Fliegen und Schwimmen

Es war einfach zu Nass im Hafen von Menethil. Hier wurde nach der Katastrophe bis heute nichts getan. Die Burg mit dem Dorf wurde immer noch nicht trockengelegt. Kondo konnte das nicht verstehen. Jedenfalls blieben sie nicht lange und nahmen das erstbeste Schiff nach Theramore in den Düstermarschen. Die Überfahrt war sehr entspannend. Kondo übte mit Jordán den Schwertkampf und Xoranya übernahm die Bildung von Jordán. Manchmal angelten sie gemeinsam und fingen tatsächlich einige Fische für das Abendessen. Kondo hatte Xoranya schon lange nicht mehr so glücklich gesehen.

Die Ankunft in Theramore war ernüchternd. Schon von weitem sah man die Zerstörung, die Garrosh Höllschrei mit einer von der Fokussierenden Iris gestärkten Manabombe zerstörte. Um Glück gibt es Garrosh Höllschrei der Massenmörder nicht mehr. Etwas in Gedanke ritten Sie durch die Ruinen in Richtung Südliches Brachland. Unterwegs passierten sie etliche Brücken mit einigen Soldaten, die Wache standen.

Der Übergang von den Düstermarschen ins Südliche Brachland war ein kompletter Vegetationswechsel. Es wurde sehr warm und sie waren froh am Abend bei einer kleinen Ansammlung Reisender ein Platz am Feuer zu finden. Lange unterhielten sie sich nicht. Jordán war die Hitze nicht gewohnt und schlief sofort ein. Xoranya und Kondo sahen sich noch den Sonnenuntergang an bevor sie sich zurückzogen.

Der Morgen begann damit, dass sich Kondo auf die Jagt machte und mit einem kleinen Huhn zurückkam. Xoranya lachte ihn liebevoll an. Kondo zuckte mit den Schultern und sagte leise „besser ein kleines Hühnchen, als eine große Kuh“ und schielte zum Tauren, der noch am Feuer schlief. Xoranya kicherte und nickte ihm zu. Nach der wirklich kleinen Mahlzeit verabschiedeten sie sich höflich und zogen weiter Richtung Tausend Nadeln. Unterwegs durchquerten sie den Kral der Klingenhauer. Ein sehr unwirklicher Ort. Hinter jeder seltsamen Ranke oder Pflanze vermuteten sie eine dieser unberechenbaren Kreaturen. Stets mit einer Hand auf seinem Schwertknauf ritten sie weiter.

Auf einmal ging es nicht weiter. Der Abgrund war tief, sehr tief. Den sicheren Übergang zu Tausend Nadeln gab es nicht mehr. Kein Fahrstuhl und keine Brücke waren noch intakt. Wie sollten sie nur dort hinunter kommen? Kondo hatte eine Idee und kramte in seiner großen Packtasche. „Hier ist es, mein Stern“, rief er ganz aufgeregt. Xoranya schaute ihn an, „Du denkst aber auch an alles“.
Sie verscheuchten die Pferde, verstauten das Gepäck und prüften alle Seile und Tücher.
Kondo beugte sich zu Jordán hinunter und sprach mit fester Stimme. „Du brauchst keine Angst zu haben, mein Sohn. Halte dich an mir fest und genieße den Flug“. Kondo lächelte ihn an und war sich nicht sicher, wie er Jordáns Gesichtsausdruck deuten sollte. „Vertrau mir, es wird dir nichts geschehen“. Jordán nickte und klammerte sich an Kondo. Zur Sicherheit legte Kondo Jordán doch noch ein Seil um und verband es mit ihm. Nun schaute er zu Xoranya, hob die Hand und rief, „los!“.
Beide sprangen mit jeweils einem Gleiter in die Tiefe. Der Wind wurde laut. Ein rauschen und pfeifen umhüllte sie. Jordán jubelte und schrie, „Das ist so toll!“. Nach ein paar Augenblicken stabilisierte sich der Gleiter und ganz ohne Geräusche flogen sie im Canyon von Tausend Nadeln. Ein herrliches Gefühl!

Sie legten eine weite Strecke zurück. Immer rascher kamen sie der Oberfläche des Wassers näher. Kondo rief zu Jordán, „Wir werden jetzt springen, In Ordnung?“. Jordán nickte und machte die Augen zu. Kondo ließ den Gleiter los und sie fielen ins Wasser. Jordán strampelte etwas, aber er war ein guter Schwimmer. Kondo sah Xoranya über sich fliegen bevor sie absprang. Bei ihr sah das viel eleganter aus. Sie schien zu schweben, bevor sie ins Wasser eintauchte.
Gemeinsam schwammen sie an das schmale Ufer. Neben ihnen erstreckten sich hohen Steinformationen in die Höhe. Xoranya schüttelte sich und sah die beiden an. „Das war zu erwarten, dass hier unten weit und breit nichts ist“. Kondo nickte ihr zu. „Gehen wir ein Stück weiter, vielleicht finden wir jemanden der uns mit dem Boot mitnimmt“.
Es dauerte lange, bis jemand ihnen zurief und fragte, ob er sie mitnehmen kann. Erleichtert stiegen sie ins Boot. Xoranya fragte den Bootsführer, wohin er fährt. Er antwortete etwas seltsam. „Zu den Goblins und Gnomen auf dem großen Schiff dort hinten“. Kondo und Xoranya schauten sich an. „Goblins und Gnome zusammen auf einem Schiff?“. „Ja“, sagte er und schwieg.

Das Schiff war sehr groß und die Lautstärke gefiel Kondo gar nicht. Sie bezahlten den Boots Eigentümer und betraten das Schiff. „Vielen Dank noch einmal für ihre Hilfe“, sagte Xoranya und stieß das Boot weg vom Schiff.
Beide folgten den Schildern, die zu einer Bar führten. Überall sprangen, rannten und lachten Gnome und Goblins. „Was die hier wohl feiern“, fragte Kondo. Xoranya zuckte mit den Schultern. „Lass uns schnell was zu trinken holen. Ich bin richtig durstig“. Kondo nickte und sie bahnten sich einen Weg zum Gasthaus. Sie tranken ausgiebig und erholten sich etwas. Nach einer Weile sagte Kondo, „ Lass uns noch das Stück bis Gadgetzan weiter reisen. Das ist mir hier zu laut und ungemütlich. „Du hast Recht. Ich habe ständig die Sorge bestohlen oder in die Luft gejagt zu werden“, sagte Xoranya.

