Bereit zur Schlacht

Vor dem großen Stadttor von Suramar hatten sich die Armeen der Nachtelfen und der Blutelfen unter der Führung von Khadgar versammelt. Thalyssra hatte Kondo und Xoranya darum gebeten sie ihren Anführen vorzustellen. Während Khadgar das Wissen der Nachtsüchtigen zu schätzen wußte und ihnen Vertrauen schenkte, hatte Tyrande Wisperwind große Vorbehalte der ersten Arkanistin gegenüber. Sie fürchtete die Nachtsüchtigen könnten ihr in den Rücken fallen, so wie es ihre Vorfahren einst getan hatten. Dies war keine gute Ausgangssituation, um einen erfolgreichen Angriff zu starten.
Daher wurden die beiden Paladine zunächst vorausgeschickt, um die Große Promenade zu sichern. Sie verhalfen den Aufrührern zur Flucht und bekämpften die Verteidiger Suramars. Dabei versuchten sie Kontakt zu den eigenen Spionen herzustellen, um eine Einschätzung der Lage zu erhalten.
Schildwache Mondschatten berichtete, dass die Legion Portale auf der Promenade öffnete, um weitere Verstärkung herbeischaffen zu können. Daher mussten die Portalkristalle zerstört und ihre Portalmeisterin ausgeschaltet werden.
Doch Elisande war nicht untätig geblieben, während die Invasion langsam an Boden gewann. Es gab Berichte, dass sie ein gewaltiges Konstrukt reaktiviert hatte, dass sich nun auf ihre Stellung zubewegte. Es galt schnell zu handeln, um das Lager zu schützen. Doch Kondo und Xoranya versetzten dem Monstrum nach einem harten Kampf den Todesstoß. Fast wäre die Invasion gescheitert, bevor sie richtig angefangen hatte.

Suramar18

Es sammelten sich immer mehr Flüchtlinge in Shal’Aran, die für die Befreiung Suramars kämpfen wollten. Doch der Arcan’dor trug nicht so viele Früchte, wie nötig waren um alle Notleidenden zu versorgen. Also sprachen sie mit Valtrois. Die Arkanistin hatte einen Energiewirbel in den Leylinien von Azsuna ausgemacht, den sie nach Shal’Aran leiten wollte, um den Arcan’dor damit zu versorgen. Oculeth teleportierte alle drei dorthin, doch ihr Erscheinen blieb nicht unbemerkt. Stellagosa erwartete sie bereits und wollte ihre Aktivitäten überwachen. Großes Vertrauen schien sie nicht in die Nachtsüchtige zu haben. Immerhin gab sie hilfreiche Hinweise wo genau sie die Leylinienableiter aufstellen mussten, um keinen Schaden anzurichten. Als Valtrois die Signale aktivierte, wurden sie von hungrigen Verdorrten fast überrannt. Wären die beiden Paladine nicht zu ihrem Schutz anwesend gewesen, hätte dieses Ritual ein böses Ende genommen.

Unterdessen gab es Probleme in der Armee der Elfen. Zum einen sorgte die tiefe Feindschaft der Nachtelfen und Blutelfen für interne Konflikte, die ein Gelingen des gemeinsamen Angriffs gefährdeten. Des weiteren war es Elisande gelungen Spitzel einzuschleusen, die das Übrige taten um diesen Konflikt anzuheizen. Nur durch die Intervention der beiden Menschen konnte die Situation entschärft werden.
Um auch die stetig wachsende Armee der Nachtsüchtigen auf den Kampf vorzubereiten, sollten die Paladine bei deren Ausbildung helfen. Aus den Zivilisten Kämpfer zu machen, die nicht gleich beim ersten Ansturm ihr Leben ließen, war keine leichte Aufgabe. Den meisten war der Gebrauch einer Waffe fremd und ihnen dann auch noch eine Angriffstaktik beizubringen kostete viel Zeit und Nerven. Zeit, in welcher die Legion nicht untätig blieb. Sie schickte einen Grubenlord, um der Armee in die Flanke zu fallen. Nun stand die erste Bewährungsprobe der Nachtsüchtigenarmee bevor. Die beiden Paladine führten die Kämpfer in ihre erste Schlacht und gemeinsam bezwangen sie den mächtigen Dämon.

Suramar19

Nun war alles vorbereitet. Die Armee machte sich bereit zum Hafen der Astravar vorzustoßen.
Die Blutelfen führten den ersten Angriff auf der Großen Promenade an, welche die Nachtsüchtigen anschließend sichern sollten. Nachdem eine Bresche in die Reihe der Verteidiger geschlagen worden war, stießen die Nachtelfen zusammen mit den Kirin Tor weiter vor und bahnten sich einen Weg über den Laufsteg des Schicksals. Doch die letzte Verteidigungslinie schien unüberwindbar. Da schlug Oculeth einen Massenteleport vor. Mit Hilfe von Khadgar löste sich die Armee der Nachtgeborenen vor ihren Augen in Luft auf und gab den Weg frei zum Hafenkomplex. Die Kirin Tor und die Dämmerlilienrebellen sicherten das Gebiet und richteten einen telemantrischen Signalgeber ein, um weitere Verstärkung nachholen zu können. Nun musste erst zusätzliches Kriegsgerät herangeschafft und weitere Truppenteile bewegt werden. Sie hatten einen großen Erfolg errungen, doch die Belagerung des Palastes nahm hier erst ihren Anfang.

