Der Hochberg

Die Tauren von Hochberg hatten um Hilfe ersucht, denn die Drogbar hatten gewaltsam den Hammer von Khaz’goroth an sich gebracht und tyrannisierten nun die Bewohner des nördlichsten Landstriches der verheerten Inseln. Als sie in Donnertotem ankamen, erfuhren sie dass die verschiedenen Taurenstämme so sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt waren, dass es derzeit unmöglich war sie gegen die Bedrohung durch die Drogbar geschweige denn gegen die Legion zu vereinen. Diese schwierige Aufgabe lastete auf Mayla, Nachfahre des ehrwürdigen Huln Hochberg, der vor 10 000 Jahren gegen die Brennende Legion gekämpft hatte.
Kondo und Xoranya kam nun die Aufgabe zu, den Stämmen im Namen Maylas ihre Hilfe anzubieten, damit sie im Gegenzug der Vereinigung der Stämme Hochbergs zustimmten.

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Zunächst suchten sie Jale vom Stamm der Flussmähnen auf. Die alte Taurin war sehr erfreut, dass sich Mayla für ihre Probleme interessierte und Hilfe geschickt hatte. Denn die Felder und Fischgründe der Flussmähnen wurden von den Drogbar vergiftet und selbst ihr Dorf war in Gefahr, vom Unterkönig Dargrul überrannt zu werden. Während die beiden Paladine die Drogbar in ihre Schranken wiesen, gelang es jedoch dem Unterkönig das Dorf anzugreifen und die Macht des Hammers zu demonstrieren, den er in seine Gewalt gebracht hatte. Dort wo einst zahlreiche Taurenzelte standen, zerklüfteten nun gewaltige Kristallformationen die einst friedliche Landschaft.
Unter dem Kommando von Kriegerheld Oro verfolgten sie Dargrul in eine Höhle, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.
Kriegerheld Oro schrie: „Dargrul der Unterkönig! Steigt herab und stellt Euch dem Urteil jener, die Ihr verraten habt.“
„Ihr wagt es, mich herauszufordern?“ Dargrul schwang den Titanenhammer und die Taurenkrieger erstarrten zu Stein. „Geht, Shan Ronir. Verkündet den anderen von der Verdammnis, die ich ihnen mit diesen Hammer bringen werde.“
Xoranya und Kondo gelang es sich zu befreien, doch die versteinerten Tauren mussten sie zurücklassen. Xoranya betete für ihre Seelen und folgte dann Kondo zurück zu Jale Flussmähne.
„Dargrul war so dreist, den Hammer von Khaz’goroth direkt vor mir und den anderen Häuptlingen zu stehlen. Unser letzter Oberhäuptling, Ulan, gab sein Leben bei dem Versuch, ihn aufzuhalten. Mayla trägt nun das Totem ihres Vaters, doch sie ist noch nicht Häuptling. Dargrul hat nicht nur einen Hammer geraubt, er hat unser Volk entzweit, einen Keil zwischen unsere Stämme getrieben,“ erzählte Jale, während sie nach Donnertotem zurückkehrten.
So langsam wurde ihnen bewusst, welche Mammutaufgabe es war die Stämme wieder zu vereinen.

Zunächst trafen sie sich mit Geistwandler Ebenhorn, um mehr über die Geschichte der Tauren vom Hochberg zu erfahren. Und so begann der greise Schamane mit seiner Erzählung:
„Lasst mich Euch die Legende von Huln Hochberg erzählen. Lange Zeit bekriegten sich die Tauren dieses Berges. Zahllose Leben – ganze Stämme – gingen verloren. Eines Tages kehrte Huln Hochberg von einer jener Schlachten zurück und fand sein Volk… niedergemetzelt von einem unbekannten Feind. Mit seiner Trauer ringend rief Huln die Anführer der verbliebenen Stämme zusammen. Er überzeugte sie davon, sich gemeinsam dieser neuen Gefahr zu stellen.
Huln war ein mächtiger Krieger und Ahnherr unseres Stamms. Er folgte dem Ruf von Krasus und stellte sich der Legion entgegen. Mit dem Adlerspeer besiegte er unzählige Dämonen. Hulns Fähigkeiten im Kampf waren unerreicht.
Huln suchte Eche’ro. Ein Tier, das im Kampf gegen zahllose Dämonen verletzt wurde.
Malfurion Sturmgrimm wartete ungeduldig auf die Ankunft von Huln und seiner Taurenverstärkung. Vom Himmel aus unterstützte sie der Drache Korialstrasz, auch bekannt als Krasus. Selbst der Herr des Waldes, Cenarius, erkannte Hulns Größe. Er überreichte ihm ein Geschenk, das sich noch heute in unserem Besitz befindet: die Hörner von Eche’ro.
Malfurion strengte sich an, Verstärkung aus einem blühenden Reich jenseits der Grenzen physischer Schöpfung zu rufen. Er benötigte Schutz, um die letzten magischen Beschwörungen durchzuführen.
Jarod Schattensang erwartete Hulns Ankunft auf dem Schlachtfeld weiter unten. Er hatte eine spezielle Aufgabe für Hochberg, während er seine Truppen organisierte und befehligte. Schattensang bat Huln um einen letzten Gefallen. Er sollte Tichondrius, den Fürsten der Nathrezim, niederstrecken. Sollte er fallen, dann würde der Angriff auf Azshara scheitern und das Gleichgewicht wiederhergestellt.
Mit dem Adlerspeer vertrieb Huln Tichondrius aus dieser Welt. Nach dem Krieg der Ahnen kehrte Huln in seine Heimat zurück, seitdem trägt sie seinen Namen.“
Als der Geisterwandler geendet hatte, schwiegen die beiden Menschen noch eine Weile. Zu ergreifend war diese Geschichte gewesen.
„Beeindruckend,“ sagte Xoranya schließlich. „Ich wusste gar nicht, dass die Tauren solch großen Anteil am Sieg über die Legion hatten.“

Ebenhorn bat sie anschließend, ihn und Mayla zu begleiten. Es ging darum die Traditionen zu wahren und Mayla auf ihre zukünftige Aufgabe als Häuptling vorzubereiten. Sie ritten den Berg hinauf und gelangten in eine Höhle. Dort befanden sich mehrere Kohlebecken, die jeweils eine Vision für Mayla bereithielten. Gemeinsam erfuhren sie wie die Drogbar Neltharions Rüstung schmiedeten und wie sie von dem Hammer erfuhren, den Todesschwinge wie seinen Augapfel hütete. Huln Hochberg half den Drogbar sich aus der Knechtschaft Todesschwinges zu befreien, indem er ihn mit Hilfe des Hammers verbannte.
Geistwandler Ebenhorn sagte: „Unser Volk braucht einen Anführer wie Huln. Einen Krieger, dessen Stärke und Mut jedes Hindernis überwinden. Ihr besitzt diese Eigenschaften, Mayla. Doch da ist noch etwas, was Ihr erfahren müsst.“
Die anschließende Vision zeigte wie Huln und die Drogbar Todesschwinges Eier fanden. Die Drogbar wollten sie alle zerstören, doch Huln glaubte dass nicht alle verdorben waren. Da begann einer der Welpen zu schlüpfen und Huln gab ihm den Namen Ebenhorn.
Als die Vision verblasste, verwandelte sich der Geistwandler in einen schwarzen Drachen und enthüllte so seine wahre Gestalt. Mayla war noch überraschter als die beiden Paladine.
Der Drache erklärte Mayla zum Oberhäuptling gemäß der uralten Traditionen und gemeinsam kehrten sie nach Donnertotem zurück.

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Ihr diplomatischer Auftrag führte sie zum Stamm der Himmelshörner. Doch der Häuptling, Lasan Himmelshorn, hatte gerade andere Probleme, um die er sich kümmern musste. Die Harpyien setzten seinem Stamm sehr zu und hatten sogar sein Dorf in Brand gesetzt. Außerdem stahlen sie die Rocs, mit denen die Tauren friedlich zusammengelebt hatten und benutzten sie für ihre heimtückischen Angriffe.
Gemeinsam dezimierten sie die Harpyien und befreiten die versklavten Wildvögel. Schließlich kämpften sie sich den Berg hinauf und entrissen der Hexenkönigin ihre Macht.
Aus Dankbarkeit für ihre Hilfe sagte Lasan zu, persönlich Mayla aufzusuchen und ihr die Treue zu schwören. Seine Adlerreiter sollten indessen für den Schutz Donnertotems sorgen.

Doch schien damit das Harpyien-Hexenproblem nicht abschließend gelöst zu sein, denn ihr nächster Auftrag führte sie in den Hexenwald, wo der Stamm der Bluttotems ansässig war.
Und das erste was sie tun mussten, um dem Stamm ihre Loyalität zu beweisen war die Ausrottung der Harpyien in diesem Wald. Nichts leichter als das!
Als sie erfolgreich zurückkehrten und sich als vertrauenswürdig erwiesen hatten, um dem Häuptling vorgeführt werden zu können, versuchte ein eingesperrter Drogbar ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Er flüsterte ihnen zu, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging und warnte sie vorsichtig zu sein. Da das Gebaren des Häftlings sehr eigenartig war, beschlossen sie sich etwas genauer umzusehen. Und tatsächlich entdeckten sie Trinkbecher, die mit Teufelsblut versetzt waren. Die brennende Legion schien diesen Stamm infiltrieren zu wollen. Als die den Drogbar dazu befragen wollten, war dieser jedoch aus dem Käfig entfernt worden.
Um den Häuptling Torok Bluttotem treffen zu dürfen, mussten sie eine weitere Prüfung bestehen: einen Ritualkampf.
Man führte sie immer tiefer in eine Höhle und ein sehr ungutes Gefühl beschlich die beiden.
Als sie ihren Kampfgegner erreicht hatten, erkannten sie den Drogbar aus dem Käfig.
Gerade als er sie warnen wollte, dass es sich um eine Falle handelte, öffnete sich ein Teufelsportal hinter ihnen und ein Dämon schritt hindurch.
Torok Bluttotem lachte hämisch, als sich der Dämon auf sie stürzte, um ihnen ihre Seelen zu entreißen. Ein erbitterter Kampf entbrannte, in dem sich schnell zeigte, dass der Dämon es durchaus mit den beiden Paladinen aufnehmen konnte. Doch da zeigte ihnen der Drogbar eine Rune, die sie anwenden sollten, was das Blatt sofort wendete. Der Dämon verlor an Macht und wurde schnell durch die Kraft des Lichts besiegt.
Gerade als Torok im Angesicht der Niederlage seine Krieger auf sie hetzen wollte, rief der Drogbar die Macht des Berges an und teleportierte sie an einen sicheren Ort. Dort stellte er sich als Navarrogg vor und erklärte, dass er schon länger beobachtete wie sich die Bluttotems der brennenden Legion unterwarfen. Die beiden Paladine halfen ihm den Angriff auf die Teufelstotem vorzubereiten, wie sich der Taurenstamm mittlerweile nannte. Letztendlich gelang es ihnen Torok zu stellen und seine Herrschaft zu beenden.
Danach führte Navarrogg die Menschen in die Dunkelsteingrotte, wo sein Stamm lebte. Er hieß sie als Freunde willkommen und sagte seine Unterstützung Maylas als neuer Oberhäuptling zu.