Mit einem kleinen Boot, das ein Gnom für ein paar Silber steuerte, kamen sie am Rand von Tanaris an. Das letzte Stück liefen sie, bis sie endlich Gadgetzan betraten. Im Gasthaus bestellten sie eine große Portion Essen. Der Gnom schüttelte immer wieder den Kopf, „Diese Menschen essen aber auch wirklich viel“.

Ziemlich erschöpft gingen sie schlafen. Selbst der Kuss vor dem schlafen war so anstrengend wie nie zuvor.

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Bahnen sind nicht nass

Sehr froh darüber, dass sie endlich Zeit nur für sich hatten ging die Reise los. Xoranya erzählte Jordan, dass sie mit der Tiefenbahn nach Eisenschmiede fahren und das Jordan unbedingt auf das Meer achten soll, das sie durchfahren. Jordan staunte und sagte „Aber Mamma, da werden wir doch ganz Nass“. Xoranya lachte. „Nein, wir fahren durch eine Röhre nach Eisenschmiede. Da wird man nicht nass. Aber an einer Stelle ist die Röhre durchsichtig und man kann das Meer sehen“. Jordan schaute sie an und schüttelte den Kopf. „Das muss ich unbedingt sehen“, sagte Jordan und zog kräftig am Ärmel von Xoranyas Hand um sie schneller zur Tiefenbahn zu bringen.
Jordans Augen weiteten sich und er staunte. Er rief ständig, schaut mal hier und schaut mal dort als wir den durchsichtigen Bereich der Tiefenbahn durchfuhren. Und so schnell wie alles großartig war, war es auch schon wieder vorbei. „Können wir bitte zurück fahren?“, fragte er. Ein anderes Mal mein Sohn, sagte Kondo. „Wir haben eine weite Reise vor uns. Aber wir kommen hierher zurück. Das verspreche ich dir“.
Jordan war von Eisenschmiede sehr beeindruckt. „Das ist ja so riesig hier. Sind wir wirklich in einem Berg?“. Er hörte gar nicht auf zu fragen, bis Kondo zu ihm sagte, „Wir gehen jetzt zu der Halle der Forscher, da gibt es spannende Sachen und Ausgrabungsstücke“. Jordan verzog das Gesicht. „Na gut“.

Xoranya und Kondo schauten fasziniert über die Ausstellungsstücke. Nur Jordan war nicht begeistert. „Können wir gehen, das ist langweilig“, sagte er und schlurfte hinterher. Xoranya und Kondo können ihn leider nicht begeistern. Als sie fertig waren nahm Kondo Jordan auf dem Arm und sagte, „So großer, jetzt wird es hoffentlich spannender für dich. Wir reiten jetzt zum zerstörten Staudamm von Loch Modan. Das wird dir gefallen. „Na gut“, sagte Jordan. „Hoffentlich wird das nicht so langweilig“.

Xoranya besorgte vom Flugmeister in Eisenschmiede zwei große Packpferde. Xoranya nahm Jordan mit auf das Pferd und mit einer gemütlichen Reitgeschwindigkeit machten sie sich auf nach Loch Modan.

WOW, schrie Jordan am Staudamm. Der ist ja riesig. Xoranya nickte. „Ja du hast Recht. Das ist wirklich beeindruckend. Leider ist er seit dem Cataclysmus zerstört. Es wird Zeit, dass die Zwerge den Staudamm wieder reparieren.

Nachdem sie am Staudamm ein reichhaltiges Picknick zu sich genommen hatten und die Aussicht bewunderten, ritten sie zusammen zum Hafen von Menethil.

Die Botschaft in Sturmwind

Irgendwie fand er seine leichte Rüstung nicht. Kondo kramte in allen möglichen Kisten, doch er fand sie nicht. Er grummelte vor sich her und öffnete die Kiste mit den Angelsachen. Das müsste für den Anfang reichen. Für den ersten Abschnitt der Reise erwartete er keine Angriffe oder Kämpfe.
nachdem er sich umgezogen hatte, wollte er noch eine kleine Überraschung vorbereiten und schlich sich aus dem Haus. Später wollte er sich mit Jordan und Xoranya an dem neuen Botschaftsgebäude in Sturmwind treffen. Jordan wollte sich unbedingt die neuen Völker ansehen, wie einen Lichtgeschmiedeten Draenei.

Kondo lief Barfuß durch das Zwergen Viertel. Noch schaute er oft auf den Boden um nicht in Nägel oder Glasscherben zu treten. Vorsichtig lief er am Auktionshaus vorbei. Er fühlte sich ohne Rüstung so leicht wie eine Feder. Er hatte so lange in seiner Rüstung gesteckt, dass er garnicht mehr wußte, wie sich Gras an seinen Füßen anfühlte. Mit einem Lächeln ging er vorsichtig in Schlangenlinien zur Botschaft.
Xoranya und Jordan warten schon auf Kondo und er schloss sie zur Begrüßung herzlich in seine Arme. „Wie hast du geschlafen, mein Stern“, fragte er und Xoranya antwortete „Nicht so gut, ich hatte seltsame Träume“. Kondo küsste sie und sagte, „Das geht vorbei. Wir werden eine schöne Reise machen um den Kopf frei zu bekommen. Danach wirst du wieder richtig schlafen können“. Xoranya nickte. „Das hoffe ich“, sagte sie. „Gehen wir zur Botschaft und sehen uns dort die neuen Verbündeten an?“. Joran klatsche in die Hände. „Au ja, ich will den Licht Draenei sehen“.

