Letztendlich war alles zu viel für Xoranya geworden. Die kurzen Nächte mit dem Baby, die viele Arbeit im neuen Haus nach dem Einbruch und nun auch noch die Nachricht, dass die Ermittlungen eingestellt worden waren und man die Täter offenbar ungestraft davon kommen lassen wollte. Kondo hatte sie nach oben gebracht, nachdem sie unter den Augen der Gnome und Barigons, der die Nachricht überbracht hatte, zusammengebrochen war. Zuvor hatte sie Kondo noch die Metallspitze gegeben, die sie beim Aufräumen neben einer der aufgebrochenen Kisten gefunden hatte. Sie hatte nur noch mitbekommen, wie die Nachtelfen Hiavata und Amaranth die Spitze an sich nahmen und sich auf die Suche nach den Banditen machen wollten.
Nachdem sie sich ins Bett gelegt hatte, versuchte Kondo sie damit zu beruhigen, dass er die Gnome anweisen würde für ihren Schutz zu sorgen und dass er aus Darnassus zurückkehren würde sobald es nur ging. Ein schwaches Lächeln war alles, was sie noch fertig brachte.
Doch der Schlaf war nicht erholsam.
Ihr kam es vor als wären erst ein paar Minuten vergangen, als es an der Tür klopfte. Sie schreckte hoch und sah Amaranth im Türrahmen stehen.
„Verzeiht die Störung,“ sagte sie ruhig und kam langsam an das Bett heran. „Wir haben ein Banditenlager entdeckt und bei einem diesen Brief gefunden. Leider kann ich ihn nicht entziffern. Vielleicht könntet Ihr uns helfen?“
Xoranya rieb sich die Augen und nahm den Brief entgegen. Er war verdreckt und die Enden waren abgeknickt, das Siegel war aber noch nicht gebrochen. Es erinnerte sie an die Zeichen, die bei den Elfen gebräuchlich waren, aber soetwas hatte auch sie noch nicht gesehen.
Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, öffnete sie den Brief und überflog ihn kurz. Von einem Augenblick zum nächsten wurde sie leichenblass.
„Was habt Ihr? Was steht da?“ Amaranth sah sie sorgenvoll an.
Xoranya schluckte und las mit heiserer leiser Stimme vor.

Nachdem sie geendet hatte, ließ sie den Brief fallen und rollte sich wieder auf dem Bett zusammen. Dass nun auch die Gnome hereingekommen waren und sich mit Amaranth angeregt zu unterhalten begannen, war ihr egal.
Das alles war nur ein böser Traum. Und wenn sie wieder aufwachen würde, dann war alles wieder in bester Ordnung.

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