Suramar20

Advertisements

Stille in der Stadt

Es war erstaunlich, welchen Effekt die Früchte des Arcan’dor auf die Nachtsüchtigen hatten. Thalyssra, Valtrois und Oculeth waren innerhalb kürzester Zeit vollständig genesen.
Doch aus Suramar kamen immer mehr Flüchtlinge, während gleichzeitig der Kontakt zu den Aufständischen abbrach. Als auch der Teleporter zum Mondsichelforum plötzlich außer Betrieb war, mussten sie nach dem Rechten sehen.
Oculeth teleportierte sie so nah wie möglich ans Mondsichelforum heran. Das erste was ihnen auffiel, waren die zahlreichen Wachen vor denen sie sich in Acht nehmen mussten. Etwas stimmte hier nicht. Als sie das Forum erreichten offenbarte sich ihnen die ganze Grausamkeit eines Angriffes auf die Bewohner. Der Platz war von Leichen übersät, welche noch vom Felfeuer brannten. Dämonen sicherten den gesamten Bereich. Es herrschte eine gespenstische Stille auf dem sonst so belebten Platz, denn alle Einwohner hielten sich angsterfüllt in ihren Häusern versteckt.
Vanthir war nirgends zu finden. Als sie in seinem Haus nachsehen wollten, fanden sie Silgryn der ihnen berichtete, dass Elisande Vanthir gefangen genommen hatte und dieses Massaker angerichtet. Sie versprachen ihm an den Dämonen Rache zu nehmen und alle Überlebenden in Sicherheit zu bringen. Unterdessen organisierte Silgryn eine neue Zuflucht, die sie schließlich auf der Immermondterrasse fanden.

Arluelle, Arluins Schwester die sich mittlerweile vollständig erholt hatte, traf hier ein, um die Arbeit ihres Bruders fortzusetzen. Da die Gewalt der Dämonen innerhalb der Stadt zunahm, gab es immer mehr Überläufer der Dämmerwache, welche sich dem Widerstand anschließen wollten. Eine der Deserteure meldete sich bei Silgryn und berichtete davon, dass die Dämonen Gefangene am Hafen der Astravar zusammen trieben, um sie dann in Ketten abzuführen. Wohin sie gebracht wurden wusste niemand, so dass man Kondo und Xoranya darauf ansetzte dies herauszufinden.
Es war unfassbar, doch Elisande hatte entschieden, dass ihr Volk den Dämonen geopfert werden sollte, indem man die Gefangenen zur Teufelsseelenbastion brachte. Die beiden Paladine nahmen also den Platz von Gefangenen ein, um sich dort einschleusen zu lassen.

Suramar15

Die Reise führte an der Küste entlang und endete an einem Strand, an dem die Gefangenen in Käfige gesperrt wurden bevor ihre Seelen als Treibstoff für die Seelenmaschine verwendet wurden. Sie befreiten alle Gefangenen und töteten den Kommandanten. Damit hatten sie wenigsten zeitweise diese Freveltat unterbunden.

Als sie zurückkehrten wartete eine Nachricht von Ly’leth auf sie. An Vanthir sollte ein Exempel statuiert werden. Sie hatten also nicht viel Zeit ihn zu finden. Thalyssra wollte arkane Essenzen von ihm sammeln, um ihn mit einem Zauber aufspüren zu können. Dazu mussten sie Orte aufsuchen, an denen sich Vanthir oft aufgehalten hat. Ihr Weg führte sie zu einem Gasthaus auf der Großen Promenade, dem Schimmerlichtgarten und natürlich auf den Immermondbasar, wo er seine Geschäfte getätigt hatte. Damit hatten sie genug von seiner Essenz gesammelt, damit Thalyssra ihr Seherritual durchführen konnte.

Suramar16

Vanthir war noch am Leben, aber es ging ihm sehr schlecht. Er war kurz davor zu verdorren und wurde auf der Terrasse der Ordnung festgehalten. Einer von Aluriels Leutnants besaß die Steuerungskugel zu seinem Gefängnis. Mit der Hilfe von Arluelle und Silgryn konnten sie ihn überwältigen und Vanthir aus seinem Gefängnis befreien. Als er von der Frucht gegessen hatte, ging es ihm schlagartig besser.
Nun war es an ihnen ein Exempel zu statuieren. Sie platzierten das Zeichen der Dämmerlilie auf der Terrasse der Ordnung mitten im Herzen Suramars, wo jeder sehen konnte, dass die Zeit der Veränderung angebrochen war und Elisandes Herrschaft sich langsam dem Ende neigte.

Suramar17

Das Geschenk der uralten Magier

Doch auch als sie alle übrigen Zuleitungen repariert oder aktiviert hatten, reichte die Energie immer noch nicht aus. Oculeth schlug vor einen Manasturm zu beschwören, um Energie von der Hauptleylinie unter Suramar nach Shal’Aran zu leiten. Dafür mussten sie die Panzerplatten der Konstrukte aus dem Adelsviertel von Suramar beschaffen, damit Valtrois daraus ein passendes Gerät bauen konnte. Außerdem mussten sie Daten sammeln, damit Oculeth einen Transport in den Arkus einleiten konnte. Und wenn es ihnen nicht gelang alle Arkusschnittstellen zu schließen, konnte der Manasturm entweichen und würde Teile der Stadt pulverisieren. Alles keine guten Aussichten. Es durfte bei dem ganzen Plan absolut nichts schief gehen.
Als alle Vorbereitungen getroffen waren, erschien plötzlich Arluin. Er war ganz versessen darauf bei diesem Himmelfahrtskommando dabei zu sein. Und diesmal verlangte er sogar gar keine Vorausbezahlung in Form von Mana.

Der Teleport verlief nicht ganz wie geplant. Sie materialisierten inmitten von Wachen und mussten sich einen Weg zur zentralen Zuleitung freikämpfen. Dort angekommen platzierten sie den Generator, doch er hatte eine Fehlfunktion. Sie konnten ihn nicht ferngesteuert in Betrieb nehmen, sondern mussten den Manasturm manuell auslösen. Das bedeutete auch, dass Oculeth sie nicht rechtzeitig hinaus teleportieren konnte. Sie mussten versuchen den Sturm zu überleben, während ihnen eine immer größer werdende Zahl an Wachen zu Leibe rückte.