Xoranya wollte schon losgehen, als Kondo sie zurückhielt. „Warte einen Augenblick. Ich habe eine Überraschung. Du weißt doch, das manchmal Tiere so anhänglich bei mir sind“. Sie nickte und lächelte Kondo an. „Neulich ist mir ein Rabe in Sturmheim zugeflogen und wich nicht mehr von meiner Seite. Ich nenne ihn Konrad und ich habe ihm einen Trick beigebraucht. Oder der Rabe mir, weil er zu Belohnung immer ein Kräcker bekam. Wer weiß das schon. Kondo sah zu Xoranya und grinste. Bleib mal hier stehen. Ich zeig ihn dir“. Kondo entfernte sich einige Meter. Dann Pfiff er mit 2 Fingern im Mund. Plötzlich stürzte ein Rabe vom Himmel und setzte sich auf seine Schulter. Kondo gab ihm ein Kräcker zur Belohnung. An Xoranya gerichtet sagte er, „Pass auf und bewege dich nicht“. Er gab eine leise folge von Pfeiflauten von sich, der Rabe spreizte die Flügel und flog auf Xoranya zu. Sie erstarrte zu Salzsäule und machte große Augen. Der Rabe zottelte an ihrem Gürtel und flog wieder zu Kondo. Das war ihr aber zu viel. Sie fuchtelte mit den Händen vor sich hin und her und sah nicht glücklich aus. Kondo lief rasch zu ihr. Sie schaute ihn strafend an und sagte, „Mach das nicht noch mal, Liebster“. Kondo schaute verlegen. „Tut mir Leid, mein Stern. Ich wollte dich nicht erschrecken. Aber schau mal was ich hier in meiner Hand habe“. Langsam hob er die Hand und zeigte zwischen seinen Fingern eine Goldmünze. Xoranya staunte. „Das machst du aber nicht bei anderen Leuten. Das bringt Ärger“. Kondo schüttelte den Kopf. „Keine Sorge, es sollte nur ein Spaß sein und ich werde es nicht nochmal machen, versprochen“. Xoranya lächelte und küsste ihn auf die Wange. „Gut dass du es einsiehst. Aber nun lass uns in die Botschaft gehen“.

In der Botschaft war es voll. Aysa Wolkensänger, Muradin Bronzebart, Tyrande Wisperwind, Alleria Windläufer, Gelbin Mekkadrill, Genn Graumähne, Hochexarch Turalyon, Anduin Wrynn und Prophet Velen unterhielten sich angeregt.
Xoranya und Kondo salutierten. Alle in der Runde nickten ihnen freundlich zu. „Entschuldigt meine Unterbrechung“, sagte Xoranya. „Aber mein Sohn, Jordan wollte euch Hochexarch Turalyon, unbedingt etwas fragen. Hochexarch Turalyon nicke und beugte sich zu Jordan herunter. „Nun kleiner Held, was willst du wissen?“. Jordan stockte etwas in der Stimme. „Was passiert nun, nachdem die Legion besiegt ist?“. Hochexarch Turalyon, wurde ernst bei der Frage. „Wir haben erledigt, wofür wir hierherkamen. Was wir jetzt tun – liegt an uns. Andere sind noch dort draußen. Wir müssen sie finden und herbringen. Wir werden diese Welt auskundschaften. Uns neue Verbündete suchen. Die Horde weiter bekämpfen. Das Licht ist mit uns. Wir haben viel Arbeit vor uns. Aber die Welt wird so werden, wie wir sie gestalten!“ Jordan stand mit offenem Mund da. Er versuchte zu salutieren und sagte, „Ich werde der beste Krieger überhaupt und ganz“. Hochexarch Turalyon nickte und stand auf. „Ein ehrbares Ziel, kleiner Held. Aber nun entschuldigt mich. Wir besprechen gerade die Merkwürdigkeiten in Silithus“. „Natürlich Hochexarch Turalyon“, sagte Kondo und beide salutierten und verließen die Botschaft.

Jordan rannte draußen herum und machte wilde Kämpfgeräusche und sprang wie ein Grashüpfer umher. „Nimm das, und das und das. Ich gewinne!“. Mit einem wilden Schrei rannte er zum kleinen See vor der Botschaft. Beide lächelten und ließen Jordan sich austoben. „Was meinte er mit Merkwürdigkeiten in Silithus?“, frage Kondo. Xoranya schüttelte den Kopf. „Das weiß ich nicht. Aber ich weiß das wir unsere Reise jetzt fortsetzen werden“. Kondo lächelte sie an. Er nahm ihre Hand und sagte, „Na dann lass das Abenteuer beginnen“.

Ruhe zur richtigen Zeit

Kondo schaute vom Fenster auf die Kanäle in Sturmwind. Xoranya und Jordan schliefen noch. Es war keine paar Tage her, dass sie „Argus, den Zerütter“ besiegten und damit die brennende Legion zurückschlugen. Im Kampf gegen die Legion starben so viele Kammerden, dass er sie nicht mehr zählen konnte. Kondo ballte die Faust und empfand nur Leere.

Ein Tag vorher
Xoranya und Jordan trafen in Sturmwind ein und er umarmte seine beiden Liebsten schon fast zu doll. „Es ist schön euch beide wieder zu haben“, sagte er und nahm die Hand von Xoranya und Jordan. Gemeinsam liefen sie durch Sturmwind, erzählten und lachten miteinander, schlemmten Eis und gingen in „Die Güldene Rose“ um zu essen.
Am Abend, während eines Picknicks, hatte Xoranya eine großartige Idee. Sie fragte Kondo, ob er nicht Lust hätte mit Ihr und Jordan eine schlichte Reise durch Azeroth zu machen, um den Kopf frei zu bekommen und Jordan die großen Errungenschaften von Azeroth zu zeigen.

picknick_urlaub

Kondo war sehr angetan von dieser Idee. Er freute sich darauf alte Orte zu besuchen, die er so lange nicht mehr besucht hatte. Allein was er damals in Menethil erlebt hatte, würde ein Buch füllen. Er lächelte Xoranya an, küsste sie auf ihre zauberhafte Nase und entführte sie auf eine romantische Bootsfahrt durch Sturmwind.

bootsfahrt

Die Bootsfahrt war sehr schön, obwohl das Boot etwas schäbig rüberkam. Sie erzählten sich alte Geschichten, diskutierten die allgemeine Lage und bewerteten die neuen verbündeten Völker. Zum Schluss musste der Bootsverleiher sie aus dem Boot vertreiben, weil sie sich leidenschaftlich küssten und ihre Umgebung dabei nicht mehr beachteten. Sie wären vor laute Leidenschaft fast in den Kanal gefallen. Mit einem etwas roten Kopf verließen sie das Boot und machten sich auf den Heimweg.

bettruhe

Heute
Die Leere verschwand, als er an gestern dachte. Kondo lächelte bei dem Gedanken, dass der Bootsverleiher mit offenem Mund dastand, als sie sich so innig küssten.