Sie kamen gerade rechtzeitig wieder nach Donnertotem, um zu erfahren dass der Unterkönig mit seiner Offensive gegen den Hochberg begonnen hatte. Auf der Schneeblinden Hochebene traf seine Armee auf die Verteidiger des Hochbergs.
Mehrere Belagerungswürmer hielten die Verteidiger in Schach, als Xoranya und Kondo dort eintrafen. Sie schickten die Würmer ins Erdreich zurück und brachten die Drogbar dazu, sich zurückzuziehen. Dargrul besetzte daraufhin das Dorf der Schneemähnen und nahm Gefangene.
Die beiden Paladine wurden hinter die Kampflinie entsandt, um die Geißeln zu befreien.
Als sie Dargrul stellen wollten, setzte dieser seinen Hammer ein und verwandelte den gesamten Berg in eine gewaltige Kristallformation. Das Dorf war mit einem Schlag ausradiert.
Mithilfe der Adler des Himmelshörner flogen sie Angriff um Angriff, bis Dargrul gezwungen war sich in den Berg zurückzuziehen. Bevor sie des Hammers habhaft werden konnten, floh er jedoch in Neltharions Hort, wo er sich sicher wähnte.
Doch er hatte die Rechnung ohne die Menschen gemacht. Sie würden mit Verstärkung wiederkehren und ihn in seinem Versteck aufspüren. Und dann konnte ihn keine Titanenwaffe mehr vor dem gerechten Urteil retten.

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Genns Rache

Xoranya stand am Feuer, auf dem ein riesiger Fisch schmorte, und schaute skeptisch zum wolkenverhangenen Himmel, aus dem es gerade noch wie aus Eimern geschüttet hatte. Doch nun bahnten sich erste Sonnenstrahlen ihren Weg durch das trübe Grau und zerrissen den Himmel.
Aus einem dieser Lichtkegel löste sich plötzlich eine Gestalt auf einem Greifen und setzte zum Landeanflug auf Valdisdall an. Kondo kam strahlend auf sie zu und umarmte sie. „Es ist schön dich zu sehen.“
„Gerade hat es noch geregnet. Kaum kommst du, herrscht Sonnenschein!“
Kondo lachte: „Odyn meint es gut mit uns.“
„Oh, etwas Wohlwollen der Götter können wir brauchen. Genn hat Sylvanas ausfindig gemacht. Wir sollen zu ihm kommen und ihm helfen sie dingfest zu machen.“ Xoranya deutete auf zwei Greifen, die schon auf sie warteten.
Ein kurzer Flug zur Grauen Wacht stand ihnen bevor. Dort erfuhren sie, dass die Verlassenen versuchten die Stellung der Allianz mit ihrer Seuche zu vernichten. In den umliegenden Wäldern suchten sie nach den Vorratslagern und setzten sie in Brand. Dabei stießen sie auf Späher der Verlassenen, die Befehlsschreiben von Sylvanas bei sich trugen. Offenbar hatte die Vrykulstadt Skold-Ashil ihr Interesse geweckt. Um herauszufinden, was die Bansheekönigin dort vorhatte, trafen sich die beiden Paladine mit Lorna Crowley.
Lorna glaubte, dass Sylvanas Interesse an den Schildmaiden mit deren Riten zu tun haben musste. Allerdings war bisher nichts über die Bräuche der Vrykul bekannt. Also lag es an ihnen Informationen in der Stadt zu sammeln. Doch die Schildmaiden der Wellenskorn waren alles andere als erfreut über ihre Anwesenheit. Als ehrenhafte Kriegerinnen verteidigten sie ihre Stadt gegen die scheinbaren Eindringlinge. Kondo und Xoranya fielen die bunt bemalten Schilde auf, die verschiedene Szenen eines Ritus abbildeten.
Mal war darauf eine vor einem Speer kniende Schildmaid zu sehen, mal Eyir wie sie eine geflügelte Schildmaid in den Tempel geleitet. Dann konnte man selbige geflügelte Schildmaid, die verblüffend einer Val’kyr ähnelte, erkennen, wie sie den toten Körper eines Vrykul vom Schlachtfeld erhob und forttrug.
Außerdem fanden sie Pergamente mit einem Epos über das Leben von Ashildir, der alten Königin der Valkyra, die sie schon aus einer von Odyns Prüfungen kannten.
Nachdem sie all dies erfahren hatten, suchten sie Lorna, die sich in dem Dorf mit ihnen treffen wollte. Sie hörte sich ihre Erzählungen an und verzog das Gesicht. Offenbar wollte Sylvanas mit Eyirs Hilfe weitere Val’kyr für ihre eigenen Bedürfnisse erschaffen. Ganz sicher würde sich Eyir ihrem Willen nicht beugen und war daher in Gefahr. Sie mussten also einen Weg in den Tempel finden, um Eyir zu schützen. Und die einzige Möglichkeit Eyirs Wohlwollen zu erwecken war es, die Aszendentenriten zu vollziehen.
Auf dem Platz vor dem Tempel waren Schreine mit den Ritualgegenständen, mit denen die erwählten Schildmaiden um Eyirs Segen baten. Diese mussten sie zunächst an sich bringen.

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Nachdem sie alle Teile erhalten hatten, knieten sie vor der Statue am Eingang des Tempels. Da erschien Ashildir: „Wie bitte? Der Held von Helheim verlangt Zutritt zur Kammer? Ich weiß, Ihr seid würdig. Ich gewähre Euch eine Audienz bei Eyir. Ihr dürft eintreten, doch erwartet nicht, dass Eyir Euch so schätzt wie ich. Findet Euer Schicksal in der Kammer. Möge Eyir Euch Flügel geben.“
Vor der Kammer des Tempels warteten schon Genn Graumähne und seine Soldaten. Kondo und Xoranya gingen voran. Doch sie wurden nicht ehrenvoll von Eyir empfangen, sondern mussten mitansehen wie die Titanenwächterin von Sylvanas mithilfe einer Seelenlaterne unterdrückt wurde. „Verräterische Banshee! Du weiß nicht worin du dich einmischst!“
„Unterwirf dich! Die Val’kyr …..gehören mir.“
Aus der tiefen Dunkelheit des Tempeleingangs grollte Genns Stimme: „SYLVANAS! Deine Suche nach Unsterblichkeit…hat dich verwundbar gemacht. Ich will Rache! Für Varian! Für Gilneas! Für meinen Sohn!“
Und mit einem Sprung hatte der König die Banshee in seiner Worgenform erfasst. Ein Gefecht entbrannte, bei dem Genn von vergifteten Pfeilen getroffen wurde. Aber es war ihm gelungen an die Seelenlaterne zu kommen und zerstörte sie vor Sylvanas entsetzten Augen. Eyir befreite sich aus ihren Fesseln und verschwand in gleißendem Licht.
„Du hast die Zukunft meines Sohnes genommen! Und nun: nehme ich die deine!“
Aus den Schatten traten nun untote Soldaten und warfen sich ihnen entgegen. Das letzte was Xoranya sah, war dass Sylvanas sich aus dem Staub machte und ihren Schergen die schmutzige Arbeit überließ. Dann traf sie etwas am Hinterkopf und ihr wurde Schwarz vor Augen. Als sie wieder erwachte, beugte sich Kondo im Lager der Grauen Wacht über sie und lächelte sie an: „Was für ein Kampf!“
Xoranya setzte sich auf. „Aber…Verdammt….sie ist entkommen!“
„Dass sie immer davonkommt ist nicht zu glauben.“
„Und ihr Pakt mit Helya? Erinnerst du dich an Helheim? Da muss es einen Zusammenhang geben.“
„Ich hoffe Genn geht es gut,“ meinte Kondo als sie das Zelt verließen.

Ein neuer Tag war angebrochen und da ihr Auftrag hier vorerst erledigt war, beschlossen sie auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Sie folgten dem Weg Richtung Süden zur Küste und begegneten dort einem Murloc von der Forscherliga. Das allein war schon seltsam genug, doch da dieses ausgefallene Exemplar offenbar alles andere als ein geborener Kämpfer war, unterstützten die beiden Paladine ihn dabei wissenschaftlich bedeutsame Artefakte von den Piraten zurückzuholen, die an der Küste vor Anker lagen. Der Anführer der Piraten schien eine Art Vampyr zu sein, doch mit einem einfachen Holzpflock kam man bei ihm nicht weit. Aber der geballten Macht des Lichts hatte auch er nichts entgegenzusetzen.
Der Murloc versprach bei seinen Vorgesetzten in Dalaran ein gutes Wort für die beiden einzulegen, sollten sie mal der archäologischen Hilfe bedürfen. Was auch immer diese Unterstützung wert sein mochte.

Um das schöne Wetter auszunutzen und etwas vom Kampf gegen die Horde und die Legion zu entspannen, begaben sie sich anschließend auf die Jagd. Xoranya hatte in der Nähe von Valdisdall ein Pärchen Tauren gefunden, die um Hilfe baten. Doch nachdem sie den ersten Auftrag erledigt hatten, waren die Tauren verschwunden und zwei Goblins empfingen sie, die ihnen erzählten, die Tauren wären nur eben mal kurz fortgegangen und sie könnten den beiden ja derweil weiterhelfen. Zwar kam den beiden die Situation schon etwas seltsam vor, aber sie setzten die Jagd fort und besorgten einige recht ausgefallenen Materialien. Doch die Goblins schienen zu ahnen, dass sie die Gutgläubigkeit der Paladine überschätzt hatten und machten sich aus dem Staub, als Kondo und Xoranya sie zur Rede stellen wollten. Als der gesamte Betrug und das Verbrechen der Goblins aufgedeckt wurde, schworen die beiden die Gebrüder Sechszünder dafür zur Verantwortung zu ziehen, sollten sie ihrer habhaft werden. Und tatsächlich schienen noch andere eine Rechnung mit den Brüdern offen zu haben. Man spielte ihnen den Aufenthaltsort zu, so dass sie die Mörder ihrer gerechten Strafe zuführen konnten. Und der Erlös ihrer gestohlenen Schätze wurde dem Waisenhaus in Dalaran übergeben.