Sumarar12

Doch der Manasturm entwickelte solch eine große Energie, dass Thalyssra das Schutzschild nicht länger aufrechterhalten konnte. In einem selbstlosen Akt der Aufopferung schaltete Arluin den Generator aus, während der Sturm ihn fast zerfetzte. Sobald der Manasturm abgeklungen war, holte Oculeth sie heraus. Doch für Arluin kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an Ort und Stelle.
Thalyssra schien nicht sehr berührt von seiner Tat und wollte sehen, ob ihr Plan auch funktioniert hatte und wie es um den Arcan’dor stand.
Als sie gemeinsam das Gewölbe betraten, erstrahlte der Arcan’dor in all seiner Pracht. Er war nicht nur weiter gewachsen, sondern begann nun auch Früchte zu tragen. Talwandler Farodin erzählte von seinem Orden, der seit Jahrtausenden versuchte das Arkane ins Gleichgewicht zu bringen und die Natur dafür als Gefäß zu benutzen. Deshalb wurde der Arcan’dor erschaffen. Die Shal’dorei würden von seinen Früchten vollständig geheilt werden. Er bat die beiden, die ersten Früchte des Baumes mit Thalyssra, Valtrois und Oculeth zu teilen.

Sumarar13

Damit hatte ein neues Zeitalter der Nachtgeborenen begonnen. Thalyssra bedankte sich in tiefer Demut für ihre Hilfe und hoffte, dass sie ihr auch beim Aufstand gegen Elisande zu gegebener Zeit beiseite standen.
Xoranya und Kondo waren sehr gerührt und auch etwas stolz auf ihre Leistung. Immerhin hatten sie dieses Volk vor dem Untergang bewahrt. Viele Männer, Frauen und Kinder konnten nun vor dem Verdorren gerettet werden. Es war wie ein kleines Wunder.
Da trat Vanthir an sie heran mit einer Bitte. Er hatte Arluins letzten Willen erfahren und bat die beiden Paladine eine Frau in Suramar aufzusuchen und ihr eine Frucht als Geschenk zu bringen. Es schien als hätte Arluin geahnt, was ihn erwartete, und er wollte sicher gehen, dass sein Einsatz nicht umsonst war. Sie suchten also eine Frau Namens Arluelle auf und überbrachten ihr die traurige Nachricht und eine Frucht. Es ging ihr bereits sehr schlecht und wären sie nur einen Tag später gekommen, hätte sie das schreckliche Schicksal aller Verdorrten ereilt. In welcher Beziehung sie auch immer zu Arluin gestanden hatte, nun war klar warum er dies alles auf sich genommen hatte.

Suramar14

Im Sumpf der Intrigen

Nach den jüngsten Unruhen in der Stadt wollten die Adeligen Elisandes Rat um einen zusätzlichen Berater erweitern. Das war die perfekte Gelegenheit, um einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken, meinte Thalyssra. Doch es wurde schnell klar, dass sich dieses Vorhaben nicht auf politisches Ränkespiel beschränken sollte. Kondo und Xoranya sollten Ly’leth dabei unterstützen verbündete Häuser zu stärken, damit sie ihr die Stimme gaben, und verfeindete Häuser auszuschalten, damit sie ihren Einfluss nicht gegen sie verwenden konnten.
Dazu gehörte das Haus Dämmermaar, das über enorme magische Macht verfügte und sich schon früh mit den Dämonen eingelassen hatte. Zunächst mussten sie das Oberhaupt des Hauses, Ruven Dämmermaar, ausschalten. Mit seinem Tod konnten sie auch noch ein weiteres Haus bedrängen, indem sie in der Familie der Dämmermaars das Gerücht streuten, Coryn Stelleris hätte etwas mit dem Tod von Ruven zu tun gehabt.

Suramar10

Als nächstes galt es die Stimme des Hauses Astravar zu sichern. Dazu suchten sie Lady Aurore auf. Die Lady war in großer Sorge um ihren Sohn, denn sie glaubte Coryn Stelleris habe ihn entführt, weil sie ihm ihre Stimme für die Wahl des Beraters verweigert hatte. Nun mussten sie schnell handeln, wenn sie Ailen lebendig finden wollten. Er wurde auf einem Schiff gefangen gehalten, das gerade im Begriff war auszulaufen, als sie ihn fanden. Wohlbehalten kehrte er zu seiner Mutter zurück, die daraufhin versprach Ly’leth ihre Stimme zu geben.
Es war also geschafft, Ly’leth hatte die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen können und ihre feierliche Amtseinführung stand unmittelbar bevor. Sie hatte Kondo und Xoranya herzlich eingeladen dieser beizuwohnen. Also begaben sie sich zum Sanktum der Ordnung.
Doch Coryn Stelleris erhob Einspruch, da er sich in seiner Ehre verletzt fühlte, und berief sich auf den uralten Ritus des Tal’ashar. Ly’leth berief Kondo zu ihrem Champion, der für sie kämpfen sollte. Auf dem Dach der Terrasse kam es zu dem Duell, in dem Coryn schließlich unterlag.
Somit hatte Ly’leth den Titel der Beraterin dank ihrer Hilfe sicher und begab sich in den Palast, während Xoranya und Kondo mit guten Neuigkeiten zu Thalyssra zurückkehren konnten.

Suramar11

Während Thalyssra erfreut über diesen Fortschritt war, hatte Talwandler Farodin schlechte Nachrichten. Das Gleichgewicht des Arcan’dor war in Gefahr. Er sprühte Blitze von sich als wollte er gleich explodieren. Wenn sie dieses Phänomen nicht unter Kontrolle brachten, konnte der Baum alles zerstören, was sie bisher aufgebaut hatten. Also folgten sie dem Nachtelfen zum Tempel von Fal’adora. Dort wollte er Splitter des gefallenen Arcan’dor sammeln, um herauszufinden was ihn verderbt hatte. Die Untersuchungen ergaben, dass es dem Baum an Lebensessenz mangelte, da die Magie diese langsam verzehrte. Solch eine Lebensessenz war nur an einem Ort zu finden: dem Smaragdgrünen Traum. Und so wartete eine lange und beschwerliche Reise auf sie, denn der Smaragdgrüne Traum war vom Alptraum befallen und es war viel zu gefährlich alleine dorthin zu reisen. Erst als sie eine kleine Armee um sich geschart hatten, gelang es ihnen dorthin vorzudringen und diese Lebensessenz zu besorgen.
Der Arcan’dor konnte mit dieser Essenz zwar besänftigt werden, aber er befand sich nun in der finalen Phase seines Wachstums. Die Leylinienzuleitung konnte nicht genug Energie für seinen Hunger liefern, so dass sie weitere Zuleitungen in Suramar finden mussten, um Shal’Aran zu speisen.