Leise ging er ins nächste Zimmer um sich ordentliche Kleidung für die Reise herauszusuchen.

Das Tor zur Hölle

Gul’dan war gefallen und sein Plan Illidans Körper zu missbrauchen, um Sargeras einen Weg nach Azeroth zu ebnen, war gescheitert. Die Seele des Dämonenjägers wurde seinem Körper zurückgegeben. Doch die Legion war damit noch lange nicht besiegt.
Einst war das Grabmal des Sargeras ein strahlender Tempel der Elune gewesen, der bei der Zerschlagung in den Tiefen des Meeres versunken war und in dem die Wächterin Aegwynn Sargeras‘ Avatar für alle Ewigkeit eingeschlossen hatte. Doch Gul’dan hatte ihre Zauberschutze niedergerissen und ein Portal erschaffen, durch das die Legion ungehindert ihre Armeen senden konnte. König Varian Wrynn hatte bei der ersten Offensive an der verheerten Küste sein Leben gegeben, um seine Krieger vor dem Untergang zu retten. Doch diese Niederlage würde die Allianz niemals hinnehmen. Vereint mit den Ordensmeistern und ihren neuen Verbündeten der verheerten Inseln, errichteten die Legionsrichter einen Brückenkopf auf der verheerten Küste und bereiteten den Sturm auf das Grabmal vor. Jene, die einst den ehrwürdigen Tempel schützen sollten, wandten sich nun gegen sie. Langsam aber mit stetem Fortschritt nahmen die Legionsrichter Ebene um Ebene des Grabmals ein und gelangten schließlich zu jenem Portal, das die Legion endlich von Azeroth abschneiden sollte. Doch Kil’jaeden, der die Invasion Azeroths beaufsichtigte, floh im letzten Augenblick auf sein Dimensionsschiff und entging somit seinem gerechten Urteil. Während Khadgar nun die Chance sah, das Portal endgültig zu schließen, wollten Velen und Illidan diesen Kampf endlich beenden. Der Betrüger und der brennende Kreuzzug sollten endlich ein Ende finden. So folgten sie Kil’jaeden in den Nether auf sein Dimensionsschiff, um die letzte Schlacht um die Zukunft Azeroths zu schlagen.

Xoranya betete für all jene Helden, die sich diesem aussichtslosen Kampf gestellt hatten und bereit waren ihr Leben für eine ganze Welt zu opfern. Sie war auf jede schlechte Nachricht vorbereitet, darauf zu einem weiteren Kreuzzug des Lichts gegen die Dunkelheit gerufen zu werden. Aber das was dann geschah, versetzte selbst sie in Angst und Schrecken. Noch bevor sie die Nachricht erreichte, dass Kil’jaeden besiegt worden war, erschien ein felgrün leuchtender Planet am Himmel – Argus. Dass Illidan dafür verantwortlich war, erfuhr sie erst viel später.
Weltuntergangsverkünder schossen aus dem Boden wie Pilze und nährten die Angst der einfachen Leute, die keine Ahnung von dem hatten, was dort oben geschehen war.
Xoranya blickte zum Himmel hinauf zu ihrem Untergang und ballte die Fäuste. Sie dachte an den Schwur, den sie einst bei ihrer Weihe zum Paladin geleistet hatte. Auch wenn es bedeuten mochte, dass sie ihren Sohn niemals wiedersah. Niemals würde sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren können, nicht alles getan zu haben, um ihre Welt und die Zukunft ihres Kindes zu retten. Und sie war sich sicher, dass Kondo genauso dachte.
Gemeinsam schlossen sie sich Velen und der Expedition nach Argus an, um der Legion ein endgültiges Ende zu setzen oder bei diesem Versuch zu sterben. In der Exodar erwartete sie eine gewaltige Armee der Draenei. Es schien als ob jeder kampffähige Mann und jede Frau gewillt war, endlich zu ihrer Heimatwelt zurückzukehren und sie von der Unterjochung durch die Legion zu befreien. Dort erfuhren sie, dass die Draenei ein neues Raumschiff gebaut hatten, mit dem sie nach Hause zurückkehren wollten – die Vindikaar. Nun sollte sie das Schiff nach Argus bringen, damit sie sich der Armee des Lichts anschließen konnten und dem Kampf gegen die Legion ein Ende zu bereiten.

Argus1

Als die Vindikaar Argus erreichte, blickten sie auf eine zerstörte Welt. Eine zerklüftete Landschaft breite sich unter ihnen aus, die durchzogen war von grünen Strömen aus reinem Fel. Da erschien plötzlich am Horizont ein Lichtblitz und die Xenedar enttarnte sich. Bevor sie Kontakt mit der Armee des Lichts aufnehmen konnten, wurde das Schiff vom Boden aus abgeschossen und stürzte ab. Die Belagerungswaffe der Legion begann sich erneut auszurichten, diesmal auf die Vindikaar…

Die Nachtfestung

Endlich war die Zeit gekommen. Die vereinten Armeen warteten am Hafen der Astravaar, um mit der Belagerung zu beginnen.
Die Kriegsgleven der Nachtelfen rückten auf die Nachtfestung vor, während Hochelfen und Blutelfen Seite an Seite mit ihnen in die Schlacht ritten. Doch der Angriff nahm ein jähes Ende, als ein Abbild von Elisande vor den verschlossenen Toren erschien und die gesamte Armee in einer Temporalverschiebung einschloss. Da die Paladine mit Khadgar die Nachhut zusammen mit den Nachtsüchtigen bilden wollten, gelang es ihnen nur knapp zu entkommen.
Khadgar konnte die Zeitverschiebung schließlich auflösen und die Anführer der Elfenarmeen befreien. Doch war damit dieser Vorstoß gegen die Festung beendet. Sie mussten einen anderen Weg finden.