Odyns Prüfungen

Sturmheim war ein raues Land: gebirgig, kalt und regnerisch. Das Wetter meinte es nicht gut mit ihnen. Unter stetigem Regen folgten sie einer Straße, bis sie an das kleine Lager eines Vrykul kamen. Die imposante Gestalt mit einem eigenartig tätowierten Gesicht schien sie erwartet zu haben. Er stellte sich als Havi vor und erzählte ihnen von den Hallen der Tapferkeit und dass nur diejenigen diese Hallen betreten konnten, die sich in verschiedenen Prüfungen als würdig erwiesen hatten. Sollten sie diese Prüfungen bestehen, würde man ihnen Zugang zu den Hallen und damit zur Aegis von Aggramar gewähren.

Kondo war begierig darauf zu beweisen, dass zwei Paladine des Lichts genau die Richtigen für diese Aufgabe waren. Also stellten sie sich der ersten Prüfung, die ihre Macht unter Beweis stellen sollte. Sie mussten sich gegen eine Reihe von anderen Herausforderern durchsetzen und schließlich gegen einen Titanenwächter in seinem Gewölbe kämpfen. Das war an sich keine besondere Herausforderung, eher eine gute Übung. Hier begegneten sie zum ersten Mal Skovald, der sich zum Gottkönig ernannt hatte und ebenfalls auf der Jagd nach der Aegis war. Sollte es ihm gelingen vor den Paladinen die Hallen der Tapferkeit zu betreten, dann war ihr Auftrag gescheitert.

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Nachdem sie die erste Prüfung erfolgreich bestanden hatten und den Segen des Titanenwächters erhalten hatten, folgte die Prüfung des Willens. Sie mussten sich den Sturmdrachen beweisen, welche die Herrscher des Himmels über Sturmheim waren. Lorna Crowley erwartete sie nahe eines Vrykuldorfes, das sie durchqueren mussten um zur Spitze des Berges zu gelangen, wo die Sturmdrachen hausten. Mit Greifhaken schwangen sie sich über die massiven Verteidigungswälle und kämpften sich durch das Dorf. Oben auf dem Berg angekommen trafen sie einen Drachen, der sie um Hilfe bat. Skovald hatte die Sturmdrachen mit brutaler Gewalt und Verderbnis angegriffen. Der Gottkönig stand offenbar im Bunde mit der Brennenden Legion, die ihn die Teufelsmagie gelehrt hatte, mit der er nun Sturmheim terrorisierte. Kondo und Xoranya halfen die Drachen zu befreien und ihre Brutmutter vor dem verderblichen Einfluss der Legion zu retten. Als Dank für ihren unerschütterlichen Einsatz segneten die Sturmdrachen die beiden Paladine und ließen sie auf ihren Rücken in die Schlacht gegen die Vrykul fliegen.

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Nachdem sie auch diese Prüfung bestanden und sich das Wohlwollen der Sturmdrachen gesichert hatten erreichten sie Valdisdall, wo sie erneut Havi trafen. Er eröffnete ihnen ihre letzte Prüfung, die ihren Mut unter Beweis stellen sollte. Die beiden Paladine belächelten die Prüfungen mittlerweile. Sie hatten gemeinsam gegen die untote Geißel gekämpft, Todesschwinges Schergen des Schattenhammers bezwungen, Garrosh Höllschrei zu Fall gebracht und sogar dem Schattenrat auf Draenor die Stirn geboten. Doch was sie bei dieser Prüfung erwarten sollte, entzog sich völlig ihrem Erfahrungshorizont. Es begann auch recht harmlos, indem sie Geister gefallener Könige um ihren Segen bitten und ruhelose Ahnen erlösen sollten, welche von Vrykulhexenmeistern um ihren ehrenhaften Tod betrogen worden waren. Doch dann mussten sie die Gebeine einer gefallenen Schildmaid sammeln, um sie wiederzuerwecken. Und schon da regten sich erste Bedenken, ob das alles mit rechten Dingen zuging. Während des Erweckungsrituals griff Skovald ein und schickte sie in das Reich der Toten. Kondo und Xoranya fanden sich als Geister in Helheim wieder.
Nach Helheim gelangten eigentlich nur unehrenhafte Krieger nach ihrem Tod und mussten dort die Ewigkeit im Kampf gegeneinander zur Belustigung ihrer Göttin Helya fristen. Doch diesem Schicksal würden sie sich nicht ergeben. Mit der Hilfe der Schildmaid traten sie vor Helya und baten darum, Helheim wieder verlassen zu können, da sie durch eine List hierher verschlagen worden waren. Was sie nicht erwartet hatten, war Sylvanas bei Helya zu treffen. Noch bevor sie sich einen Reim darauf machen konnten, stellte Helya ihnen in Aussicht sie zurückzuschicken, wenn sie sich in ehrenhaftem Kampf beweisen würden. Also bekämpften sie die Gegner, die ihnen aufgetragen wurden. Doch als sie letztendlich vor Helya traten, verhöhnte diese sie und verweigerte ihnen die Rückkehr. Aber auch Helya konnte sich nicht gegen Recht und Gerechtigkeit stellen und so wurden die Geister der beiden Paladine aus der Welt der Toten gerissen und kehrten in ihre Körper zurück. Sie waren völlig überwältigt von diesem Erlebnis und stellten sich die Frage, ob sie wirklich tot gewesen waren.

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Nachdem sie nun alle Prüfungen bestanden hatten, standen ihnen die Hallen der Tapferkeit offen. Aber Skovald war ihnen wieder einen Schritt voraus. Er hatte die Legion zu den Hallen gerufen, die dort Netherportale errichtet hatte und ihre Truppen durch mehrere Kommandanten auf den Angriff vorbereitete. Sturmheim konnte nur vor der Invasion geschützt werden, wenn die Portale geschlossen und die Kommandanten getötet wurden. Sie befreiten einen gefangenen Drachen, der sie bei dem Angriff auf die Stufen der Hallen der Tapferkeit unterstütze. Ebene um Ebene kämpften sie sich mit Hilfe der Sturmdrachen und dem Segen der gefallenen Könige durch die Reihen der Dämonen bis sie schließlich Skovald persönlich entgegen treten konnten. Doch der Feigling entzog sich dem Kampf, als er drohte zu unterliegen und floh in die Hallen.

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Nun war es also an ihnen, die Hallen der Tapferkeit zu betreten und zu verhindern, dass Skovald die Aegis in Besitz nehmen konnte. Havi geleitete sie zum Eingang und gab sich als Odyn selbst zu erkennen. Die dritte Säule der Schöpfung lag nun direkt vor ihren Händen, sie mussten sie nur noch ergreifen.

Ein stürmisches Abenteuer

Ereignisreiche Wochen lagen hinter ihnen.
Ihr erster Auftrag hatte sie nach Azsuna geführt, das die Legion von Westen her versuchte zu erobern. Doch Dank der Illidari konnte dem ein Riegel vorgeschoben werden. Die Fronten hatten sich festgefahren, was nicht unbedingt ein Nachteil war, denn so war sicher gestellt, dass die Dämonen nicht weiter vorrückten.

Die erste Säule der Schöpfung fanden sie schließlich in uralten Elfenruinen, die von Geistern der Quel’dorei bewohnt wurden. Wie sich herausstellte, hatte ihr Fürst Farondis sich einst Königin Azshara widersetzt und so seinem Volk diesen furchtbaren Fluch beschert. Dafür wurde er gehasst, doch als Farondis die beiden Paladine bei der Suche nach Golganneths Gezeitenstein unterstützte, wurde ihnen klar, dass er zum Wohl seines Volkes gehandelt hatte, aber kläglich gescheitert war. Denn auch Azshara suchte nach dem Gezeitenstein und es war nur der vereinten Kraft des Lichts zu verdanken, dass die beiden Paladine ihn ihren Untertanen – den Naga – entreißen konnten.

Ihr nächstes Ziel war Val’sharah gewesen, eine Region welche die Druiden dem Smaragdgrünen Traum nachgebildet hatten. Doch gleich nach ihrer Ankunft mussten sie feststellen, dass Cenarius der Verderbnis des Alptraums anheimgefallen war, welcher den Weltenbaum Shaladrassil befallen hatte.

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Der Urheber war Xavius, welchen Malfurion geglaubt hatte besiegt zu haben. Doch nun war das Gefüge des Smaragdgrünen Traums in Gefahr und Malfurion wollte sich von Hass geleitet, dem Alptraumlord alleine entgegenstellen. Dabei geriet er selbst in Gefahr und es war kein leichtes Unterfangen, ihn mit Hilfe von Tyrande wieder zu befreien. Doch viel schlimmer war, dass Ysera von Xavius verdorben wurde, als er die Tränen von Elune stahl und umformte, um die Traumwächterin damit zu korrumpieren. Statt den Traum zu schützen, griff sie unter seiner Kontrolle den Tempel von Elune an.

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Es war ein langwieriger Kampf, doch letztendlich konnte der Drachenaspekt besiegt werden und Xoranya und Kondo wurden Zeuge, wie Elune ihre gefallene Kriegerin zu sich ins Sternenlicht aufnahm. Yseras Leichnam wurde von der Verderbnis gereinigt und ebenso die Tränen von Elune. Auch wenn der Alptraum damit noch nicht besiegt war, so schien doch nun ein Weg gefunden ihm Herr zu werden.

Als Kondo und Xoranya nach Dalaran zurückkehrten, um sich nach ihrer nächsten Mission zu erkundigen, erhielten sie ein persönliches Schreiben von König Anduin Wrynn. Der Geheimdienst war an Informationen gekommen, dass die Bansheekönigin Sylvanas mit einer Kriegsflotte auf dem Weg zu den verheerten Inseln war. Die beiden Paladine wurden an Bord der Himmelsfeuer beordert, um ihr zu folgen und herauszufinden was sie vor hatte. Genn Graumähne stellte aber unmissverständlich fest, dass er den neuen Kriegshäuptling der Horde tot sehen wollte, dafür dass sie die Allianz an der verheerten Küste einfach im Stich gelassen hatte.

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Als sie die nördliche Küste der Inseln erreichten, hatte die Kriegsflotte der Horde bereits angelegt. Fledermausreiter griffen das Luftschiff an und wurden von den Bordkanonen vom Himmel geholt. Kondo und Xoranya wurden mit einigen Fallschirmjägern zu den Schiffen geschickt, um Sylvanas dort ausfindig zu machen, doch diese war bereits geflohen. Als die Verlassenen versuchten die Himmelsfeuer in die Luft zu sprengen, kehrten beide zurück um die ätzenden Säurebomben vom Schiff zu werfen. Da brachte eine gewaltige Explosion das Luftschiff zum trudeln. Xoranya hielt sich noch an einem Balken fest, doch als sich die Schiffsladung verselbständigte, wurde sie quer durch den Laderaum geschleudert und verlor schließlich das Bewusstsein.

