Der faulige Geruch von verwesendem Fleisch lag in der Luft. Rücken an Rücken standen sie beieinander, umgeben von einer Horde von Ghulen.
Der Boden war verbrannt, die Pflanzen gaben giftige Dämpfe von sich. Das Atmen wurde zur Qual, ihre Augen brannten.
Zwei Ghule stürzten sich auf sie. Sie schwang ihren Streitkolben und zerschmetterte die Fratze des einen. Mitten im Schwung riss sie den anderen von den Beinen. Doch sofort nahmen andere ihren Platz ein. Die Monster aus Knochen und Hautfetzen gierten nach Frischfleisch.
Sie hob die Hand und ein gleißender Lichtblitz teilte die Luft. Dort wo er eingeschlagen war rauchten mehrere verkohlte Klumpen Fleisch.
Sie drehte sich um, um zu sehen, ob er Hilfe brauchte. Doch sie war allein. Sie wollte seinen Namen schreien, doch ihre Stimme versagte.
Gierig sabberndes Gurgeln ganz in ihrer Nähe ließ sie zusammenzucken. Sie drehte sich um, den Streitkolben zum Angriff bereit. Mehrere Ghule bewegten sich auf sie zu. Sie holte zum Schlag aus und ihr wurde schwarz vor Augen.

Schweißgebadet saß Xoranya im Bett. Ihr Herz raste und sie atmete schwer. Helles Tageslicht erleuchtete den Raum und sie erkannte, wo sie sich befand. Die güldene Rose, Xoranya strich sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht. Ihr Nachthemd klebte an ihrem Körper.
Sie schob die Bettdecke beiseite und ging zur Kommode rüber, wo eine Wasserschüssel stand. Sie wusch ihr Gesicht und schaute in den kleinen Spiegel an der Wand.
Ihre Augen lagen tief in ihren Höhlen. Die zartrosa Haut war fahl und blass.
Seit sie vom Tod ihres Vaters erfahren hatte, plagten sie nachts Albträume.
Sie hatte gehofft, in diesem Gasthaus Ruhe zu finden. Xoranya warf einen Blick nach draußen, um abschätzen zu können, wie spät es war. Vom Marktplatz hörte man, wie die Marktschreier ihre Waren anpriesen, die Sonne stand noch hoch am Himmel. Es musste später Nachmittag sein.
Xoranya trat in den Gang hinaus und sah eine Magd mit einem Korb Bettwäsche vorbeigehen. Sie winkte sie heran. „Ich möchte gerne ein Bad nehmen.“
Die Magd knickste. „Ich werde Euch Bescheid geben, wenn das Wasser heiß ist, Mylady.“
Kondo hatte sie heute Abend zum Tanzen eingeladen. Bis dahin musste sie wieder fit sein.

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