Einige Tage zuvor:

Das Lagerfeuer knisterte und einzelne Funken stoben durch den Wind nach oben.
In der Valianzfeste der Boreanischen Tundra war es am späten Nachmittag sehr still geworden. Nur manchmal war ein fernes Kampfgeräusch zu hören. Kondo schaute ins Feuer und dachte an die kommende Aufgabe. Es wird nicht leicht für die Tempelwächter werden. Diejenigen, die in Nordend verweilten, musste er einem Test unterziehen. Sie kämpften nicht oft miteinander gegen die Verderbnis. Deshalb konnte er nicht alle nach ihren Kampffertigkeiten beurteilen. Das würde sich nach dem Training ändern.
Kondo suchte ein Weg, um die Tempelwächter zu motivieren. Ein simples Kampftraining hatte hier kein Platz. Kämpfen könnten Sie, da war er sicher. Er suchte einen Zwischenweg, den er einschlagen konnte. Sie sollten lernen zu improvisieren und sich gegenseitig im Kampf zu vertrauen.
Er musste Sie fordern. Ihre Grenzen sollten Sie kennen lernen. Hier zählte nicht nur die Erfahrung, die sie bisher sammelten. Er wollte mehr. Mut, Ausdauer, Schlagfertigkeit und Selbstkontrolle. Der einfache Weg ist nicht immer der beste. Das sagte ihm „Rohna“ schon damals, als er anfing, den Kampf zu lernen.
Ein lächeln umspielte seinen Mund. Er hatte plötzlich die schwerste Erfahrung, die er damals machte im Kopf. Kondo spürte die Gänsehaut, als die Bilder zurück kamen. Wie „Rohna“ ihm zeigte mit bloßen Händen zu töten. Er schüttelte den Kopf und vertrieb den Gedanken. Das sollte er schnell wieder in seinem Inneren vergraben.
Kondo überlegte, wie er die Tempelwächter weiter fordern konnte. Eine Idee entstand. Er nahm ein Blatt Papier und schrieb sich ein paar Notizen auf.

Trainingsabläufe:
– Ein Schritt zu viel
– Schicht im Schacht
– Guhlmania
– Heiße Sohlen

Diese vier Trainingseinheiten würden ihm zeigen, was der einzelne zu bieten hatte. Danach würde er sie für die große Aufgabe einteilen können.

Es dämmerte. Kondo holte sein Pferd aus dem Stall und inspizierte die einzelnen Bereiche, wo das Training stattfinden sollte.
Er schlug mit der Faust in seine Handfläche. „Das ist es!“

Beginn des Trainigstages:

Xoranya schlief fest. Kondo schlug sein Kommandeursbuch auf und schrieb einen internen Bericht, den er später an Saviya weiterleiten wollte.

Das heutige Tranig verlief nicht gut.
Am Brunnen in der Valianzfeste erklärte er ihnen, was in nächster Zeit auf sie zukommen würde. Und das die heutige Prüfung unter dem Motto „Improvisation“ stehen würde.
Unweit der Feste war ein ehemaliger Bauernhof, der von der Geißel überrannt wurde. Vor dem Rathaus erklärte er Ihnen, was sie tun sollten. Die Uhr von Chromi wollte er benutzen, um die Zeit zu stoppen, die jeder braucht, um durch die Mine zu kommen. Unterwegs sollten sie alle Gegner ausschalten. Die Zeit war nur für ihn wichtig. Die „Improvisation“ stand hier im Vordergrund.

Themroc war der erste. Er meldete sich freiwillig und Kondo erklärte es allen noch mal, was er sehen wollte. „Rein in die Mine, alle Gegner ausschalten und wieder raus. Themroc erledigte diese Aufgabe sehr gut. Schon nach kurzer Zeit waren beide zurück.
Als zweite meldete sich Manari. Zuerst sah es danach aus, das Manari es richtig umsetzte. Sie sattelte ihr Reittier schnell und stürmte los. Kondo musste sich beeilen, um hinterher zu kommen. In Gedanken sagte er sich „Nicht schlecht“. Aber dann versagte sie. Sie ließ den ersten Gegner stehen, besann sich, kehrte zurück und kämpfte. Das kostete Zeit. Zu viel Zeit.
Als sie zurück kehrten wurde sie auch noch aufmüpfig und sagte zu Kondo, das er zu langsam sei. Kondo schüttelte mit dem Kopf. Da war es wieder. Diese Überheblichkeit, die er nicht ausstehen konnte. Er würde Sie später darauf ansprechen.
Xoranya war die nächste. Da er im Training unparteiisch sein musste, nickte er ihr nur zu und sagte „leg einfach los“. Sie lief los.
„Jeder Gardist stürmte in die Mine und kämpfte gegen jeden einzelnen Gegner. Aber nicht Xoranya! Sie setzte seine Vorgaben sehr gut um.“ Sie verspottete unterwegs alle Gegner, rannte bis zum Ende der Mine und bekämpfte dort alle Gegner. Kondo war verblüfft. Damit hatte er nicht gerechnet. Diese vorgehensweise katapultierte sie in der Zeit nach vorn. Als sie zurück waren und Kondo die Zeit verkündete, benahm sich Manari sehr daneben. Sie zweifelte das Ergebnis an und beschwerte sich, das Kondo die Aufgabe nicht richtig erklärt hätte. Kondo war sehr überrascht von diesem ungebührlichen Verhalten. Das ist nicht das Benehmen einer Tempelwache. Kondo machte sich in Gedanken eine Notiz. So ein Verhalten konnte er nicht dulden. Sollte sie sich noch einmal so benehmen, müsste er sie abkommandieren.
Alle, bis auf Manari hatten die Aufgabe richtig umgesetzt, was bedeutete, dass er sie richtig stellte. Bei sich dachte er „Nun haben sie schon so große Ohren und verstehen es trotzdem nicht?“ Oder war Manari nur unkonzentriert?
Elrike erledigte die Aufgabe kurz und schmerzlos. Sie legte eine gute Zeit hin.
Olc wiederum verblüffte ihn ein weiteres Mal. Gemütlich lief er zur Mine und kämpfte mit bloßen Fäusten die Gegner nieder. Kondo schüttelte den Kopf. Seine Waffen nicht mit zum Training zu bringen ist unglaublich. Auch das würde Konsequenzen haben.
Am Ende des Trainings verabschiedete er sich von allen und stellte Manari allein zur Rede. Ob sie daraus lernen würde, würde das nächste Training zeigen. Mit diesem Verhalten bestärkte sie sein Unverständnis. Ein so altes Volk müsste doch nach so langer Zeit mehr verstehen als andere. Sie glauben immer besser zu sein als andere. Und wenn sie geprüft werden und sich herausstellt, dass sie es nicht sind, verstehen sie es nicht. Genau so ein Verhalten kann den Untergang bedeuten.

Die absolvierte Trainingseinheit ist gescheitert. Kondo war sehr enttäuscht über das Verhalten einiger Tempelwächter. Die Tempelwache ist noch nicht bereit sich dem Kampf gemeinsam in Nordend zu stellen. Ungebührliches Verhalten und das nicht mitbringen von Waffen zum Training sind Beweis genug. Jeder Einzelne mag stark sein, doch zusammen können Sie noch nicht bestehen.

Müde legte er sich zu Xoranya und schlief ein.

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