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Als sie wieder erwachte, befand sie sich in einem Lager auf einer Klippe. Sie brauchte einen Moment, um zu sich zu kommen. Dem Licht sei Dank hatte sie außer einigen Prellungen und heftigen Kopfschmerzen keine weiteren Verletzungen davon getragen. Kondo sah sie besorgt an und half ihr aufzustehen.
Das Wrack der Himmelsfeuer lag unweit des Lagers, besser gesagt ein Teil des Rumpfes. Sie suchten nach Überlebenden und bargen Ausrüstung, die den Sturz überlebt hatte. Die Verlassenen hatten ihr Funkgerät gestohlen und so mussten sie sich die fehlenden Teile zurück holen. Um das Gerät wieder in Gang zu bekommen, sollten sie Energie aus einer Höhle mit Sturmdrachen sammeln. Dort waren einige Dragoner der 7. Legion in Gefangenschaft geraten, die sie aber aus den Energiestrudeln befreien konnten.
Als sie das Funkgerät in Betrieb nehmen wollten, wurden sie von den Verlassenen angegriffen und auch die Sturmdrachen schienen etwas gegen dieses Gerät zu haben, ließen sich aber vertreiben.

Nun waren sie also in Sturmheim gestrandet. Die Crew der Himmelsfeuer machte sich daran, einen geeigneten Standort für einen Stützpunkt zu suchen, während sie herausfinden sollten, wo sich die Säule der Schöpfung befand.
Xoranya hatte das ungute Gefühl, dass man sie ihnen nicht einfach so aushändigen würde.

Der Aschenbringer

Die Angriffe auf Dalaran nahmen immer weiter zu. Mittlerweile schwebten mehrere Dimensionsschiffe der Legion über der Stadt und beschossen diese mit Höllenfeuerbestien. Kondo und Xoranya eilten zu Khadgar, um ihm von den Säulen der Schöpfung zu berichten. Doch in dem Buch, welches sie gefunden hatten, stand kein genauer Standort dieser Artefakte. Also rief Khadgar den ersten Wächter herbei, der dieses Buch geschrieben hatte: Alodi.
„Wir sind auf der Suche nach fünf uralten Artefakten namens Säulen der Schöpfung. Ihr habt in Eurem Werk nicht angegeben, wo genau man sie finden kann,“ sagte Erzmagierin Modera.
„Natürlich nicht!“ sagte Alodi. „Die Säulen stehen für urtümliche Mächte. Selbst als Wächter habe ich mich nicht getraut, sie leichtfertig einzusetzen.“
„Wir müssen diese Artefakte unbedingt finden. Nur die Säulen sind in der Lage, das Legionsportal am Grabmal des Sargeras zu versiegeln.“
„Also gut. Meine Forschungen haben mich auf die Verheerten Inseln geführt. Ich habe zwar ihren genauen Standort nie ermitteln können, aber ich glaube, die Säulen werden von den Bewohnern dieses uralten Landes verwahrt. Ihr müsst sie so schnell wie möglich finden. In den Händen der Legion könnten die Säulen der Schöpfung unvergleichliche Vernichtung über unsere Welt bringen.“
Also stand für die Kirin Tor fest, dass sie Dalaran zu den verheerten Insel teleportieren mussten, um der Legion zu entgehen und einen Ausgangspunkt für die Suche nach den Säulen der Schöpfung zu haben.

Während sie damit begannen den Zauber vorzubereiten, wurde Xoranya schwarz vor Augen. Als sie wieder erwachte, sah sie Kondos Lächeln über sich, der ihr sogleich half aufzustehen.
„Ich muss leider sagen, dass ich beim Teleport heftig niesen musste. Ich werde mich bei Khadgar beschweren,“ scherzte er. Doch Xoranya war garnicht zu Späßen aufgelegt.
„Mir ist übel!“ Beim Versuch eines Schritten, kippte sie zur Seite weg und wurde von Kondo aufgefangen.
„Ganz langsam, mein Stern! Hier trink das!“ Kondo reichte ihr eine Phiole. Nachdem sie den Inhalt kommentarlos geschluckt hatte, ließen Schwindel und Übelkeit nach.
Ein Abgesandter der Kirin Tor begrüßte sie freundlich und hieß sie Willkommen.
Dann erschien ein Offizier des Argentumkreuzzuges, der zielstrebig auf die beiden Paladine zukam. Er forderte sie auf, ihn an Krasus Landeplatz zu treffen. Einige weitere Argentumkreuzritter schlossen sich ihnen an.
Lord Maxwell Tyrosus erklärte ihnen, dass es noch Hoffnung gab Tirion zu finden und den Aschenbringer vor der Legion zu retten. Diese mächtige Waffe durfte unter keinen Umständen in die Hände der Legion fallen.

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Doch um die beiden zu finden, mussten sie zunächst Uthers Grabmal aufsuchen. Ein Portal brachte sie zum Dalarankrater, von wo sie weiterflogen in die Westlichen Pestländer. An Uthers Grabmal waren die Geister unruhig und entstiegen ihren Gräbern, so dass sie zunächst gezwungen waren, die Gräber zu läutern und die umherirrenden Seelen zu erlösen. Währenddessen begann Lord Tyrosus mit einem Ritual, dass den Geist Uthers beschwören würde. Die offene Halle wurde in ein seltsames Licht getaucht, als eine geisterhafte Erscheinung vor ihnen materialisierte.
„Ihr vollbringt beide das Werk des Lichts, aber wenn Ihr den Aschenbringer bergen wollt, müsst Ihr Euch beeilen.
Ich spüre den Aschenbringer von einer Insel rufen, die nahe des Grabmals des Bösen liegt. Und die Klinge ist nicht allein… Tirion lebt, aber sein Licht verblasst. Beeilt Euch, sonst wird er sterben! Mehr kann ich Euch nicht sagen.“
Mit diesen Worten verschwand Uthers Geist wieder.
„Wenn Tirion noch lebt, werden wir ihn retten. Um jeden Preis,“ sagte Kondo bestimmt.

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Sie begaben sich zur Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts, wo bereits weitere Kreuzritter auf sie warteten, bereit mit einer Greifenflugstaffel zu den Verheerten Inseln aufzubrechen.
An der Küste der Insel, auf der sich das Grabmal des Sargeras befand, landeten sie. Doch die Dämonen schienen sie schon erwartet zu haben. Höllenbestien stürzten vom Himmel und versperrten ihnen den Weg.
Doch nachdem sie diesen ersten Angriff zurückgeschlagen hatten, offenbarte sich ihnen viel Schlimmeres. Gefangenen Soldaten der ersten Allianzoffensive wurde das letzte Lebenslicht entsaugt und man stürzte sie in das Teufelsfeuer. Nichts was sie taten, konnte ihre Kameraden retten. Es blieb nur eines: Tirion zu retten, der in einem Teufelskristall eingeschlossen war.
Seine Stimme klang gedämpft, aber dennoch drang sie bis tief in Xoranyas Herz:“ Das Licht brennt hell in mir… Ich werde mich NIEMALS fügen!“
Sie stürmten die Plattform und töten seinen Wärter. Tyrosus wollte Tirion befreien und schickte Kondo und Xoranya weiter nach dem Aschenbringer zu suchen. Sie drangen in eine Höhle ein und kämpften sich durch Horden an Zornwächtern und Eredar.
Schließlich sahen sie ihn. Der Aschenbringer steckte in einem Felsblock und strahlte so hell wie das Licht der Sonne selbst. Als sie sich ihm näherten, hörten sie ein Lachen aus der Dunkelheit: „Ah, der größte Champion des Lichts ist gekommen, um den Aschenbringer zu heben und meinesgleichen zu vernichten. Es heißt, nur eine reine Seele kann die Hochklinge führen. Kommt, Champion… Ergreift Euer Schicksal!“
Als der Aschenbringer aus dem Stein gezogen wurde, erschien der Schreckenslord Balnazzar.
„Ich habe Euch erwartet, Paladin. Ich werde Euch die Seele aus dem Leib reißen und ihn mir zu eigen machen. Ich werde Euch zu einer Waffe der Legion machen. In Eurer Haut werde ich alles verderben und zerstören, was Ihr je geliebt habt. Stück für Stück. Kniet jetzt. Kniet vor Eurem neuen Meister!“
Die Überheblichkeit des Dämons trübte sein Urteilsvermögen und machte ihn schwach. Kondo und Xoranya zögerten nicht einen Wimpernschlag, ihm die vernichtendem Macht des Lichts entgegen zu werfen. Damit hatte er nicht gerechnet! Ein harter Kampf entbrannte, an dessen Ende aber nur das Licht siegen konnte.
Balnazzars Körper ging in reinigenden Flammen auf, doch seine Seele entzog sich dem sterbenden Körper, um zurück in den Nether zu wandern. Nur noch seine Stimme war zu hören:“ Denkt Ihr, das hier wäre vorbei, Paladin? Unsere gemeinsame Reise beginnt erst…“
Eilig verließen sie die Höhle wieder, um Tirion zu helfen. Dieser konnte bereits aus seinem Gefängnis befreit werden und lag in seinen letzten Atemzügen am Boden. Er winkte die beiden zu sich.

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Xoranya kniete nieder und beugte sich zu ihm herab, damit sie sein Flüstern hören konnte.
„Ihr müsst… die Legion aufhalten…“ Mit diesen Worten erlosch sein letztes Lebenslicht.
Eine andächtige Stille breitete sich aus. Mehrere Kreuzritter kamen herbei und hoben den Leichnam von Hochlord Fordring auf. Er wurde zu einem Greifen gebracht und gemeinsam verließen sie diesen Ort des Schreckens.

Xoranya hatte versucht ihre Tränen zu unterdrücken, doch während des Fluges ließ sie ihrer Trauer freien Lauf.
Als sie an der Kapelle des Hoffnungsvollen Lichts landeten, hatte ihr Wille die Trauer besiegt. „Er ist für das gestorben, woran er geglaubt hat und das müssen wir auch tun. Niemals die Hoffnung verlieren.“
Kondo nickte. „Geleiten wir ihn zur letzten Ruhe.“
Sie folgten dem Trauerzug in die Kapelle und schritten in die darunter liegenden Gewölbe. In einer großen Halle versammelten sich die Paladine aller Orden, um Tirion das letzte Geleit zu geben. Dreanei von der Hand von Argus standen neben elfischen Blutrittern, Zwerge und Menschen neben Tauren der Sonnenläufer. Alle vereint in der Trauer um einen großen Mann.

