Xoranya schlenderte am Sturmwinder See entlang, als sie eine vertraute Stimme hörte. Den Mann in Rüstung hatte sie erst gar nicht wahrgenommen, da sie so in Gedanken war.
„Mein Stern!“ Es war Kondo und er stürmte zu ihr noch bevor er seinen Helm abgenommen hatte, um sie zu umarmen.
Xoranya musste sich auf die Zehenspitzen stellen, um ihm einen Kuss zu geben, da ihr hochschwangerer Bauch im Weg war, was sie ziemlich nervte. Überhaupt wünschte sie sich mittlerweile täglich, dass das Kind nun endlich kommen möge, da sie sich zunehmend unbeweglich und lästig fand. Bei allen möglichen Dingen des Alltags brauchte sie Hilfe. Ja noch nicht einmal ihre Schuhe konnte sie sich alleine anziehen, weswegen sie sich eigens neue Halbschuhe hatte anfertigen lassen. Aber auch die schienen von Tag zu Tag kleiner zu werden. Es war einfach unerträglich.
Kondo erzählte sie davon, dass sie sich wünschte das Kind bald zur Welt zu bringen. Allerdings verstand er das völlig anders und war offenbar der Meinung, es geschähe jetzt sofort gleich hier. Von einem Moment auf den anderen war er völlig außer sich und Xoranya hatte Mühe ihn wieder zu beruhigen. Er rief sogar nach einem Arzt. Einerseits fand sie diese Sorge um sie wirklich rührend, andererseits bezweifelte sie langsam, ob es so eine gute Idee war, wenn er bei der Geburt dabei war. Am Ende brauchte er noch mehr Hilfe als sie und das Kind. Sie musste schmunzeln.
Kondo setzte sich, um den Schreck erst einmal zu verdauen und Xora tat es ihm gleich. Eine schlechte Idee. Denn als sie beschlossen hatten nach Seenhain aufzubrechen, um die dort angebotenen Häuser zu besichtigen, kam sie natürlich alleine nicht mehr hoch.
Irgendwann saß sie schließlich auf Kondos Mammut und ließ sich durch Sturmwind hinaus in den Wald von Elwynn schaukeln.
Auf der Reise sprachen sie darüber, welchen Namen das Kind nun erhalten sollte. Xoranya wünschte sich so sehr, dass ein Junge nach ihrem Bruder Jordan benannt werden sollte. Kondo hatte keine besonderen Vorlieben und fand auch, dass der Name ihrer Mutter Marielle für ein Mädchen wunderschön klingen würde. So waren sie sich ziemlich schnell einig.
In Seenhain angekommen bewunderten sie die neue Brücke, die nach jahrelanger Arbeit nun endlich fertig gestellt worden war.

Der Ort hat es ihnen beiden gleich angetan. Kondo schwärmte von einem Haus am See und Xora genoß die Ruhe und den Frieden. Seenhain war eine sehr gepflegte Stadt mit hübschen Häuschen. Allerdings waren sie für beider Geschmack und eine junge Familie eindeutig zu klein.

Im zweiten Haus musste sie sich schließlich setzen, da sie ein Ziehen im Unterleib spürte und ihr plötzlich gar nicht mehr gut war. Kondo brachte sie ins Gasthaus und besorgte ein Zimmer. Doch auch im Bett fand sie keine Ruhe, auch als Kondo schon eingeschlafen war.
Immer wieder drehte sie sich von einer Seite auf die andere, stand auf und legte sich wieder hin, doch die Schmerzen verschwanden nicht. Im Gegenteil wurden sie immer stärker und kamen und gingen mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit.
Als die Vögel begannen zu zwitschern, rüttelte sie Kondo an der Schulter.
Verschlafen zwinkerte er sie an.
„Ich glaube es ist soweit,“ sagte sie.

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