber, zu reden. Erst als sich die Gruppe für Olc als alleinigen Gesprächspartner entschieden hatte, willigte dieser Northshire ein, seine Botschaft preiszugeben. Olc bemühte sich um ein möglichst diplomatisches Vorgehen, im Angesicht der Situation eine wahrhafte Anstrengung für ihn…

Sir Connor war auf seiner Mission in die Westlichen Pestländer einem gezielten Anschlag der Verlassenen zum Opfer gefallen. Vergeltung für seine Taten in Süderstade. Jemand musste Informationen über seine Route preisgegeben haben – wer und warum blieb unklar.

Die Forderung: 10.000 Goldstücke und… ein Leben – im Tausch für das Leben von Sir Kondo Connor. Die Frist für die Antwort der Tempelwache: 3 Tage.
Selbst Olc fühlte bei dieser grausamen, unmenschlichen Forderung Entsetzen in sich aufsteigen…

Northshire, immer noch völlig verängstigt, schien aber eine Spur Vertrauen gefasst zu haben. Er flehte Olc an, seine Familie zu retten, er kannte den Aufenthaltsort – der selbe, an dem Connor festgehalten wurde – und der Rest an Anstand, der noch in ihm übrig sein musste, ließ ihn einen Vorschlag machen. Er würde die fingierte Zustimmung der Tempelwache zu dieser ungeheuerlichen Forderung überbringen, Olc aber eine Karte über den Aufenthaltsort von Connor und seiner eigenen Familie zuspielen… ein gefährliches Spiel, aber es war besser als nichts.

Nachdem Olc diese Informationen an Gärd und Rayà, den stillen Kaldorei und den Gnom weitergegeben hatte, herschte Ratlosigkeit… die einzige Hoffnung eine Karte, die sie noch nicht hatten. Die Garde ohne Führung, ohne Kopf, der Entscheidungen trifft – eine Situation, in die Olc so niemals geraten wollte. Der Gnom erwähnte einen ominösen Onkel der Connors, der in der Feste Sturmwind zu finden sei, und wohl Erfahrung mit den Verlassenen haben sollte…

Im Westflügel der Feste trafen sie auf ihn, er führte sie in einen abgelegenen Raum und hörte sich ihren Bericht an. Olc war skeptisch, dieser sogenannte Onkel war einer von denen, welche tot sind, und doch wandeln… er sprach von Kontakten zur Schwarzen Klinge, von Unterstützung durch einen von denen und holte schließlich noch einen Beutel hervor, der angeblich 10.000 Goldstücke beinhalten sollte. Olc sah mit zunehmender Entrüstung, wie Novizin Rayà den Worten gebannt lauschte und Bruder Gärd tatsächlich nach dem Beutel griff. Er hatte genug gehört und gesehen…

„Es reicht! Vergiftete Worte, vergiftetes Gold! Ich glaube an nicht viel, aber es geht hier um Sir Kondo Connor und Lady Xoranya Connor! Ritter und Paladine des Lichts, tse! Das ist der falsche Weg!“ Olc ist außer sich, die beiden anderen scheinen nicht zu verstehen, versuchen zu beschwichtigen… „Ich werde dieses Gold nicht anrühren, nennt mich Schuft, nennt mich Schurke… tse, aber beim Bart, auch ich habe Grenzen! Das ist nicht mein Weg, und wenn ich allein in die Pestländer reise…“ Olc legt aus Protest die Insignien der Tempelwache ab, überlässt Gärd das Kommando und verschwindet zornig Richtung Zwergenviertel…

Mit einem Pfeifchen im Mund sitz ein Zwerg grübelnd in der Taverne des Zwergenviertels…

Connor hatte auch ihn ausgebildet, Connor war Ausbilder der Garde und Olc erinnert sich gut daran, dass er dabei nie müde wurde, von seinem Glauben an das Licht und seinem Eifer, es in die Welt hinauszutragen, erzählte. Sicher, Olc hatte nicht immer ganz so genau zugehört, es interessierte ihn einfach nicht sonderlich. Aber etwas in Olc sträubt sich dagegen, sich bei der Rettung Connors vor Untoten von ebensolchen helfen zu lassen. Connor würde sich im Grab umdrehen, wenn er davon wüsste und den Platz dazu hätte… oder Olc würde ihm nie wieder in die Augen sehen können. Es war der falsche Weg, Olc ist sich sicher. Und was Lady Connor dazu sagen würde, wenn sie davon wüsste, will er sich gar nicht ausmalen…

Die Novizin Rayà sucht ihn in der Taverne auf, versucht zu beschwichtigen. Olc hört mürrisch zu, verrät er die Garde, wenn er nur auf die Karte hofft? Oder verrät er sie, wenn er sich auf diesen Onkel einlässt? Sie sind nicht viele, sie müssen einig sein. Schweigen.

Olc verschiebt seine düsternen Gedanken und sieht Rayà noch einmal aufmerksam an. Trotz der Situation ist etwas anders mit ihr… sie strahlt etwas aus und Olc meint, ein Glitzern in ihren Augen auszumachen. Olc wird neugierig… was er erfährt, verwundert ihn zunächst, aber er ahnt, dass er es hier mit einer Macht zu tun hat, mächtiger als das Licht, Elune oder seinetwegen auch die der Titanen. Er stellt eine einfache Frage – er wiederholt sie und bekommt schließlich eine Antwort. Olc nickt langsam und zwinkert Rayà zu… Olc wird schweigen.

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