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Lord Maxwell Tyrosus trat vor die Menge: „Paladine Azeroths, Ihr habt Euch hier versammelt, um den Verlust von Hochlord Tirion Fordring zu betrauern. Für viele war er ein Vorbild; er verkörperte das Ideal, nach dem wir alle streben. Lasst uns einen großen Soldaten, Anführer und Freund mit einem Moment des Schweigens ehren. Im Licht sind wir eins, Bruder. In Ewigkeit.“
Ein uniformes Scheppern erfüllte die Halle, als zahllose schwer gerüstete Streiter des Lichts niederknieten.
„Gemeinsam stehen wir gegen die nahende Dunkelheit. Wir müssen uns von den weltlichen Fesseln lossagen. Wir müssen zusammenstehen!“
Lady Liadrin erhob sich:“ Die Blutritter sind auf Eurer Seite. Azeroth wird nicht fallen!“
Verteidiger Boros schlug mit der Faust gegen seine Brust: „Wir verschreiben uns Eurer Sache, Hochlord!“
Lord Tyrosus erhob erneut die Stimme: „Heute wird der Orden der Silbernen Hand wiedergeboren! Gemeinsam werden wir Sargeras das Fürchten lehren!“
Ein Jubel ging durch die Halle. Ein jeder schwor seinen Eid, dem Orden zu dienen bis in den Tod.
Neben Xoranya stand eine Verteidigerin von Argus und beugte sich zu ihr hinunter: „Alle Paladine der Welt vereint unter einem Dach… Die Legion hat keine Chance.“

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Langsam löste sich die Versammlung auf und jeder kehrte zu seinen Aufgaben zurück.
Für Xoranya und Kondo bestand diese darin herauszufinden, wo sie am dringendsten gebraucht würden. Sie sahen sich in der Ordenshalle um und entdeckten so manch interessante Dinge. Staunend gingen sie an Regalen voller Bücher, großer Folianten und magischer Codices vorbei.
„Was hier an Wissen gesammelt ist. Das wußte ich garnicht,“ meinte Xoranya.
Schließlich kehrten sie nach Dalaran zurück mit dem Auftrag sich bei dem Truppenkommandanten in Aszuna zu melden. Sie besorgten sich ein Zimmer im Gasthaus und schliefen bald erschöpft von diesem Tag ein.

Die Stadt über den Wolken

Die Nachricht vom Tod König Varians erschütterte Xoranya zutiefst. Gemeinsam mit Kondo ging sie zur Burg, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, doch der Sarg war schon fortgebracht worden. Kondo glaubte zu wissen, dass ihm im neuen Park ein Monument errichtet werden sollte, dich die Bauarbeiten waren noch im Gange.
So beschlossen die beiden den Gerüchten nachzugehen, Dalaran hätte seine Position in Nordend verlassen und wäre nach Karazhan teleportiert worden. Sie besorgten sich zwei Greifen und flogen gen Gebirgspass der Totenwinde.
Schon von Weitem konnte man die majestätische Stadt mit den tausend Türmen erkennen. Als sie landeten, fiel ihnen sofort die veränderte Stimmung auf. Überall patrouillierten die Wächter der Kirin Tor und vom einst so bunten Leben war nicht viel zu sehen. Beide begaben sich zur Violetten Zitadelle, um herauszufinden was hinter diesem Manöver steckte.

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Dort empfing sie Khadgar, der keine guten Nachrichten für sie hatte.
„Die Angriffe der Legion werden nur noch schlimmer werden. Wir müssen alles tun, damit wir noch stärker werden. Ich schlage vor, dass wir die Horde wieder zu den Kirin Tor zurückholen. Es mag sein, dass Euch diese Vorstellung nicht behagt. Einigen meiner Kollegen wird sie sicherlich zuwider sein. Bitte vertraut meinem Urteil. Eine Welt, die gegen sich selbst ankämpft, kann der Legion nicht lange die Stirn bieten.“
Er führte die Paladine in die große Halle, wo der Rat der Sechs bereits versammelt war.
Lady Jaina Prachtmeer war sehr ungehalten über die Einberufung des Rates: „Khadgar, wir haben keine Zeit, die wir in Sitzungen verschwenden können. Die Legion rückt vor und die Horde rüstet sich für den Kampf.“
„Dann komme ich direkt zur Sache. Damit die Kirin Tor mit voller Stärke kämpfen können, müssen die Magier der Horde sich uns anschließen.“
Lady Prachtmeer geriet sofrot in Rage. „NIEMALS! Habt Ihr mich verstanden, Khadgar? Sie haben Theramore ausgelöscht. Sie haben uns an der Verheerten Küste dem Tod überlassen. Wieder und wieder haben sie sich als Monster erwiesen… als Feiglinge!“
Doch die übrigen Mitglieder des Rates sahen die Lage ähnlich dramatisch wie Khadgar und so fiel das Ergebnis zugunsten der Horde aus. Lady Prachtmeer teleportierte sich wutentbrannt fort ohne weiter das Gespräch zu suchen.

Dann erschien Brann Bronzebart in der Halle und erzählte davon, dass sein Bruder Magni aus seiner Starre erwacht war und auf dem Weg nach Ulduar. Er hatte einen Weg gefunden, um die Legion aufzuhalten.
Brann aktivierte eine Teleportationsplattform und kurz darauf fanden sich alle in Ulduar wieder.
Ein Mechagnom begrüßte die Neuankömmlinge: „Willkommen zurück in Ulduar! Der Sprecher erwartet Euch im Himmlischen Planetarium. Folgt mir bitte!“
Doch weit kamen sie nicht. Eine unbekannte Stimme flüsterte: „Ihr seid eine Marionette unsichtbarer Mächte.“
Kurz darauf erschienen einige Gesichtslosen und griffen sie an. Noch war Ulduar nicht völlig frei vom Einfluss der Alten Götter.
Nachdem sie die Angreifer besiegt hatten, piepste der Mechagnom aufgeregt: „Die Verteidigungssysteme wurden überwunden. Die Einheiten, die den Sprecher beschützen sollen, reagieren nicht mehr!“
Dann erfüllte die tiefe Stimme eines Dämons die uralten Hallen: „Haltet die Eindringlinge auf! Ich muss herausfinden, was der Gefangene weiß!“
Sie gelangten an eine Teufelsbarriere, die Khadgar schnell beseitigte. Zwei Teufelswachen und der Inquisitor Ha’zaduum stellten sich ihnen in den Weg. Doch mit Hilfe der beiden Paladine war auch dieser Kampf schnell gewonnen und Magni konnte befreit werden.
Brann stürzte auf seinen Bruder zu. „Magni! Es tut gut, dich wiederzusehen! Warum hast du Eisenschmiede verlassen? Warum hierher? Was ist mit…“
Magni bremste ihn sogleich. „Ich weiß, du hast viele Fragen, aber die müssen warten. Die Zeit ist knapp. Sie möchte, dass ich eine wichtige Nachricht übermittle. Das Ritual, das mich verwandelt hat, öffnete meine Ohren für die Stimme Azeroths. Denn sie ist nicht einfach ein riesiger Felsbrocken. Sie ist eine Titanin!“
Sie gelangten vor den Eingang des Planetariums, das Magni im Nu öffnete. Nicht nur Brann war es unheimlich, diesen Ort zu betreten, war Algalon doch alles andere als ein gesprächiger Wächter. Doch der Konstellar begrüßte sie freundlich.
„Vielleicht ist es Eure Unvollkommenheit – die Quelle Eures freien Willens -, die Euch entgegen allen berechneten kosmischen Erwartungen durchhalten lässt. Ihr obsiegt dort, wo die perfekten Schöpfungen der Titanen versagt haben.“
Magni fuhr fort: „Nach der Niederlage der Alten Götter war es die Aufgabe der Hüter, die Welt zu ordnen. Die Titanen gaben ihnen fünf mächtige Artefakte… die Säulen der Schöpfung! Nach getaner Arbeit schlossen die Hüter die Säulen weg. Aber wie so viele Relikte, endeten sie schließlich in den Händen von Sterblichen. Dieses Wissen wurde einst der Obhut des Wächters von Tirisfal anvertraut, und dort liegt es noch heute! Ihr müsst die Säulen finden! Zusammen können sie das Portal der Legion nach Azeroth schließen. Es ist der einzige Weg, sie zu retten!“
Khadgar zögerte keinen Augenblick und erschuf ein Portal nach Karazhan, durch welches ihn Kondo und Xoranya begleiteten.

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Gemeinsam durchschritten sie das Tor zum magischen Turm.
„Wir haben viel zu tun und nur sehr wenig Zeit für alles,“ meinte Khadgar. „Bei meinem letzten Besuch hier hinterließ ich einige… Sicherheitsvorkehrungen. Innerhalb dieser Mauern gibt es zahllose Geheimnisse, und es gibt viele, die vor nichts Halt machen würden, um sie aufzudecken.“
Und es dauerte auch nicht lange, bis sich diese Worte bewahrheiteten. Während Khadgar noch versuchte, die Sicherheitssyteme zu deaktivieren, drangen Dämonen in den Turm ein. Ein magisches Schutzschild schenkte ihnen etwas Zeit in die Bibliothek vorzudringen. Dort angekommen wandten sich die Wächterkonstrukte erneut gegen sie. Nachdem Kondo und Xoranya sie deaktiviert hatten, änderte Khadgar ihre Kalibrierung und schickte sie den Dämonen entgegen, um diese aufzuhalten.
„Ihr könnt uns nicht aufhalten, Magier! Euer alter Meister hat das Tor zum Sieg geöffnet! Karazhan wird unser sein!“
Um Zeit zu gewinnen und die Bibliothek nicht von Hand durchsuchen zu müssen, ließ der Magier Arkankugeln im Raum kreisen, welche das richtige Buch aufspüren konnten. Als sie es gefunden hatten, schickte Khadgar sie zurück nach Dalaran, um selbst die Verteidigungsmaßnahmen Karazhans zu verstärken.
Erzmagierin Modera war sehr erleichtert, als sie ihr das Buch „Bemerkenswerte Antiquitäten aus dem alten Azeroth“ übergaben. Bis sie den Inhalt studiert hatte, würden sich die Paladine bereit halten und ihren Beitrag zum Schutze Dalarans leisten. Denn die Legion hatte den Standort dieser fliegenden Festung ausgemacht und warf ihr alles entgegen, was das Höllenfeuer zu bieten hatte.