Eine Stadt als Geisel

Sie trafen sich mit Ly’leth Lunastre auf der Promenade, von der aus man einen grandiosen Ausblick auf Suramar hatte. Von hier oben konnte man fast vergessen, dass sich dieses Juwel an Nachtelfenarchitekur im Würgegriff der Legion befand.
„Suramar ist unser Hafen, unsere Zuflucht. Unser Kerker.“, sagte Ly’leth. „Elisande und die Legion wollen uns beherrschen. Durch Angst und Hunger. Die Flamme der Shal’dorei flackert. Wir müssen sie neu entfachen. Wir müssen die Herzen meiner Leute erreichen. IHR müsst ihnen zeigen, dass Azeroth sie nicht vergessen hat.“
Entschlossen Suramar von der Legion zu befreien, machten sie sich auf den Weg, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Zunächst versuchten sie Vanthir am Mondsichelforum zu finden. Das war gar kein so leichtes Unterfangen, denn obwohl sie eine magische Verkleidung besaßen, konnten gewisse Magier der Nachtgeborenen diese durchschauen und so entkamen sie das ein und andere Mal nur knapp einer Entdeckung.

Suramar7

Von Vanthir erfuhren sie, dass die Palastwachen den Arkwein rationiert hatten, um die Bevölkerung gefügig zu machen. Aus dem Arkwein schöpften sie die Energie des Nachtbrunnens um nicht zu verdorren. Sie mussten der leidenden Bevölkerung helfen, wollten sie ihr Vertrauen gewinnen. So verteilten sie den Arkwein an die Schwachen und besorgten für Vanthir eine neue Lieferung, um seine Vorräte auszufüllen. Doch Elisandes Wachen begnügten sich nicht nur damit, das Volk hungern zu lassen, sie entführten auch unbescholtene Bürger und sogar Kinder, um Angst unter ihnen zu schüren. Dass selbst die Kinder instrumentalisiert wurden, machte Xoranya wütend. Die Sehnsucht nach ihrem eigenen Sohn Jordan, den sie in Sturmwind haben zurücklassen müssen, brach sich Bahn. Auch Kondo ballte die Fäuste ob dieser Ungerechtigkeit und Feigheit. So besorgten sie Berichte von den Kurieren und folgten einer Wache, die sie schließlich zum Gefängnis der Kinder führte. Die Wiedersehensfreude des kleinen Elfenmädchens mit seiner Mutter war herzerweichend. Wie sehr wünschte Xoranya sich jetzt auch ihren Sohn in ihre Arme zu schließen. Kondo tröstete sie und versprach ihr, so bald es nur irgendwie möglich war etwas Urlaub für sie herauszuschlagen.

Suramar8

Als nächstes schickte Thalyssra sie zu ihrem Anwesen, um dort einen Arkanverstärker zu besorgen, den sie für die weitere Erforschung der Verdorrten benötigte. Natürlich wimmelte das Anwesen nur so vor Wachen. Aber es gelang ihnen alle wichtigen Gegenstände zu sichern und zu Thalyssra zurückzubringen.
Als sie nach Shal’Aran zurückkehrten, fiel ihnen auf dass der Arcan’dor wieder ein Stück gewachsen war und zahlreiche Motten um ihn herumschwirrten. Talwandler Farodin fand das sehr besorgniserregend, also fingen sie einige der Insekten, damit er sie untersuchen konnte. Und tatsächlich bestand Gefahr für den Arcan’dor, sie mussten ein Insektenvernichtungsmittel finden. Thalyssra schlug vor in den Zwielichtrebgärten nach etwas Geeignetem zu suchen. Ly’leth konnte ihnen helfen dort hineinzukommen.
Mit einer Sänfte wurden sie an den Wachen vorbeigeschleust und trafen auf die Weinhändlerin Margaux. Diese gab ihnen zum Schein eine Führung durch die Rebgärten und ließ sie von dem Wein kosten. Nebenbei unterhielten sie sich über den Aufstand gegen Elisande und wie Margaux dazu beitragen konnte. Um der Insektenplage Herr zu werden, überließ Margaux ihnen gerne einige ihrer Manawyrm, mit denen sie ihre empfindlichen Gärten schützten. Doch als sie ausreichend viele Exemplare gesammelt hatten und sich bei Margaux bedanken wollten, mussten sie mitansehen wie Margaux vor den Augen ihrer Arbeiter der Aufwiegelung bezichtigt und hingerichtet wurde. Dabei hatte sie alles getan, was Elisande von ihr gefordert hatte und stets für ausreichend Arkwein gesorgt. Diese Ungerechtigkeit konnten die beiden Paladine nicht ungesühnt lassen. Die Dämmerwache musste dafür mit ihrem Blut bezahlen. Doch ihr Rachefeldzug blieb nicht lange unentdeckt. Gerade als weitere Wachen per Teleporter zu ihnen geschickt wurden, holte Oculeth sie zurück nach Shal’Aran.

