Xoranya stand in Gedanken vor dem Briefkasten in Astranaar. Sie hatte einige Briefe in der Hand und studierte sie. Neben ihr stand ein Nachelf, der sie um mehrere Köpfe überragte.
Plötzlich hörte sie ein eigenartiges Gurgeln hinter sich und ein Ghul stürzte sich auf den Nachtelfen. Die Schildwache am Eingang zum Gasthaus war sofort zur Stelle und bekämpfte das Monster. Xoranya zog geistesgegenwärtig ihr Schwert und stach in das Bündel aus verwesendem Fleisch und Knochen. Der Ghul riß mit seinen Klauen eine Wunde in Xoranyas Oberarm. Der Schmerz war so stark, dass sie benebelt zurückwich. Sie spürte ein Brennen, das sich von der Wunde ausbreitete und wirkte sofort einen reinigenden Zauber auf sich. Das Brennen verschwand und sie wurde wieder klarer im Kopf. Voll Erschrecken musste sie mitansehen, wie sich der Nachtelf nun ebenfalls in einen Ghul verwandelte. Beide stürzten sich auf sie. Xoranya ergriff die Flucht. Die Ghule folgten ihr, wurden aber von weiteren Schildwachen aufgehalten und niedergestreckt. Sie legte einen Verband um ihre Wunde und eilte zum Flugmeister.
Xoranya war mit Kondo in Goldhain verabredet. Dort sollte sich der kopflose Reiter herumtreiben, der die Dörfer in Brand setzte und sich an dem entstehenden Chaos belustigte. Die beiden Paladine wollten die Bürgerwehr unterstützen, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Kondo war schon in Goldhain, als Xoranya dort ankam. Als sie ihn sah, hatte sie den Schrecken von Astranaar, von dem sie erzählen wollte, auch schon vergessen.
Kondo begrüßte sie herzlich und Xoranya konnte sich nur schwer zurückhalten, ihn in den Arm zu nehmen.
Noch während sie sich unterhielten, ertönte die durchdringende Stimme des Wiedergängers und die ersten Feuer brachen aus. Gemeinsam schickten sie sich an, die Feuer zu löschen.
Nachdem die Flammen erstickt waren und der Rauch sich verzogen hatte, ließen beide sich im Gasthaus vor dem Kamin nieder.
Kondo erzählte ihr von seiner Vergangenheit und seinem traurigen Schicksal. Doch welches Schicksal wäre unbefleckt von den Schrecken der letzten Kriege, die Sturmwind und Lordaeron gepeinigt hatten.
Xoranya selbst hatte die Invasion der Orks als Kind miterlebt und auch ihr Leben war von Leid und Entbehrung, von Flucht und Trauer geprägt.
Die Trennung von ihrem Vater nagte immer noch an ihr. Dabei war er damals so stolz gewesen, dass der Orden der Silberhand sie aufgenommen und ausgebildet hatte. Aber der Hass ihrer Stiefmutter hatte sie bisher daran gehindert, ihre Familie zu besuchen. Auf ihre Briefe antwortete nur Xoranyas Bruder.
Als der Abend schon weiter fortgeschritten war, traf auch Orbasan ein, der erfahrenste Paladin der Tempelwache. Xoranya freute sich, ihn nach so langer Zeit wiederzusehen.
Er berichtete von merkwürdigen Ereignissen, einer eigenartigen Seuche, die sich in Azeroth ausbreiten sollte. Und da fiel auch Xoranya wieder ein, dass sie von ihrem Erlebnis in Astranaar berichten wollte.
Orbasan hörte sich ihre Ausführungen ruhig an. „Diese Angelegenheit müssen wir weiter im Auge behalten, Xoranya. Mir scheint da etwas ganz Ungutes im Gange zu sein.“
Xoranya nickte.
Ihre Gespräche lockten noch einen weiteren Paladin an, der sich rege an ihrer Diskussion beteiligte. Doch Xoranya war schon zu müde, um den Ausführungen der beiden erfahrenen Paladinen folgen zu können. Auch der Wein hatte sein übriges getan.
Sie beschloss die Nacht in diesem Gasthaus zu verbringen und verabschiedete sich höflich von den Männern.

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