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Rückkehr nach Sturmwind

RückkehrSturmwind1Mit etwas Wehmut blickte Xoranya über das vertraut geschäftige Treiben in der Garnison und nickte dem einen oder andern zu, der sie freundlich grüßte. Ihr Gepäck hatte sie schon am Morgen auf einem Greifen verschnürt und Richtung Sturmschild gesandt, damit es nicht mit allzu großer Verspätung in Sturmwind ankam. Auch Jordan stand mit gepacktem Rucksack neben ihr und zupfte immer wieder hibbelig an ihrem Umhang.
„Wo bleibt Papa?“ Kaum hatte er die Frage ausgesprochen, erschien Kondo am großen Eingangstor und hob den Blondschopf auf seinen Arm, als er auf ihn zugestürzt kam.
Kondo legte seinen freien Arm um Xoranya und küsste sie leidenschaftlich.
„Bäh, müsst ihr das immer machen?“ kommentierte Jordan den Kuss und ließ sich wieder absetzten.
„Wir sind abreisebereit,“ sagte Xoranya und ließ den Blick nochmals über den Platz mit dem Brunnen in seiner Mitte schweifen. „Ich werde diese Welt vermissen.“
„Ja, ich auch. Vor allem das Schattenmondtal,“ meinte Kondo.
„Erinnerst du dich noch an den kleinen Feendrachen, den wir in Pflege genommen haben?“ Xoranya lächelte, als sie an Squiggy dachte. „Was aus ihm wohl geworden ist?“
„Er ist mittlerweile zu einem stattlichen Feendrachen herangewachsen und hat seine Ausbildung abgeschlossen. Ich habe ihn kürzlich besucht und eine Pfeife erhalten, mit der wir ihn rufen können. Warte!“ Kondo nahm eine unscheinbare Pfeife hervor und pustete hinein, doch man hörte nur ein leises Fiepsen.

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Xoranya strahlte über das ganze Gesicht als kurze Zeit später der Flügelschlag eines gewaltigen Feendrachen zu hören war, der langsam seine Kreise über der Garnison zog und zum Landeanflug ansetzte. Es war in der Tat Squiggy. Auch wenn er sich sehr verändert hatte und in allen möglichen Farben schillerte, sah er sie immer noch aus denselben strahlenden Augen an. Xoranya legte ihre Hand auf seine Nase, um ihn zu streicheln, und der Feendrache drückte seine große, feuchte Schnauze in ihre kleine Hand.
„Nun heißt es Abschied nehmen, mein Kleiner!“ Squiggy stupste Xoranya sanft an und gab eine fröhliches Quietschen von sich, dann erhob er sich wieder in die Lüfte.
„Wir können ihn leider nicht in unsere Welt mitnehmen. Er würde sonst eingehen ohne Seinesgleichen,“ Kondo nahm Xoranya in den Arm, der der Abschied sichtlich nahe ging.
„Ja, es gibt zu viele Gefahren in unserer Welt, die er nicht kennt. Hier ist er besser aufgehoben,“ Xoranya winkte nochmals gen Himmel, dann machten sie sich auf den Weg zum Greifenmeister, um nach Sturmschild zu fliegen, wo ein Portal nach Sturmwind auf sie wartete.

Es war nur ein kleiner Schritt von einer Welt in die andere. Jordan schüttelte sich nachdem sie das Magiefeld passiert hatten. Und auch Xoranya bekam eine Gänsehaut. An diese Portalreisen würde sie sich niemals gewöhnen.
„Jetzt weiß ich was ich mal werden will,“ verkündete Jordan stolz. „Magier! Dann kann ich für euch überall hin Portale machen.“
Xoranya lächelte. „Letzte Woche wollte er noch Holzfäller werden. Davor Archäologe und davor Ritter.“
Kondo lachte und führte die beiden aus dem Magierturm hinaus. Zu ihren Füßen lag die Stadt Sturmwind. Xoranya hielt die Nase in die steife Brise, die vom Meer her wehte und der Stadt ihren Namen gegeben hatte.
„Wie habe ich das alles vermisst!“

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Langsam spazierten sie durch die Straßen und nahmen die vertrauten Eindrücke war. Als sie Richtung Hafen kamen, sahen sie dass der gewaltige Krater, welcher Todesschwinge in den ehemaligen Park gerissen hatte, verschwunden war. An seiner Stelle erstreckte sich ein neu angelegter Park mit weitläufigen Wanderwegen, zahlreichen Sitzbänken und einem Brunnen in seiner Mitte. Von der Balustrade hatte man einen fantastischen Ausblick auf den Hafen und das Meer. Arm in Arm standen sie da und blickten auf den hellen Mond, der die Stadtmauer in mystisch glänzendes silbernes Licht tauchte.
„Ich will nach Hause!“ Jordan zupfte an Xoranyas Umhang und quengelte.
„Ja, lasst uns gehen!“ meinte Kondo .
Sie verließen den Park Richtung Kathedrale, als sie auf einem Platz eine Frau mit einem Umhängeschild entdeckten.

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„Das Ende ist nahe!“ schrie sie und drückte beiden ein Flugblatt in die Hand. Dabei faselte sie etwas von Dämonen und Weltuntergang. Die Flugblätter waren nicht weniger erschreckend. Das, welches Xoranya hielt, war Werbung für einen Zeppelinflug, um die Vernichtung Azeroths in der ersten Reihe zu erleben. Wie absurd!
Xoranya nahm Jordan bei der Hand und zog ihn weiter.
„Was für Spinner!“ lachte Kondo, der das Ganze für einen schlechten Scherz hielt.
Sie setzten ihren Weg zu ihrem Haus im Zwergendistrikt fort und dachten nicht weiter an die seltsame Erscheinung. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne, wie sie ihren wohl verdienten Urlaub nach dem Einsatz in Draenor verbringen sollten. Jordan wollte unbedingt angeln gehen. Also beschlossen sie demnächst einen Tag am See bei Wollertons Bauernhof zu verbringen.

Das letzte Gefecht

Xoranya hatte alle in der Löwenwacht zusammen gerufen für einen letzten, entscheidenden Auftrag. Doch zunächst erkundigte sie sich, wie die Rettungsmission von Ariy gelaufen war und ob es der Kaldorei gut ging. Jiltanith, Mynariel und Jack erzählten von ihren Erlebnissen und wie das Teufelsblut die Nachtelfe verändert hatte. Xoranya meinte, dass die Hand des Propheten schon seit einiger Zeit Proben des Dämonenbluts von den Orks sammeln ließ, um ein Serum zu entwickeln, mit dem die Auswirkungen rückgängig gemacht werden konnten. Vielleicht konnte dieses Serum auch Ariy helfen. Mynariel würde dieser Sache auf jeden Fall nachgehen.

Doch nun galt es Gul’dan endlich das Handwerk zu legen. Es war ihm gelungen Mannoroth auf der Spitze der Höllenfeuerzitadelle wiederzubeleben, damit er die Armee von Allianz und Horde auslöschen konnte. Doch der Dämon konnte zurück in den Nether geschickt werden, bevor seine Beschwörung vollständig war. Ob dieser Niederlage zog sich Gul’dan zum Dunklen Portal zurück, um dort all seine Kraft aufzubringen für ein gewaltiges Dämonenportal, mit dem die Invasion der Brennenden Legion auf Draenor beginnen sollte. Die enorme Energie, die dafür nötig war, zog er aus einer unbekannten Quelle, welche am Thron von Kil’jaeden ausgemacht worden war. Xoranya vermutete, dass es sich dabei um das Titanenartefakt handeln könnte, welches die Orks in Nagrand gestohlen hatten. Kondo und sie hatten die Spur bis zum Tanaandschungel verfolgt und es zunächst in der Höllenfeuerzitadelle vermutet, doch dort wurde es nicht gefunden. Nun sollte die Gruppe das Artefakt mit Hilfe eines Resonanzkristalls der Draenei finden und zerstören, damit Gul’dan sein Werk nicht vollenden und ein für alle Mal geschlagen werden konnte.

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Mit einem Gyrokopter flogen sie hinauf zum Thron und Xoranya führte sie einen verschlungenen Weg entlang, auf dem Teufelswachen patrouillierten. Sie schalteten die Dämonen mit vereinter Kraft aus und mussten mehrere Ströme von mit felverseuchtem Wasser überqueren, die ihren sicheren Tod bedeutet hätten, wären sie hineingefallen.

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Der Weg mündete in einer Höhle, wo der Resonanzkristall besonders stark pulsierte. Das Artefakt musste sich darin befinden. Der schwefelhaltige Gestank des verseuchten Wassers raubte ihnen fast den Atem. Doch im hinteren Bereich konnten sie eine Verdamniswache ausmachen, die von Sargerai beschützt wurde.

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Sie bezwangen die Wachen und stellten sich dem Dämon, der sie nur auslachte und sich sehr sicher schien, dass ihm diese Würmer nichts anhaben konnten. Doch er hatte nicht mit der geballten Macht des Lichts gerechnet. Nach einem kurzen, aber heftigen Kampf lag er darnieder und Xoranya konnte ihm das Artefakt abnehmen.

Sie versuchten es mit bloßer Waffengewalt zu zerstören, aber es hielt stand. Auch die Schattenmagie von Jack konnte es nicht beeinflussen. Dafür erschienen mehrere Geister in der Höhle, so dass sie sich gezwungen sahen, den Ort möglichst schnell zu verlassen.
Draußen in Sicherheit erkannte Xoranya die wahre Macht des Artefakts. Es war in der Lage die Kräfte seines Trägers zu verstärken. So wie es die Kräfte der Verdamniswache auf Gul’dan umgeleitet und verstärkt hatte, so dass sie selbst schwach und leicht bezwingbar wurde, so hatte es sich der Schattenmagie Jacks bedient und ihm eine Vision geschenkt. In den Händen der Paladin schien es seine volle Macht entfalten zu wollen und allen war klar, dass diese Macht benutzt werden konnte, um Gul’dan zur Strecke zu bringen.

Sie flogen mit dem Gyrokopter zum Dunklen Portal, wo Gul’dan schon erfolgreich das Dämonenportal errichtet hatte. Massen von Dämonen strömten durch das schwarze Tor und prallten auf die vereinten Armeen von Allianz und Horde unter dem Befehl von Yrel und Durotan. Die Erde erbebte als Archimonde durch das Portal schritt, um die Unterwerfung Draenors selbst in die Hand zu nehmen.
Den kurzen Moment des Schocks hatten sie schnell überwunden. Es war noch nicht zu spät. Sie kämpften sich am Rande die Stufen hinauf und suchten einen von Trümmern geschützten Ort in der Nähe des Dämonenportals, das wie eine grüne Narbe aus den Trümmern emporwuchs. Unendliche Ströme von Dämonen ergossen sich auf die Stufen unterhalb von ihnen und sie konnten nur einen kleinen Teil abwehren, während der Rest die Armee aufzureiben versuchte. Die Kämpfer der Allianz und Horde stellten sich jedoch tapfer Archimonde und hielten ihn in Schach.

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Währenddessen aktivierte Xoranya das Artefakt. Es schien die gesamte Energie des Kosmos in sich aufzusaugen und wandelte sie durch die Paladin in reines Licht um, das zu einer immer größer werdenden Kuppel strahlenden Lichts anschwoll. Xoranya spürte wir diese Enegerie durch sie hindurchströmte, um zu einem gewaltigen Energieball zu werden. Sie konnte nichts anderes tun, als dieser Kraft ein Ziel zu geben.
Wie ein Impuls breitete sich der Lichtball über das Gelände aus und ließ sämtliche Dämonen in heiligem Feuer verbrennen. Das Portal flackerte kurz und wurde dunkel. Archimonde war von der Armee eingekesselt worden und seine Kraft schien zu schwinden. Er stürzte geschwächt zu Boden und stieß mit seiner letzten Kraft Gul’dan durch das Portal, das daraufhin in gleißendem Licht zerbarst.
Eine gespenstische Stille breitete sich aus, als das teuflische Leben aus Archimonde wich, gefolgt von erlösendem Jubel der vereinten Armeen.