Suramar9

Thalyssra war entsetzt als sie von Margauxs Schicksal erfuhr. Sie schickte die beiden Paladine wieder zu Vanthir, um Rache an den Verantwortlichen zu nehmen. Doch Vanthir wollte sich nicht selbst die Hände schmutzig machen und verwies sie an eine recht zwielichtige Gestalt, die sie erst einmal mit Mana bestechen mussten. Sein Name war Arluin. Doch bevor er seine kostbaren Informationen mit ihnen teilen wollte, mussten sie erst einige Dinge für ihn erledigen. Sie stellten eine Lieferung Arkwein sicher, die eigentlich für den Palast bestimmt war und sorgten dafür, dass Arluins verstecktes Depot nicht von den Stadtwachen ausgehoben wurde.
Danach teilte er mit ihnen die Information über Aufseher Durants Aufenthaltsort und nannte ihnen Verschwörer, die ihnen bei seiner Beseitigung helfen konnten. Sogleich machten sie sich auf die Suche nach den Verbündeten und stellten schließlich auch den Mörder Margauxs. Um Elisande eine Botschaft zu schicken, mit wem sie sich da angelegt hatte, platzierte eine der Shal’dorei eine Dämmerlilie auf seinem Leichnam. Damit hatte sich der Widerstand offenbart.

Der Arcan’dor

Suramar6

Thalyssra hatte in der Zwischenzeit eine Idee, wie sie Theryn sein Geheimnis entlocken konnte. Sie wollte eine telepathische Verbindung zu ihm herstellen und brauchte ihre Hilfe, falls dieses Experiment außer Kontrolle geriet.
Gemeinsam wurden sie Zeuge der Erinnerungen des armen Verdorrten von jenem Zeitpunkt an als er aus der Stadt verstoßen wurde, wie er ziellos umherirrte während der Hunger nach Magie Übermacht gewann und als er schließlich etwas fand, das ihm Frieden schenkte. Was genau es war konnte Thalyssra nicht sagen, aber sie glaubte zu wissen, wo sie es finden würden: im Mondschleiersanktum im Westen, jenseits des Tempels von Fal’adora.
In den Ruinen des verfallenen Tempels fanden sie etwas, das wie eine riesige Knospe aussah und sich hinter einem Schutzschild befand. Die Siegel des Schildes funktionierten so ähnlich wie jene an der Leylinienzuleitung, so dass sie schnell einen Weg fanden sie zu deaktivieren. Doch das erregte die Aufmerksamkeit der Faldorei, entsetzlicher Spinnenwesen, welche den gesamten Tempelbereich für sich beansprucht hatten. Sie kamen in immer größerer Zahl, so dass sie sich schließlich gegen die Übermacht nicht zur Wehr setzen konnten und von den Kreaturen eingesponnen wurden.

Suramar4
Da erschien wie aus dem Nichts ein Nachtelf und befreite sie. Er war sehr ungehalten darüber, dass sich die Knospe, die er Arcan’dor nannte, nun im Besitz der Faldorei befand, was er offenbar seit Jahrtausenden zu verhindern wußte. Sie entschuldigten sich vielmals und versprachen ihm den Arcan’dor zurückzuholen. Gemeinsam mit Talwandler Farodin stiegen sie hinab in das Labyrinth, welches die Faldorei für sich eingenommen hatten und verfolgten die Königin mit dem Arcan’dor.
Eine Höhle voller Spinnen war genau das, woraus Xoranyas Alpträume sich zusammensetzten, wenn sie denn mal welche hatte. Und nun mussten sie sich durch Spinnenweben kämpfen, während das Getrappel der achtbeinigen Kreaturen von den Wänden widerhallte, als würde sich ihnen eine Armee nähern, die sie gleich überrannte. Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Aber nun hatten sie sich das Schlamassel selbst eingebrockt und mussten wohl oder übel diese wertvolle Knospe zurückholen.
Sie verfolgten die Königin der Faldorei eine ganze Weile lang, doch entkommen konnte sie ihnen letztendlich nicht. Mit dem Arcan’dor gelangten sie zu einem alten Teleporter im ehemaligen Elunetempel, den Oculeth für sie aktivieren konnte und der sie und ihre kostbare Fracht sicher nach Shal’Aran zurück brachte.

Suramar5
Als sie den Arcan’dor in Shal’Aran platzierten, begann er auf wundersame Weise zu erblühen. Talwandler Farodin erklärte, dass es sich um den Samen eines Baumes handelte, der sowohl Leben als auch Vernichtung schenken konnte. Er sollte ein Gleichgewicht schaffen zwischen Natur und Magie und konnte der Schlüssel zur Heilung der Nachtsüchtigen sein.

Verbündete in Suramar

Nachdem ein Hilferuf der Arkanistin Thalyssra von den Nachtsüchtigen aus Suramar in Dalaran eingetroffen war, sollten Kondo und Xoranya Kontakt zu ihr aufnehmen und Hilfe anbieten. Sie trafen die stark abgemagerte und zitternde Elfe in einem Gewölbe, das Shal’Aran genannt wurde. Eine verfallene Bibliothek und inaktive Teleporter ließen erahnen, dass dies einst ein bedeutsamer Ort gewesen sein musste. Doch sein genauer Zweck war auch Thalyssra unbekannt. Aber sie gedachte die Teleporter wieder zu reaktivieren und alte Verbündete um sich zu scharen, die ihr beim Wiederaufbau dieses Stützpunktes halfen.
Zunächst gab sie ihnen eine Münze, die sie einem Elfen namens Oculeth zeigen sollten. Diesen machten sie etwas nördlich außerhalb der Stadt in seiner Werkstatt ausfindig. Doch als sie sich dem Eingang näherten, wurden sie in einer magischen Kugel gefangen, die sie in der Luft schweben ließ. Erst als sie ihm die Münze zeigten, erkannte er dass Thalyssra sie geschickt hatte und ließ sie frei.

