Kondos Zeh schimmerte mittlerweile blau bis lila und war auf seine doppelte Größe angeschwollen. Während Xoranya versuchte ihn mit einem nassen Tuch zu kühlen, tönte ihr immer wieder ein „Au!“ und „Uh!“ entgegen.
Sie schmunzelte. Paladine. Die mächtigsten Krieger des Lichts. Sie besiegten Dämonen zehnmal so groß wie sie selbst nur mit ihrer lichtgeweihten Waffe. Sie vernichteten Legionen von Untoten nur mit einem Gebet. Aber im Kampf gegen eine Holztür zogen sie den Kürzeren.
Xora reichte Kondo eine kleine Phiole mit einer giftgrünen Flüssigkeit darin.
„Was ist das?“, fragte er skeptisch.
„Etwas das die Schwellung schneller abklingen lässt!“ Xora lächelte so entwaffnend, dass Kondo den Inhalt wortlos hinunterkippte. Natürlich hätte sie auch ihre lichtgegebenen Heilkräfte nutzen können, um die Schmerzen zu lindern und die Schwellung zu reduzieren. Aber dann wäre Kondo sicher voller Tatendrang ins Kinderzimmer gesprungen, um dort das Regal zu reparieren und dem nächsten Unfall entgegen zu steuern. Da war es ihr doch lieber, wenn er eine Weile schlief und sie sich um die zwei wuseligen Gnome kümmern konnte.

So ging sie nach unten und fand die Gnome dabei, wie sie mit den Besen in der Hand, die sie ihnen eigentlich zum Kehren gegeben hatte, darüber diskutierten, wie man einen Krachbummflitzer umbauen und mit Bürsten versehen könnte, um sich die Arbeit zu erleichtern. Xora konnte dem Gespräch nur mühsam folgen. Aber als die beiden fragten, ob sie Bauteile für ihre neue Erfindung besorgen konnten, war sie gerne bereit sie nach Goldhain reiten zu lassen, nur damit sie Jordan in Ruhe stillen konnte.

Nachdem der Kleine endlich eingeschlafen war, macht sie sich daran unten weiter aufzuräumen, als es plötzlich an der Tür klopfte. Dort stand eine Draenei, die sich als Teli, Anwärterin der Garde, vorstellte und Xora einen vor Blut triefenden Gnollkopf entgegenhielt. Das hatte ihr gerade noch gefehlt, Blut im Haus, der Teppich, auf dem das Weinfass zerschlagen wurde, war ohnehin nicht mehr zu retten. Und so ließ sie die Schamanin ihre Beute in einem der Fässer vor dem Haus entsorgen.
Kurze Zeit später erschien noch eine weitere Bewerberin der Garde, die auch nach Kondo suchte, Mavanas, dem Licht sei Dank ohne den abgeschlagenen Kopf eines Verbrechers. Da Kondo noch schlief, bat sie den Damen zunächst einen Tee an.
Schließlich besuchte sie noch der Diplomat Barigon, um sich nach ihrem Wohlergehen nach dem Einbruch zu erkundigen und zu fragen, ob er irgendwie behilflich sein konnte. Er schlug vor, den Stand der Ermittlungen zu erfragen und sich mit Nachdruck darum zu kümmern, dass die Täter möglichst schnell gefasst wurden. Xora war über jede Hilfe sehr dankbar.
Am späten Abend kehrte auch Nezihe wieder zurück, die sich um eine neue Innenreinrichtung kümmern wollte, damit das Haus bald wieder gemütlich und wohnlich aussah.
Und als sie oben in ihrem Schaukelstuhl saß, um Jordan für die Nacht zu stillen, fielen ihr kurzzeitig vor Erschöpfung die Augen zu.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s