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Xoranya hielt immer noch das Artefakt in Händen und blickte auf die unscheinbaren fremdartigen Runen, die auf der goldenen Scheibe konzentrische Kreise bildeten. Nichts ließ mehr darauf schließen, welche unsagbare Macht dieses Artefakt entfesseln konnte und sie überlegte, was sie nun damit tun sollte. Langsam ging sie auf Jack zu und überreichte es ihm. Wenn die Titanen dieses Artefakt auf diese Welt gebracht hatten, hatten sie sicherlich einen Grund dafür und so oblag es den Einheimischen dieses wertvolle Kleinod zu bewahren. Vielleicht war es in der Lage, die Arakkoa von ihrem Fluch zu befreien, so dass sie wieder in Frieden miteinander leben konnten. Wenn die Teufelsmagie von dieser Welt getilgt und die tiefen Wunden geschlossen werden sollten, brauchte es Zeit und Kraft.
Sie verabschiedeten sich voneinander herzlich. Jeder musste wieder seiner Wege gehen. Doch ohne den festen Zusammenhalt während dieser Mission, wären sie nicht soweit gekommen.

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Xoranya blickte über die felverseuchte Trümmerlandschaft unterhalb der Stufen des Dunklen Portals. Hier hatte alles angefangen und nun endete es hier.
„Ich finde, es ist an der Zeit heimzukehren,“ sagte sie und blickte zu Kondo, der seinen Arm um ihre Schultern legte. „Ja, mein Stern!“

Klingenwuts Kommandoposten

Jil, Kondo, Mynariel, Peter und Xoranya trafen sich im Kommandogebäude der Garnison, um ihr weiteres Vorgehen zu planen.
Auf dem Tisch lagen ausgebreitet zwei Karten von Draenor: eine zeigte Talador und die andere den Tanaandschungel. Am Tor von Tanaan überlappten sich beide.
Nachdem alle Platz genommen hatten, erzählte Xoranya was sie an aktuellen Informationen über die Offensive in Tanaan erhalten hatte.
Klingenwuts Kommandoposten ist bereits vor dem Durchbruch nach Tanaan von der Allianz belagert worden. Der Kriegshäuptling der Brennenden Klinge, Azuka Klingenwut, ist dabei getötet worden, so dass von der Festung seither kaum noch eine Gefahr ausgeht. Auch bei der Offensive gegen die Tore von Tanaan hatte der Posten nur noch wenig Gegenwehr zu leisten vermocht. Die verbliebenen Orckrieger wurden heute nicht mehr als Bedrohung angesehen.
Exarch Maladaar hatte die Offensive gegen die Tore von Tanaan angeführt und hielt jetzt die Front im Westen.
Die Hauptstreitmacht der Allianz war bei der Höllenfeuerzitadelle zusammengezogen und belagerte diese. Von dort waren bereits erste Erfolge zu berichten. Es wurde eine Bresche in die Festung geschlagen und die Truppen rückten stetig weiter vor. Geheiminformationen zufolge wurde Gul’dan und der Schattenrat in der Höllenfeuerzitadelle vermutet.
Im Norden lag ein Hafen, an dem stetig Schiffe mit weiteren Orckriegern als Verstärkung ankamen und in Teufelsorcs verwandelt wurden.
Mit der Löwenwacht hatte die Allianz eine schlagfertige Basis in Tanaan erbaut, von der aus alle Operationen koordiniert wurden.
Nun stellte sich die Frage, welche Spur sie weiter verfolgen wollten.
Jil schlug vor in der Löwenwacht nach Ariy zu fragen, möglicherweise ist sie dort gesehen worden.
Peter hingegen meinte, dass man an der Front im Westen beginnen sollte. Möglicherweise war dort etwas über den Späher zu erfahren.
Schließlich kam man zu der Auffassung, dass zunächst im Westen bei Klingenwuts Kommandoposten nach Hinweisen gesucht werden soll.

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Schon von der Ferne konnte man Spuren der letzten Schlacht erkennen. Die Brücke, welche zum Kommandoposten führte, war eingestürzt und die Straße gen Tanaan säumten zahlreiche zerstörte Kanonen.
Gerade als sie die Festung näher unter die Lupe nehmen wollten, ertönte eine seltsame Stimme aus den Schatten. „Kraaaahhh! Fremde! Gute Fremde? Böse Fremde?“
„Kommt darauf an, wer ihr seid?“ erwiderte Xoranya.
„Ich kenn‘ ihn doch,“ sagte Kondo. „Lange nicht mehr gesehen.“
„Ja, das ist der komische Vogel,“ meinte Jil.
„Oh… ja sind doch…“, Jack begann breit zu grinsten und rannte auf die Gruppe zu. „Die Lichtmenschen! Jack freut sich euch zu sehen! Kraaah! Das Spitzohr da kennt Jack nicht. Aber ist mit euch unterwegs, also mag Jack sie. “
Mynariel hob eine Augenbraue. „Spitzohr….ich bin Mynariel.“
„Und was macht ihr hier, wenn ich das so fragen darf?“ sagte Xoranya freundlich.
„Kraaahh… Schattenweiser Iskar ist weg. Weg führt hierher. Jack soll suchen, was passiert, aber hat nur gefunden, dass Schattenweiser im Duschungel ist.“
„Vielleicht können wir uns gegenseitig helfen,“ schlug Jil vor. „Wir suchen jemanden aus Mynariels Einheit.“
„Wir wissen nur, dass sie in dieser Festung war und dann ist sie verschwunden,“ fügte Xoranya hinzu.
„Jack, Ihr kennt sie ja, die die wir suchen, von unserem Einsatz im Schattenmondtal.“
Jack nickte. „Ja, da war Iskar auch. „Hat aber nichts gesehen. Nur Orcs, die alles in Dschungel bringen. Jack hat keine Spitzohren gesehen. Aber Ooorcs und Blauhäuteee… und komische Magie wie da in Stadt der Blauhäute…Schattenrat wieder da, nutzt Magie um diese Dä… Dämo… Dämodingsbumse zu machen.“
Jil atmete tief aus. „Jetzt verstehe ich. Orkische Dämonenbeschwörer. Hm – wenn die Magie von dort ausgeht, würde das dabei helfen, der Spur zu folgen, wenn wir uns dort umsehen?“
„Vielleicht finden wir ja mehr Hinweise…oder zumindest Leichen. Das wäre ja auch ein Hinweis,“ Xoranya klang nicht sehr zuversichtlich.
Aber schließlich stimmten alle dem Vorschlag zu, sich in der Festung umzusehen, um die Magiespur ausfindig zu machen, von der Jack sprach und weitere Hinweise zu suchen.

letztes Gefecht7

Die Festung war nicht sehr gut bewacht. Sie hatten die Wachen schnell ausgeschaltet und drangen ohne Probleme weiter in den Vorhof vor. In einer Grube trainierten einige Orcs und waren von dem Angriff völlig überrumpelt. Sie betraten ein Gebäude draeneischen Ursprungs, das noch weitestgehend intakt war. Innen jedoch war die Einrichtung komplett zerstört und zu einem Lagerraum für Munitionskisten und Pulverfässer umfunktioniert worden. In der Mitte stand ein Tisch mit einer Karte Draenors darauf, die jedoch keine weiteren Aufschlüsse über nicht bereits schon bekannte Angriffspläne lieferte. Als sie das Material näher untersuchten, fand Mynariel einen Wappenrock der Tempelwache. Er war zerrissen und mit Elfen- und Orcblut verschmiert.
Alle schauten bestürzt auf das Fundstück.
„Ein Ork hätte wenig Grund, einen Wappenrock zu verstecken,“ meinte Jil. „Eine Tempelwache hingegen schon.“
„Ihn absichtlich zu verstecken würde passen. Vielleicht wollte sie nicht entdeckt werden.“ Warf Xoranya ein.
Mynariel sah nach, ob sie in dem Stapel noch etwas persönliches von Ariy finden konnte, doch da war sonst nichts.
Also verließen sie das Gebäude wieder und folgten dem Weg weiter hinauf.
Abseits der Straße erregte etwas Jils Aufmerksamkeit und sie hob eine Klinge vom Boden auf. Sie war länger als ein Dolch aber kürzer als ein Schwert und war stark gebogen. Im Griff war ein Symbol eingraviert, das ein Auge mit drei Tropfen an seiner Unterseite zeigte.
Jack nickte eifrig. „Rote Orcs mit weißer Haut haben Auge mit Blut.“
„Hmm, ich habe es schon einmal gesehen,“ sagte Kondo. „Es ist eine Ritualklinge des blutenden Auges aus Zeth’Gol.“
Jil steckte die Klinge ein und bedeutete den anderen weiter zu gehen.
Als sie den Berg erklommen hatten, erreichten sie einen großen Platz mit einem orcischen Kommandogebäude. Als sie sich darin umsahen bemerkten sie das Knirschen vieler Glassplitter unter ihren Stiefeln. Xoranya bückte sich und hob den zerbrochenen Rest einer Phiole auf, in der sich noch eine grüne Flüssigkeit befand.
Jack flippte sofort völlig aus und schrie: „Kraaaah! Nicht! Nicht anfassen!“ Er fuchtelte wild mit den Händen. „Böse Magie, dunkle Magie. Jack hat unten in Arakkoa-Land gespürt. Dunkelheit wird wieder Giftig. Dann Iskar weg. Und hier Echo von dunkler Magie.“
„Anachoretin Rusalka hat etwas erwähnt, was hier beobachtet wurde, das wird doch nicht… das wird nicht hier gewesen sein, in diesem Raum? Das Blut? Dämonenblut?“ Jil betrachtete die grünlichen Reste an der Phiole mit angeekelter Faszination.
„Giftig! Kraaah! Dunkle Magie, böse Magie! Falsche Nutzung von Schattenrat.“
Jil wandte sich an Jack. „Von hier führt also die dunkle Spur besonders deutlich?“
„Besser als in Heimat,“ Jack nickte. „Spur führt aus Festung durch Tor in Dschungel.“
„Nun – folgen wir dieser Spur? Das selbe wird Ariy auch getan haben, wenn sie konnte,“ meinte Jil.
„Dann auf in den Dschungel und vielleicht treffen wir auf den Rangari Späher…Tuul falls ich mich recht entsinne,“ sagte Mynariel.
„Ran… Ranga… Rangadingsbums?“
Mynariel überlegte kurz. „Ehm, Blauhäute.“
„Dann wir gehen los und suchen Blauhaut!“ krähte Jack schon fast feierlich und schritt voran.
Die anderen folgten ihm aus der Festung und schlugen den Weg Richtung Tore von Tanaan ein, vorbei an zerstörten Kanonen und verbrannter Erde.
Als sie das gewaltige Tor durchschritten hatten, konnten sie den Kampflärm von der anderen Seite schon hören. Leichen von abartig veränderten Orckämpfern, überströmt von grünem Blut wiesen ihnen den Weg zur Front.