Thalyssra war sehr verwundert, dass Ly’leth sie nicht gewarnt hatte. Doch hatte sie schon seit einiger Zeit keine Nachrichten mehr von ihr erhalten. Das konnte nur bedeuten, dass man sie enttarnt hatte und das würde unweigerlich zu ihrem Tod führen. Also mussten sie schnell herausfinden, was Ly’leth ihnen versucht hatte mitzuteilen. Dazu untersuchten sie die Seherkugeln auf der Terrasse der Erleuchtung. Und tatsächlich hatte die Dämmerwache ihre Nachrichten abgefangen. Darin sprach sie von einem Riss unter der Nachtfestung, welchen die Arkanisten der Nachtgeborenen unter allen Umständen zu schließen versuchten. Das konnte ihre einzige Chance sein, Elisandes Schutzzauber zu umgehen und doch noch einen Weg in den Palast zu finden.
So begleiteten sie Valtrois zum Sanktum der Ordnung, um ihr zu helfen die Verzauberung zu brechen.

Suramar21

Nachdem sie die Wachen ausgeschaltet hatten, konnte Valtrois das Schutzschild untersuchen und es sah so aus, als ob es nicht vom Nachtbrunnen genährt wurde, sondern von den Leylinien. Sie konnte die Machtquelle nach Kel’balor zurückverfolgen. Dort fanden sie ein Gerät, das einen Teil der Energie ins Sanktum der Ordnung umleitete. Valtrois entfernte es, um es zu untersuchen und einen Weg zu finden die Barriere auszuschalten.
Als sie zu Thalyssra zurückkehrten, erwarteten sie schlechte Neuigkeiten. Offenbar hatte jemand schon länger die Kommunikation zwischen Shal’Aran und Ly’leth beobachtet, denn ein Felkristall mit einer Nachricht wurde ihnen zugestellt und das verhieß nichts Gutes.
Als sie den Kristall aktivierten, erschien ein Abbild der neuen Ersten Arkanistin Andaris. Diese drohte damit noch mehr Bürger von Suramar zu quälen, sollte Thalyssra sich ihr nicht bei Ly’leths Anwesen stellen. Zusammen mit einer kleinen Armee der Verdorrten brachen die Paladine mit ihr auf ins Ungewisse.
Kondo vermutete eine Falle und mahnte zur Vorsicht. Und genauso kam es. Andaris verspottete sie mit ihrer Projektion und löschte die Armee der Verdorrten mit einem Teufelsfeuerschlag aus. Thalyssra wurde schwer verletzt und brachte sich in Sicherheit. Nun war es an ihnen soviele Angestellte und Familienmitglieder der Lunastre zu retten, wie sie konnten.

Zurück in Shal’Aran wollte Oculeth, dass sie weitere Messungen mit dem telemantrischen Signalgeber durchführten, was wenig spektakulär aber offenbar nötig war.
Thalyssra hatte sich in der Zwischenzeit wieder etwas erholt und neue Pläne mit den Verdorrten. Sie sollten diese der Teufelsmagie aussetzen, um sie dagegen widerstandsfähig zu machen.
„Das gefällt mir nicht, dass wir damit rumexperimentieren,“ gab Kondo zu bedenken.
Xoranya nickte. „Na ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist.“
Mit einem schlechte Gewissen, was sie diesen armen willenlosen Kreaturen antun mussten, begaben sie sich zur Teufelsseelenbastion. Nicht alle Verdorrten überlebten die Experimente mit der Teufelsmagie, doch die anderen entwickelten ungeahnte Schutzkräfte.

Unterdessen kam Oculeth mit seiner Forschung etwas voran, brauchte aber einige seiner Instrumente aus der von den Nachtgeborenen eingenommenen Werkstatt. Er teleportierte sie in seine Testkammer, die von energetischen Kreaturen überlaufen war, um dort seine zurückgelassenen Aufzeichnungen und zahlreiche Kugeln zu besorgen.
Das was Oculeth daraus bastelte, sollten sie als nächstes mit den verstärkten Verdorrten im Schlepptau an einem Außenposten der Teufelsgeborenen testen. Und tatsächlich funktionierten die Telemantiekugeln besser als erwartet. Nun war alles bereit. Der Überraschungsangriff konnte beginnen.

Valtrois hatte währenddessen einen Plan für die Energiebarriere des Sanktums ersonnen. Die Energiedisruptoren, die sie angefertigt hatte, sollten die Verbindung zum Leyliniennetz lösen und die Barriere so zusammenbrechen lassen. Nun mussten sie nur noch diese Disruptoren an den neuralgischen Punkten installieren. Als das erledigt war, war alles zum Angriff bereit. Oculeth stattete sie mit den Telemantiekugeln aus und teleportierte sie zur Bresche.
Doch der Teleport schlug fehl. Den Nachtgeborenen war es gelungen den Zauber zu übernehmen und so fanden sie sich in einer magisch gesicherten Zelle wieder. Doch sie durften an dieser Stelle nicht aufgeben. Sie mussten sich den Weg zum Eingang des Sanktums mit Gewalt bahnen. Die felverstärkten Verdorrten sollten ihnen dabei behilflich sein.
Weit kamen sie aber nicht. Der Eingang zum Sanktum war durch eine weitere Barriere gesichert. Sie mussten erst die Energiequellen finden und zerstören, um hinein zu gelangen. Doch als dies geschafft war, stellte sich ihnen der Waffenmeister der Dämmerwache persönlich mit seinen Kriegern in den Weg. Mit Hilfe der Verdorrten waren auch sie kein echtes Hindernis. Gemeinsam erreichten sie die untere Ebene des Sanktums, wo Andaris bereits auf sie wartete. Die Oberste Arkanistin hatte sich in ein Schild aus Teufelsmagie gehüllt, doch sie ahnte nicht, dass die Verdorrten es einfach absorbieren konnten. Sie mussten nur die Wachen aufhalten, bis das Schild verbraucht war.
Andaris flüchtete daraufhin, doch sie konnten sie schnell einholen. Mit ihrem Tod war auch der Widerstand der Nachtgeborenen gebrochen. Sie hatten Zugang zur Bresche und damit auch zur Nachtfestung erlangt. Die Truppen standen bereit, um den Palast zu stürmen und Elisande zu stürzen. Mit dem Ende ihrer Herrschaft würde sich auch der Weg zu Gul’dan öffnen, der Schlüsselfigur der Legionsinvasion.