Suramar3

Er erzählte ihnen, dass sich die Nachtgeborenen für seine Forschung und Fähigkeiten interessierten und ihm deswegen auf der Spur waren. Ein kompliziertes Netz aus Teleportern sollte sie irreführen und fern halten. Doch es war ihnen gelungen einige Standorte zu entdecken, so dass er nicht mehr an sein Werkzeug kam. Um die Teleporter in Shal’Aran wiederherzustellen, mussten sie also dieses Werkzeug beschaffen. Keine Aufgabe von der die Paladine sehr begeistert waren, bevorzugten sie doch herkömmliche Fortbewegungsmittel wie Pferde und nicht diesen magischen Firlefanz.
Während ihrer Reise durch das Teleporternetz gelangten sie an einige fantastische und recht abgelegene, schöne Orte wie eine Terrasse mit Brunnen und Sitzgelegenheiten, von der man einen traumhaften Blick über Suramar hatte.

Suramar1

Nachdem sie die futuristisch anmutenden Geräte den Nachtgeborenen weggenommen hatten, kehrten sie zu Oculeth zurück. Nun mussten sie nur noch sicherstellten, dass die Nachtgeborenen ihnen nicht durch das Teleporternetzwerk nach Shal’Aran folgen konnten. Doch dazu mussten sie sich von Oculeth in eine unterirdische Höhle teleportieren lassen, kein erfreulicher Gedanke. Dort erwarteten sie schon weitere Probleme: seine ehemalige Schülerin Thwen hatte es geschafft, sein Lebenswerk für sich zu nutzen. Sie mussten also alle Spulen überladen und Thwen ausschalten. Das kostete Oculeth seine letzte Kraft. Er konnte sie noch nach Shal’Aran zurückbringen, bevor er kraftlos zusammenbrach und das Bewusstsein verlor. Sie brachten ihn in das Refugium und gaben ihm etwas von dem uralten Mana, damit er nicht verdorrte. Sofort kehrte das Leben in seinen hageren Körper zurück. Kaum war er wieder auf den Beinen, wollte er sich sofort an die Reparatur der Transporter machen. Er schickte die beiden Paladine an die Oberfläche, um dort Untersuchungen vorzunehmen. Danach konnte der erste Transporter direkt zu den Ruinen oberhalb von Shal’Aran in Betrieb genommen werden.

Im Kellergeschoß von Shal’Aran befand sich eine Art Karte mit verschiedenen kleinen Säulen. Thalyssra war der Auffassung, dass man Leylinienenergie hierher umleiten könnte, um sie nutzen zu können. Denn ohne den Nachtbrunnen stand allen verbannten Nachtsüchtigen das gleiche Schicksal bevor: sie verdorrten langsam und verloren schließlich ihren Verstand, um als seelenlose Zombies umherzuwandeln. Je mehr Elfen sie also dieses Schicksal ersparen konnten umso besser. Und so machten sie sich auf den Weg zur Anorasenke, wo sich eine weitere Leylinienzuleitung befinden sollte. Dort trafen sie auf Arkanistin Valtrois, die ihre Hilfe brauchte um die magische Barriere zu deaktivieren, welche die Zuleitung vor Fremden schützte. Doch Valtrois war noch arroganter als Oculeth. Sie ließ die beiden Menschen mit jedem Wort spüren, wie es ihr zuwider war auf die Hilfe von Fremden angewiesen zu sein. Xoranya biss die Zähne zusammen, um nicht eine bissige Bemerkung zu machen. Egal welche Elfen man auf dieser Welt traf, sie alle litten unter Größenwahn und waren doch nicht in der Lage ohne die Unterstützung von anderen auszukommen.
Die Leylinienleitung in Betrieb zu setzen war jedoch etwas kniffeliger als gedacht. Man musste die Spulen verschieden ausrichten, um mehrere Siegel zu aktivieren. Erst nachdem das Netzwerk vollständig wieder aufgebaut war, setzte die Energieleitung die Magieströme frei. Das Knistern der arkanen Macht war nicht unangenehm und es sah wunderhübsch aus.

Suramar2

Arkanistin Valtrois brach nach Shal’Aran auf, um Thalyssra zu treffen, während die beiden Paladine sich auf die Suche nach einem weiteren Verbündeten machten. Arkanist Kel’danath war immer fasziniert von den Verdorrten gewesen. Er hatte sie jahrelang studiert und immer geglaubt, ihre wilde Natur zähmen oder sie sogar heilen zu können. Aber als einer von ihnen entkommen konnte und in den königlichen Gärten Amok lief, zwang man Kel’danath, seine Forschungen einzustellen und alle Verdorrten in seiner Obhut umzubringen. Als er sich weigerte, wurde er verbannt. Thalyssra glaubte, dass sie ihn im Zinnobertal finden konnten, denn die Verdorrten suchten die Nähe zu verfallenen Ruinen.
Doch die Ruinen einer gewiss einst sehr prächtigen Nachtelfensiedlung waren nur von übergroßen Ratten bevölkert, von dem Arkanisten fehlte jede Spur. Er hatte aber magische Schriftrollen hinterlassen, welche seine Arbeit dokumentierten. Kondo und Xoranya folgten dieser Spur, in der Hoffnung sie würde sie zu ihm bringen. Doch je mehr sie aus diesen Schriftrollen erfuhren, desto ungewisser wurde es, dass diese Geschichte ein gutes Ende nahm.
Kel’danath spracht darin von einem besonderen Versuchsobjekt, das er Theryn nannte. Mit seiner magischen Essenz gelang es ihm einen Zauber zu schaffen, der die Verdorrten besänftigte. Doch seine Forschung erweckte die Aufmerksamkeit der Nachtelfen, auch wenn er versicherte nur ein Gegenmittel gegen das Verdorren finden zu wollen. Zunächst schien es, dass er bei seiner Arbeit Fortschritte machte, doch dann wurde er von einem Ettin angegriffen. Als die Dämoneninvasion begann, verfiel auch er schließlich dem endlosen Hunger nach Magie und teilte das Schicksal seiner Versuchsobjekte.
Das einzige was sie von Kel’danath fanden, war ein hirnloser Zombie, der kaum nennenswerten Widerstand leistete. Doch er hatte seinen Zauberstein noch bei sich, mit dem er die Verdorrten besänftigen konnte. Als sie den Stein an sich nahmen, kam ein Verdorrter hinter einem Gebüsch hervor und schaute sie aus leeren Augen hilfesuchend an. An seinem Handgelenk baumelte ein Armband mit der Aufschrift „Subjekt 16“. Er folgte ihnen oder besser gesagt dem Zauberstein. Möglicherweise konnte Thalyssra dieser bedauernswerten Kreatur helfen.
Doch Thalyssra schien größeres Interesse daran zu haben, diese „Subjekte“ zu studieren, anstatt ihnen zu helfen. Xoranya wurde wütend. Wie konnte man nur so herzlos und gemein sein, schließlich waren das einst auch Nachtelfen gewesen. Doch Kondo hatte mehr Vertrauen, dass sie schon das Richtige taten. Wer sonst könnte diese armen Kreaturen vor ihrem Schicksal bewahren. Und er hatte Recht damit, dass sie nur dann die Legion aus Suramar und von Azeroth vertreiben konnten, wenn sie die Nachtsüchtigen zu wehrhaften Verbündeten machten.

