„Warum hast du uns verlassen“
Xoranya schlug die Hände vors Gesicht und wiegte sich vor und zurück.
„Papa, bleib bei mir. Ich habe Angst!“
Sie schüttelte den Kopf. Die Stimmen sollten verschwinden.
„Sir Connor! Seht da!“
„Xoranya?“
Sie zuckte zusammen. Nun hörte sie auch noch seine Stimme.
„Nein, geht weg!“, sagte sie verzweifelt und vergrub das Gesicht wieder zwischen den Händen.
„Mein Stern, was ist mit dir?“
Sie spürte wie jemand ihre Hand nahm und wollte sie wegziehen. Doch ein fester Griff hielt sie, so dass sie verwundert zu dem Schatten vor ihr aufsah.
„Kondo? Du bist es wirklich?“ Freude, Hoffnung, Verzweiflung und Wut überwältigten sie gleichermaßen. Mit einem leisen Schluchzen fiel sie ihm um den Hals.
„Was ist passiert?“, fragte er mit sanfter Stimme.
Xoranya begann zu zittern. „Sie sind alle tot!“
„Wer ist tot?“
„Leutnant Klingenspeer…Myra…alle!“
„Du bist ja ganz kalt, warte ich mache ein Feuer.“ Als Kondo an einem Lagerfeuer hantierte, sah Xoranya, dass noch jemand mit ihm gekommen war. Jener Zwerg, Gärd, den sie beim letzten Training kennengelernt hatte. Sie nickte ihm zu und rutschte nah an das lodernde Feuer.
„Das Schwert hat sie getötet,“ sagte sie schließlich.
„Welches Schwert?“, Kondo sah sie besorgt an.
Sie starrte in die Flammen. „Es bewegte sich wie von Geisterhand und hat sie alle getötet…nur mich…hat es verschont.“
„Das ist aber seltsam“, warf der Zwerg ein.
Kondo nickte.
„Warum ich?“ Xoranya fröstelte wieder.
„Es spürt die Kälte in Eurem Herzen,“ sagte Gärd. „Es will Euren Willen brechen.“
Xoranya stand wortlos auf und verließ die kleine Nische, in der sie Schutz gesucht hatte. Langsam schritt sie den Gang in Richtung der großen Halle entlang, hinter ihr Kondo und Gärd.
Die Halle war leer. Ein eisiger Dunstschleier schwebte dicht über dem Boden. Eiskristalle glänzten an den Wänden. Und in der Mitte schwebte über einer Art Altar ein gewaltiges Schwert, das Schwert.
Ein Schauer lief über Xoranya.
„Da ist es wohl,“ sagte Gärd und lief zielstrebig darauf zu, noch bevor jemand ihn hätte hindern können. Xoranya wollte schreien, doch ihre Stimme versagte.
Nichts geschah.
Gärd betrachtete das Schwert. „Es wird kälter, wenn man sich ihm nähert,“ stellte er nüchtern fest.
„Ich kenne dieses Schwert,“ sagte Kondo. „Frostgram!“
Xoranya dachte kurz nach. „Frostgram,“ sagte sie gedehnt. “Es heißt, in ihm seien die gequälten Seelen derjenigen gefangen, die durch seine Klinge den Tod fanden.“
Kondo nickte stumm.
„Wir müssen es zerstören,“ sagte Gärd bestimmt. „Es wird Euch sonst nicht loslassen, Mylady.“
Xoranya sah überrascht zu Gärd, dann zum Schwert. „Meint Ihr wir könnten das?“
Kondo trat nach vorne. „Aber nicht allein. Dafür brauchen wir Hilfe!“

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