Bereit zur Schlacht

Vor dem großen Stadttor von Suramar hatten sich die Armeen der Nachtelfen und der Blutelfen unter der Führung von Khadgar versammelt. Thalyssra hatte Kondo und Xoranya darum gebeten sie ihren Anführen vorzustellen. Während Khadgar das Wissen der Nachtsüchtigen zu schätzen wußte und ihnen Vertrauen schenkte, hatte Tyrande Wisperwind große Vorbehalte der ersten Arkanistin gegenüber. Sie fürchtete die Nachtsüchtigen könnten ihr in den Rücken fallen, so wie es ihre Vorfahren einst getan hatten. Dies war keine gute Ausgangssituation, um einen erfolgreichen Angriff zu starten.
Daher wurden die beiden Paladine zunächst vorausgeschickt, um die Große Promenade zu sichern. Sie verhalfen den Aufrührern zur Flucht und bekämpften die Verteidiger Suramars. Dabei versuchten sie Kontakt zu den eigenen Spionen herzustellen, um eine Einschätzung der Lage zu erhalten.
Schildwache Mondschatten berichtete, dass die Legion Portale auf der Promenade öffnete, um weitere Verstärkung herbeischaffen zu können. Daher mussten die Portalkristalle zerstört und ihre Portalmeisterin ausgeschaltet werden.
Doch Elisande war nicht untätig geblieben, während die Invasion langsam an Boden gewann. Es gab Berichte, dass sie ein gewaltiges Konstrukt reaktiviert hatte, dass sich nun auf ihre Stellung zubewegte. Es galt schnell zu handeln, um das Lager zu schützen. Doch Kondo und Xoranya versetzten dem Monstrum nach einem harten Kampf den Todesstoß. Fast wäre die Invasion gescheitert, bevor sie richtig angefangen hatte.

Suramar18

Es sammelten sich immer mehr Flüchtlinge in Shal’Aran, die für die Befreiung Suramars kämpfen wollten. Doch der Arcan’dor trug nicht so viele Früchte, wie nötig waren um alle Notleidenden zu versorgen. Also sprachen sie mit Valtrois. Die Arkanistin hatte einen Energiewirbel in den Leylinien von Azsuna ausgemacht, den sie nach Shal’Aran leiten wollte, um den Arcan’dor damit zu versorgen. Oculeth teleportierte alle drei dorthin, doch ihr Erscheinen blieb nicht unbemerkt. Stellagosa erwartete sie bereits und wollte ihre Aktivitäten überwachen. Großes Vertrauen schien sie nicht in die Nachtsüchtige zu haben. Immerhin gab sie hilfreiche Hinweise wo genau sie die Leylinienableiter aufstellen mussten, um keinen Schaden anzurichten. Als Valtrois die Signale aktivierte, wurden sie von hungrigen Verdorrten fast überrannt. Wären die beiden Paladine nicht zu ihrem Schutz anwesend gewesen, hätte dieses Ritual ein böses Ende genommen.

Unterdessen gab es Probleme in der Armee der Elfen. Zum einen sorgte die tiefe Feindschaft der Nachtelfen und Blutelfen für interne Konflikte, die ein Gelingen des gemeinsamen Angriffs gefährdeten. Des weiteren war es Elisande gelungen Spitzel einzuschleusen, die das Übrige taten um diesen Konflikt anzuheizen. Nur durch die Intervention der beiden Menschen konnte die Situation entschärft werden.
Um auch die stetig wachsende Armee der Nachtsüchtigen auf den Kampf vorzubereiten, sollten die Paladine bei deren Ausbildung helfen. Aus den Zivilisten Kämpfer zu machen, die nicht gleich beim ersten Ansturm ihr Leben ließen, war keine leichte Aufgabe. Den meisten war der Gebrauch einer Waffe fremd und ihnen dann auch noch eine Angriffstaktik beizubringen kostete viel Zeit und Nerven. Zeit, in welcher die Legion nicht untätig blieb. Sie schickte einen Grubenlord, um der Armee in die Flanke zu fallen. Nun stand die erste Bewährungsprobe der Nachtsüchtigenarmee bevor. Die beiden Paladine führten die Kämpfer in ihre erste Schlacht und gemeinsam bezwangen sie den mächtigen Dämon.

Suramar19

Nun war alles vorbereitet. Die Armee machte sich bereit zum Hafen der Astravar vorzustoßen.
Die Blutelfen führten den ersten Angriff auf der Großen Promenade an, welche die Nachtsüchtigen anschließend sichern sollten. Nachdem eine Bresche in die Reihe der Verteidiger geschlagen worden war, stießen die Nachtelfen zusammen mit den Kirin Tor weiter vor und bahnten sich einen Weg über den Laufsteg des Schicksals. Doch die letzte Verteidigungslinie schien unüberwindbar. Da schlug Oculeth einen Massenteleport vor. Mit Hilfe von Khadgar löste sich die Armee der Nachtgeborenen vor ihren Augen in Luft auf und gab den Weg frei zum Hafenkomplex. Die Kirin Tor und die Dämmerlilienrebellen sicherten das Gebiet und richteten einen telemantrischen Signalgeber ein, um weitere Verstärkung nachholen zu können. Nun musste erst zusätzliches Kriegsgerät herangeschafft und weitere Truppenteile bewegt werden. Sie hatten einen großen Erfolg errungen, doch die Belagerung des Palastes nahm hier erst ihren Anfang.