Eine weitere Verbündete, deren Hilfe sie benötigten, befand sich innerhalb der Stadt. Lady Ly’leth Lunastre war eine adelige Nachtgeborene, die den Widerstand gegen Elisande unterstützte und in der Lage war ein Netzwerk unter den Rebellen von Suramar aufzubauen. Durch einen Mittelsmann gelangten sie auf das Anwesen der Lunastres und tarnten sich auf dem dort stattfindenden Maskenball. Xoranya war nicht gerade begeistert von ihrem Kostüm, einem Oger, aber schließlich sollten sie kein Aufsehen erregen. Sie sprachen mit einigen Gästen, bis sie endlich den entscheidenden Hinweis erhielten. Lady Ly’leth empfing sie freundlich und war sehr erfreut von Arkanistin Thalyssra und ihren Plänen zu hören. Sie verschaffte ihnen eine magische Tarnung, die es ihnen ermöglichte wie ein Nachtgeborener auszusehen und sich unerkannt in der Stadt zu bewegen. Damit erhielten sie auch ihren ersten Auftrag. Sie sollten einen Mann names Vanthir kontaktieren und ihm eine verschlüsselte Botschaft überreichen.

Damit hatten sie die Grundvoraussetzungen für ihr weiteres Vorgehen in Suramar geschaffen.

Der Hochberg

Die Tauren von Hochberg hatten um Hilfe ersucht, denn die Drogbar hatten gewaltsam den Hammer von Khaz’goroth an sich gebracht und tyrannisierten nun die Bewohner des nördlichsten Landstriches der verheerten Inseln. Als sie in Donnertotem ankamen, erfuhren sie dass die verschiedenen Taurenstämme so sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt waren, dass es derzeit unmöglich war sie gegen die Bedrohung durch die Drogbar geschweige denn gegen die Legion zu vereinen. Diese schwierige Aufgabe lastete auf Mayla, Nachfahre des ehrwürdigen Huln Hochberg, der vor 10 000 Jahren gegen die Brennende Legion gekämpft hatte.
Kondo und Xoranya kam nun die Aufgabe zu, den Stämmen im Namen Maylas ihre Hilfe anzubieten, damit sie im Gegenzug der Vereinigung der Stämme Hochbergs zustimmten.

Hochberg2

Zunächst suchten sie Jale vom Stamm der Flussmähnen auf. Die alte Taurin war sehr erfreut, dass sich Mayla für ihre Probleme interessierte und Hilfe geschickt hatte. Denn die Felder und Fischgründe der Flussmähnen wurden von den Drogbar vergiftet und selbst ihr Dorf war in Gefahr, vom Unterkönig Dargrul überrannt zu werden. Während die beiden Paladine die Drogbar in ihre Schranken wiesen, gelang es jedoch dem Unterkönig das Dorf anzugreifen und die Macht des Hammers zu demonstrieren, den er in seine Gewalt gebracht hatte. Dort wo einst zahlreiche Taurenzelte standen, zerklüfteten nun gewaltige Kristallformationen die einst friedliche Landschaft.
Unter dem Kommando von Kriegerheld Oro verfolgten sie Dargrul in eine Höhle, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.
Kriegerheld Oro schrie: „Dargrul der Unterkönig! Steigt herab und stellt Euch dem Urteil jener, die Ihr verraten habt.“
„Ihr wagt es, mich herauszufordern?“ Dargrul schwang den Titanenhammer und die Taurenkrieger erstarrten zu Stein. „Geht, Shan Ronir. Verkündet den anderen von der Verdammnis, die ich ihnen mit diesen Hammer bringen werde.“
Xoranya und Kondo gelang es sich zu befreien, doch die versteinerten Tauren mussten sie zurücklassen. Xoranya betete für ihre Seelen und folgte dann Kondo zurück zu Jale Flussmähne.
„Dargrul war so dreist, den Hammer von Khaz’goroth direkt vor mir und den anderen Häuptlingen zu stehlen. Unser letzter Oberhäuptling, Ulan, gab sein Leben bei dem Versuch, ihn aufzuhalten. Mayla trägt nun das Totem ihres Vaters, doch sie ist noch nicht Häuptling. Dargrul hat nicht nur einen Hammer geraubt, er hat unser Volk entzweit, einen Keil zwischen unsere Stämme getrieben,“ erzählte Jale, während sie nach Donnertotem zurückkehrten.
So langsam wurde ihnen bewusst, welche Mammutaufgabe es war die Stämme wieder zu vereinen.