Unerwarteter Besuch

Soldaten, Abenteurer, Idealisten. Am zentralen Brunnen von Mondsturz konnte man so manch interessantes Gespräch führen und neue Bekanntschaften machen.
So auch an jenem Abend, als eine fremde Nachtelfe, die sich später als Mynariel Nachtläufer vorstellte, die Garnison betrat. Sie erklärte, dass sie Mitglied Elunes Tempelwache sei und entsandt worden war, um Nachforschungen zum Verbleib ihrer Einheit hier auf Draenor anzustellen. Gesucht wurden der Druide Irbisil und die beiden Schildwachen Ariy Nachtschleicher und Seychal Winterhauch.

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Jiltanith erinnerte sich sofort an den kauzigen Druiden, der vor allem durch seine Vorliebe zu übermäßigem Alkoholkonsum im Gedächtnis geblieben war. Sie empfahl Versorger Hanfa zu befragen. Der Draenei hatte schon seit ihrer Ankunft hier in Draenor Handel mit den Neuankömmlingen betrieben und sein Geschäft mittlerweile zu einem geräumigen Verkaufsstand mit Sitzgelegenheiten ausgebaut.
Freundlich wie immer begrüßte er die Gruppe bestehend aus Mynariel, Jiltanith, Peter, Kondo und Xoranya. „Arkenon poros, was kann ich für euch tun?“
„Wir suchen einen Druiden namens Irbisil,“ Mynariel zögerte etwas bevor sie vortrat.
„Irbisil…Druide….hat er etwas bei mir gekauft, mit dem er nicht zufrieden ist?“
„Nicht das wir wüssten, aber wir haben ihn länger nicht gesehn – war er in letzter Zeit hier? Vielleicht hat er Alkohol gekauft,“ warf Jil ein.
Versorger Hanfa strich mit seiner Hand mehrfach über seine Tentakel im Gesicht. „Jetzt da ihr dies sagt, glaube ich mich an eine seltsame Gestalt zu erinnern. War es ein Elf mit langen Ohren?“
Jil nickte heftig.
„Hm, er hatte viel Zeit hier verbracht und auch sehr viel getrunken, bis er unter dem Tisch lag.“
„Das klingt nach genau dem Richtigen,“ meinte Jil.
„Aber ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Er redete immer wieder von den Botani. Sie schienen sein Interesse geweckt zu haben.“
„Die haben der Gruppe der Kirin Tor doch zugesetzt und wollten in Sturmwind eindringen,“ Peter blickte fragend in die Runde.
„War er bei dem Einsatz dabei?“ Xoranya wandte sich Jil zu.
„Ja, aber das ist lange her.“
„Und danach hat er sich selbständig gemacht? Typisch Druide.“
„Kann mir jemand erklären was genau Botani sind? Ein Druide, der sich zu Pflanzen hingezogen fühlt, ist ja nichts Neues.“ Mynariel blickte fragend in die Runde.
„Botani sind Leute, die wohl auch Pflanzen sind,“ erklärte Jil. „Leider waren die, die wir getroffen haben, der Ansicht, das Menschen und ähnliches einen guten Nährboden für sie abgeben.“
„Vielleicht ist er dorthin, um sie näher zu studieren,“ meinte Mynariel.
Von allen Seiten kam zustimmendes Nicken. Das war eine Spur, die sie im Augen behalten sollten.

Sie bedankten sich bei dem Versorger und machten sich auf den Weg zum nahegelegenen Außenposten der Nachtelfen. Dort waren die beiden Schildwachen sicherlich bekannt und man wusste vielleicht auch wohin sie verschwunden waren.
Sternenfall lag gleich rechts der Garnison hinter einem Berg. Der Stützpunkt wurde gut bewacht und Wächterinnen patrouillierten dort. Am Mondbrunnen trafen sie auf die kommandierende Mondpriesterin Delas Mondfang.

letztes Gefecht2
Mynariel salutierte vor der Mondpriesterin. „Elune adore Priesterin, ich würde euch gerne etwas fragen falls ihr Zeit erübrigen könnt.“
„Elune adore, Schwester. Was habt ihr auf dem Herzen?“
„Ich bin auf der Suche nach den Schildwachen Ariy und Seychal, sie gehören der Tempelwache an und wurden zuletzt hier in der Nähe gesehen. Wisst ihr etwas über die zwei?“
Delas Mondfang blickte erst prüfend auf die Versammlung an Menschen und wandte sich dann wieder der Elfe vor ihr zu. „Die Schildwachen Ariy Nachtschleicher und Seychal Winterhauch wurden entsandt, um Gul’dan und den Schattenrat zu jagen.“
„Eine ernstzunehmende und schwere Aufgabe,“ murmelte Peter, während die anderen zustimmend nickten.
„Die Geschichte dieser Welt darf sich nicht wiederholen,“ sagte die Priesterin mit harter Stimme.
Mynariel schluckte schwer. „Könnt ihr mir sagen wo sie gerade stationiert sind?“
Delas blickte nochmals über die Gruppe und sagte bestimmt: „Beide agieren völlig selbständig und sind niemandem Rechenschaft schuldig. Es würde ihren Auftrag behindern, würden Nachrichten über ihren Aufenthaltsort kursieren.“
Peter konnte sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben und trat vor. „Verzeiht werte Mondpriesterin. Aber widersprecht ihr euch da nicht? Eben hieß es noch, sie wurden entsandt, um den Schattenrat zu jagen. Und ihren Auftrag würde es behindern, wenn sie keine Hilfe bekommen. Zu zweit gegen den Schattenrat… bei allem Respekt, das schafft keiner. Ihr könnt eurem Volk helfen oder schweigen und es auf dem Gewissen haben, sie vielleicht dem Tode ausgesetzt zu haben.“
Auch wenn keiner es sonst zur Sprache brachte, schienen doch alle die Meinung des Geistlichen zu teilen.
„Falls sie gescheitert wären wüsste das ja auch niemand und das würde die Lage verschlimmern, jemand muss doch wissen wo sie sein könnten,“ bedrängte Mynariel die Priesterin weiter.
„Oder aber, gibt es eine Möglichkeit, Ihnen eine Nachricht zukommen zu lassen, falls sie sich regelmäßig irgendwo melden?“ warf Jil ein.
„Ich kann euch nicht sagen, wo sie sich befinden, da ich es nicht weiß. Aber……als sie aufbrachen, war ihr Ziel Anachoretin Rusalka in Auchindoun zu treffen.“
Die Spannung in der Gruppe löste sich, als Jil und andere aufatmeten.
„Das ist eine wertvolle Information werte Priesterin. Ich kann euch dafür gar nicht genug danken,“ Mynariel lächelte.

letztes Gefecht3
Alle bedankten sich für das Gespräch und die Mondpriesterin wünschte der Gruppe viel Erfolg bei ihrer Suche. Etwas abseits besprachen sie sich, was sie bisher erreicht hatten und als nächstes zu tun gedachten. Mynariel war etwas überrascht, dass alle bereit waren sie bei ihrer Suche zu unterstützen. Doch alle hielten es für eine ausgesprochen schlechte Idee eine Unwissende den Gefahren Draenors alleine auszusetzen. Außerdem war nicht auszuschließen, dass sie denjenigen in die Quere kamen, welche die Gesuchten jagten.
Man fasste also den Entschluss zunächst Anachoretin Rusalka in Auchindoun aufzusuchen. Jil kannte die Draenei seit ihrer Ankunft, wonach sie die Fremden herzlich willkommen geheißen und sich für den Aufbau freundschaftlicher Beziehungen eingesetzt hatte.
Zurück in der Garnison mussten sie allerdings feststellen, dass momentan alle Greifen unterwegs waren und erst am nächsten Tag wieder zur Verfügung standen. So begaben sich schließlich alle zur Ruhe, nachdem man Mynariel zahlreiche Vorschläge für ihre Unterbringung gemacht hatte.

Xoranya und Kondo hingegen zogen sich in die Kaserne zurück, denn es gab noch eine unangenehme Nachricht zu besprechen. Konstrukteur Neevar, den sie aus den Klauen der Eisernen Horde befreit hatten, war seinen schweren Verletzungen erlegen. Xoranya hatte noch vor seinem Tod mit ihm sprechen können, doch diese Erfahrung belastete sie schwer.
Mit zitternder Stimme begann sie zu erzählen: „Als ich zu ihm kam, leuchteten seine Augen nur noch ganz schwach und er konnte nur flüstern. Ich musste ihm versprechen, dass wir das Artefakt, das die Orcs aus Nagrand gestohlen haben finden und zerstören“
„Das werden wir, mein Stern. Das Licht wird bei uns sein,“ versuchte Kondo sie aufzumuntern.
„Er sagte, er hätte einen Energiewandler oder sowas bauen müssen.“
„Ein Energiewandler. Hm. Sollten wir ein Ingenieur fragen, was das bedeutet?“ Kondo legte seinen Arm um Xoranya.
„Er hat aber auch gesagt, dass sie rausgefunden haben, dass das Ding nicht richtig funktioniert, weil er es sabotiert hat, dafür haben sie ihn dann gefoltert.“
„Das war sehr mutig von ihm. Es gibt uns Hoffnung, dass sie das Gerät nicht lange betreiben können.“
„Aber er sagte, sie können das Artefakt doch noch irgendwie benutzen und dann zerreißt es die Zeit….oder so ähnlich. Er hat ziemlich wirr gesprochen. Das Artefakt ist wohl eine Erfindung der Apexis. Und er weiß wohin sie das Artefakt geschafft haben: nach Tanaan.“ Xoranyas Stimme klang wieder etwas fester.
„Verdammt! Das ist keine gute Nachtricht. Gibt es mehr Hinweise? Tanaan ist groß,“ meinte Kondo.
„Erinnerst du dich noch an die Karte in dem Belagerungswerk? In der der Dolch steckte?“
Kondo nickte.
„Ich glaube, das könnte ein Hinweis sein. Ich hab die Karte noch irgendwo, die müssen wir uns mal genauer ansehen,“ sagte Xoranya.
Beide beschlossen sich mit der Karte intensiver auseinander zu setzen. Doch nun war es auch für sie Zeit sich zur Ruhe zu begeben, wollten sie für die anstehende Reise ausgeruht sein.