Suramar20

Stille in der Stadt

Es war erstaunlich, welchen Effekt die Früchte des Arcan’dor auf die Nachtsüchtigen hatten. Thalyssra, Valtrois und Oculeth waren innerhalb kürzester Zeit vollständig genesen.
Doch aus Suramar kamen immer mehr Flüchtlinge, während gleichzeitig der Kontakt zu den Aufständischen abbrach. Als auch der Teleporter zum Mondsichelforum plötzlich außer Betrieb war, mussten sie nach dem Rechten sehen.
Oculeth teleportierte sie so nah wie möglich ans Mondsichelforum heran. Das erste was ihnen auffiel, waren die zahlreichen Wachen vor denen sie sich in Acht nehmen mussten. Etwas stimmte hier nicht. Als sie das Forum erreichten offenbarte sich ihnen die ganze Grausamkeit eines Angriffes auf die Bewohner. Der Platz war von Leichen übersät, welche noch vom Felfeuer brannten. Dämonen sicherten den gesamten Bereich. Es herrschte eine gespenstische Stille auf dem sonst so belebten Platz, denn alle Einwohner hielten sich angsterfüllt in ihren Häusern versteckt.
Vanthir war nirgends zu finden. Als sie in seinem Haus nachsehen wollten, fanden sie Silgryn der ihnen berichtete, dass Elisande Vanthir gefangen genommen hatte und dieses Massaker angerichtet. Sie versprachen ihm an den Dämonen Rache zu nehmen und alle Überlebenden in Sicherheit zu bringen. Unterdessen organisierte Silgryn eine neue Zuflucht, die sie schließlich auf der Immermondterrasse fanden.

Arluelle, Arluins Schwester die sich mittlerweile vollständig erholt hatte, traf hier ein, um die Arbeit ihres Bruders fortzusetzen. Da die Gewalt der Dämonen innerhalb der Stadt zunahm, gab es immer mehr Überläufer der Dämmerwache, welche sich dem Widerstand anschließen wollten. Eine der Deserteure meldete sich bei Silgryn und berichtete davon, dass die Dämonen Gefangene am Hafen der Astravar zusammen trieben, um sie dann in Ketten abzuführen. Wohin sie gebracht wurden wusste niemand, so dass man Kondo und Xoranya darauf ansetzte dies herauszufinden.
Es war unfassbar, doch Elisande hatte entschieden, dass ihr Volk den Dämonen geopfert werden sollte, indem man die Gefangenen zur Teufelsseelenbastion brachte. Die beiden Paladine nahmen also den Platz von Gefangenen ein, um sich dort einschleusen zu lassen.

Suramar15

Die Reise führte an der Küste entlang und endete an einem Strand, an dem die Gefangenen in Käfige gesperrt wurden bevor ihre Seelen als Treibstoff für die Seelenmaschine verwendet wurden. Sie befreiten alle Gefangenen und töteten den Kommandanten. Damit hatten sie wenigsten zeitweise diese Freveltat unterbunden.

Als sie zurückkehrten wartete eine Nachricht von Ly’leth auf sie. An Vanthir sollte ein Exempel statuiert werden. Sie hatten also nicht viel Zeit ihn zu finden. Thalyssra wollte arkane Essenzen von ihm sammeln, um ihn mit einem Zauber aufspüren zu können. Dazu mussten sie Orte aufsuchen, an denen sich Vanthir oft aufgehalten hat. Ihr Weg führte sie zu einem Gasthaus auf der Großen Promenade, dem Schimmerlichtgarten und natürlich auf den Immermondbasar, wo er seine Geschäfte getätigt hatte. Damit hatten sie genug von seiner Essenz gesammelt, damit Thalyssra ihr Seherritual durchführen konnte.

Suramar16

Vanthir war noch am Leben, aber es ging ihm sehr schlecht. Er war kurz davor zu verdorren und wurde auf der Terrasse der Ordnung festgehalten. Einer von Aluriels Leutnants besaß die Steuerungskugel zu seinem Gefängnis. Mit der Hilfe von Arluelle und Silgryn konnten sie ihn überwältigen und Vanthir aus seinem Gefängnis befreien. Als er von der Frucht gegessen hatte, ging es ihm schlagartig besser.
Nun war es an ihnen ein Exempel zu statuieren. Sie platzierten das Zeichen der Dämmerlilie auf der Terrasse der Ordnung mitten im Herzen Suramars, wo jeder sehen konnte, dass die Zeit der Veränderung angebrochen war und Elisandes Herrschaft sich langsam dem Ende neigte.

Suramar17

Das Geschenk der uralten Magier

Doch auch als sie alle übrigen Zuleitungen repariert oder aktiviert hatten, reichte die Energie immer noch nicht aus. Oculeth schlug vor einen Manasturm zu beschwören, um Energie von der Hauptleylinie unter Suramar nach Shal’Aran zu leiten. Dafür mussten sie die Panzerplatten der Konstrukte aus dem Adelsviertel von Suramar beschaffen, damit Valtrois daraus ein passendes Gerät bauen konnte. Außerdem mussten sie Daten sammeln, damit Oculeth einen Transport in den Arkus einleiten konnte. Und wenn es ihnen nicht gelang alle Arkusschnittstellen zu schließen, konnte der Manasturm entweichen und würde Teile der Stadt pulverisieren. Alles keine guten Aussichten. Es durfte bei dem ganzen Plan absolut nichts schief gehen.
Als alle Vorbereitungen getroffen waren, erschien plötzlich Arluin. Er war ganz versessen darauf bei diesem Himmelfahrtskommando dabei zu sein. Und diesmal verlangte er sogar gar keine Vorausbezahlung in Form von Mana.

Der Teleport verlief nicht ganz wie geplant. Sie materialisierten inmitten von Wachen und mussten sich einen Weg zur zentralen Zuleitung freikämpfen. Dort angekommen platzierten sie den Generator, doch er hatte eine Fehlfunktion. Sie konnten ihn nicht ferngesteuert in Betrieb nehmen, sondern mussten den Manasturm manuell auslösen. Das bedeutete auch, dass Oculeth sie nicht rechtzeitig hinaus teleportieren konnte. Sie mussten versuchen den Sturm zu überleben, während ihnen eine immer größer werdende Zahl an Wachen zu Leibe rückte.

Sumarar12

Doch der Manasturm entwickelte solch eine große Energie, dass Thalyssra das Schutzschild nicht länger aufrechterhalten konnte. In einem selbstlosen Akt der Aufopferung schaltete Arluin den Generator aus, während der Sturm ihn fast zerfetzte. Sobald der Manasturm abgeklungen war, holte Oculeth sie heraus. Doch für Arluin kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an Ort und Stelle.
Thalyssra schien nicht sehr berührt von seiner Tat und wollte sehen, ob ihr Plan auch funktioniert hatte und wie es um den Arcan’dor stand.
Als sie gemeinsam das Gewölbe betraten, erstrahlte der Arcan’dor in all seiner Pracht. Er war nicht nur weiter gewachsen, sondern begann nun auch Früchte zu tragen. Talwandler Farodin erzählte von seinem Orden, der seit Jahrtausenden versuchte das Arkane ins Gleichgewicht zu bringen und die Natur dafür als Gefäß zu benutzen. Deshalb wurde der Arcan’dor erschaffen. Die Shal’dorei würden von seinen Früchten vollständig geheilt werden. Er bat die beiden, die ersten Früchte des Baumes mit Thalyssra, Valtrois und Oculeth zu teilen.

Sumarar13

Damit hatte ein neues Zeitalter der Nachtgeborenen begonnen. Thalyssra bedankte sich in tiefer Demut für ihre Hilfe und hoffte, dass sie ihr auch beim Aufstand gegen Elisande zu gegebener Zeit beiseite standen.
Xoranya und Kondo waren sehr gerührt und auch etwas stolz auf ihre Leistung. Immerhin hatten sie dieses Volk vor dem Untergang bewahrt. Viele Männer, Frauen und Kinder konnten nun vor dem Verdorren gerettet werden. Es war wie ein kleines Wunder.
Da trat Vanthir an sie heran mit einer Bitte. Er hatte Arluins letzten Willen erfahren und bat die beiden Paladine eine Frau in Suramar aufzusuchen und ihr eine Frucht als Geschenk zu bringen. Es schien als hätte Arluin geahnt, was ihn erwartete, und er wollte sicher gehen, dass sein Einsatz nicht umsonst war. Sie suchten also eine Frau Namens Arluelle auf und überbrachten ihr die traurige Nachricht und eine Frucht. Es ging ihr bereits sehr schlecht und wären sie nur einen Tag später gekommen, hätte sie das schreckliche Schicksal aller Verdorrten ereilt. In welcher Beziehung sie auch immer zu Arluin gestanden hatte, nun war klar warum er dies alles auf sich genommen hatte.

Suramar14

Im Sumpf der Intrigen

Nach den jüngsten Unruhen in der Stadt wollten die Adeligen Elisandes Rat um einen zusätzlichen Berater erweitern. Das war die perfekte Gelegenheit, um einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, meinte Thalyssra. Doch es wurde schnell klar, dass sich dieses Vorhaben nicht auf politisches Ränkespiel beschränken sollte. Kondo und Xoranya sollten Ly’leth dabei unterstützen verbündete Häuser zu stärken, damit sie ihr die Stimme gaben, und verfeindete Häuser auszuschalten, damit sie ihren Einfluss nicht gegen sie verwenden konnten.
Dazu gehörte das Haus Dämmermaar, das über enorme magische Macht verfügte und sich schon früh mit den Dämonen eingelassen hatte. Zunächst mussten sie das Oberhaupt des Hauses, Ruven Dämmermaar, ausschalten. Mit seinem Tod konnten sie auch noch ein weiteres Haus bedrängen, indem sie in der Familie der Dämmermaars das Gerücht streuten, Coryn Stelleris hätte etwas mit dem Tod von Ruven zu tun gehabt.

Suramar10

Als nächstes galt es die Stimme des Hauses Astravar zu sichern. Dazu suchten sie Lady Aurore auf. Die Lady war in großer Sorge um ihren Sohn, denn sie glaubte Coryn Stelleris habe ihn entführt, weil sie ihm ihre Stimme für die Wahl des Beraters verweigert hatte. Nun mussten sie schnell handeln, wenn sie Ailen lebendig finden wollten. Er wurde auf einem Schiff gefangen gehalten, das gerade im Begriff war auszulaufen, als sie ihn fanden. Wohlbehalten kehrte er zu seiner Mutter zurück, die daraufhin versprach Ly’leth ihre Stimme zu geben.
Es war also geschafft, Ly’leth hatte die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen können und ihre feierliche Amtseinführung stand unmittelbar bevor. Sie hatte Kondo und Xoranya herzlich eingeladen dieser beizuwohnen. Also begaben sie sich zum Sanktum der Ordnung.
Doch Coryn Stelleris erhob Einspruch, da er sich in seiner Ehre verletzt fühlte, und berief sich auf den uralten Ritus des Tal’ashar. Ly’leth berief Kondo zu ihrem Champion, der für sie kämpfen sollte. Auf dem Dach der Terrasse kam es zu dem Duell, in dem Coryn schließlich unterlag.
Somit hatte Ly’leth den Titel der Beraterin dank ihrer Hilfe sicher und begab sich in den Palast, während Xoranya und Kondo mit guten Neuigkeiten zu Thalyssra zurückkehren konnten.

Suramar11

Während Thalyssra erfreut über diesen Fortschritt war, hatte Talwandler Farodin schlechte Nachrichten. Das Gleichgewicht des Arcan’dor war in Gefahr. Er sprühte Blitze von sich als wollte er gleich explodieren. Wenn sie dieses Phänomen nicht unter Kontrolle brachten, konnte der Baum alles zerstören, was sie bisher aufgebaut hatten. Also folgten sie dem Nachtelfen zum Tempel von Fal’adora. Dort wollte er Splitter des gefallenen Arcan’dor sammeln, um herauszufinden was ihn verderbt hatte. Die Untersuchungen ergaben, dass es dem Baum an Lebensessenz mangelte, da die Magie diese langsam verzehrte. Solch eine Lebensessenz war nur an einem Ort zu finden: dem Smaragdgrünen Traum. Und so wartete eine lange und beschwerliche Reise auf sie, denn der Smaragdgrüne Traum war vom Alptraum befallen und es war viel zu gefährlich alleine dorthin zu reisen. Erst als sie eine kleine Armee um sich geschart hatten, gelang es ihnen dorthin vorzudringen und diese Lebensessenz zu besorgen.
Der Arcan’dor konnte mit dieser Essenz zwar besänftigt werden, aber er befand sich nun in der finalen Phase seines Wachstums. Die Leylinienzuleitung konnte nicht genug Energie für seinen Hunger liefern, so dass sie weitere Zuleitungen in Suramar finden mussten, um Shal’Aran zu speisen.