Zunächst trafen sie sich mit Geistwandler Ebenhorn, um mehr über die Geschichte der Tauren vom Hochberg zu erfahren. Und so begann der greise Schamane mit seiner Erzählung:
„Lasst mich Euch die Legende von Huln Hochberg erzählen. Lange Zeit bekriegten sich die Tauren dieses Berges. Zahllose Leben – ganze Stämme – gingen verloren. Eines Tages kehrte Huln Hochberg von einer jener Schlachten zurück und fand sein Volk… niedergemetzelt von einem unbekannten Feind. Mit seiner Trauer ringend rief Huln die Anführer der verbliebenen Stämme zusammen. Er überzeugte sie davon, sich gemeinsam dieser neuen Gefahr zu stellen.
Huln war ein mächtiger Krieger und Ahnherr unseres Stamms. Er folgte dem Ruf von Krasus und stellte sich der Legion entgegen. Mit dem Adlerspeer besiegte er unzählige Dämonen. Hulns Fähigkeiten im Kampf waren unerreicht.
Huln suchte Eche’ro. Ein Tier, das im Kampf gegen zahllose Dämonen verletzt wurde.
Malfurion Sturmgrimm wartete ungeduldig auf die Ankunft von Huln und seiner Taurenverstärkung. Vom Himmel aus unterstützte sie der Drache Korialstrasz, auch bekannt als Krasus. Selbst der Herr des Waldes, Cenarius, erkannte Hulns Größe. Er überreichte ihm ein Geschenk, das sich noch heute in unserem Besitz befindet: die Hörner von Eche’ro.
Malfurion strengte sich an, Verstärkung aus einem blühenden Reich jenseits der Grenzen physischer Schöpfung zu rufen. Er benötigte Schutz, um die letzten magischen Beschwörungen durchzuführen.
Jarod Schattensang erwartete Hulns Ankunft auf dem Schlachtfeld weiter unten. Er hatte eine spezielle Aufgabe für Hochberg, während er seine Truppen organisierte und befehligte. Schattensang bat Huln um einen letzten Gefallen. Er sollte Tichondrius, den Fürsten der Nathrezim, niederstrecken. Sollte er fallen, dann würde der Angriff auf Azshara scheitern und das Gleichgewicht wiederhergestellt.
Mit dem Adlerspeer vertrieb Huln Tichondrius aus dieser Welt. Nach dem Krieg der Ahnen kehrte Huln in seine Heimat zurück, seitdem trägt sie seinen Namen.“
Als der Geisterwandler geendet hatte, schwiegen die beiden Menschen noch eine Weile. Zu ergreifend war diese Geschichte gewesen.
„Beeindruckend,“ sagte Xoranya schließlich. „Ich wusste gar nicht, dass die Tauren solch großen Anteil am Sieg über die Legion hatten.“

Ebenhorn bat sie anschließend, ihn und Mayla zu begleiten. Es ging darum die Traditionen zu wahren und Mayla auf ihre zukünftige Aufgabe als Häuptling vorzubereiten. Sie ritten den Berg hinauf und gelangten in eine Höhle. Dort befanden sich mehrere Kohlebecken, die jeweils eine Vision für Mayla bereithielten. Gemeinsam erfuhren sie wie die Drogbar Neltharions Rüstung schmiedeten und wie sie von dem Hammer erfuhren, den Todesschwinge wie seinen Augapfel hütete. Huln Hochberg half den Drogbar sich aus der Knechtschaft Todesschwinges zu befreien, indem er ihn mit Hilfe des Hammers verbannte.
Geistwandler Ebenhorn sagte: „Unser Volk braucht einen Anführer wie Huln. Einen Krieger, dessen Stärke und Mut jedes Hindernis überwinden. Ihr besitzt diese Eigenschaften, Mayla. Doch da ist noch etwas, was Ihr erfahren müsst.“
Die anschließende Vision zeigte wie Huln und die Drogbar Todesschwinges Eier fanden. Die Drogbar wollten sie alle zerstören, doch Huln glaubte dass nicht alle verdorben waren. Da begann einer der Welpen zu schlüpfen und Huln gab ihm den Namen Ebenhorn.
Als die Vision verblasste, verwandelte sich der Geistwandler in einen schwarzen Drachen und enthüllte so seine wahre Gestalt. Mayla war noch überraschter als die beiden Paladine.
Der Drache erklärte Mayla zum Oberhäuptling gemäß der uralten Traditionen und gemeinsam kehrten sie nach Donnertotem zurück.

Hochberg3

Ihr diplomatischer Auftrag führte sie zum Stamm der Himmelshörner. Doch der Häuptling, Lasan Himmelshorn, hatte gerade andere Probleme, um die er sich kümmern musste. Die Harpyien setzten seinem Stamm sehr zu und hatten sogar sein Dorf in Brand gesetzt. Außerdem stahlen sie die Rocs, mit denen die Tauren friedlich zusammengelebt hatten und benutzten sie für ihre heimtückischen Angriffe.
Gemeinsam dezimierten sie die Harpyien und befreiten die versklavten Wildvögel. Schließlich kämpften sie sich den Berg hinauf und entrissen der Hexenkönigin ihre Macht.
Aus Dankbarkeit für ihre Hilfe sagte Lasan zu, persönlich Mayla aufzusuchen und ihr die Treue zu schwören. Seine Adlerreiter sollten indessen für den Schutz Donnertotems sorgen.

Doch schien damit das Harpyien-Hexenproblem nicht abschließend gelöst zu sein, denn ihr nächster Auftrag führte sie in den Hexenwald, wo der Stamm der Bluttotems ansässig war.
Und das erste was sie tun mussten, um dem Stamm ihre Loyalität zu beweisen war die Ausrottung der Harpyien in diesem Wald. Nichts leichter als das!
Als sie erfolgreich zurückkehrten und sich als vertrauenswürdig erwiesen hatten, um dem Häuptling vorgeführt werden zu können, versuchte ein eingesperrter Drogbar ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Er flüsterte ihnen zu, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging und warnte sie vorsichtig zu sein. Da das Gebaren des Häftlings sehr eigenartig war, beschlossen sie sich etwas genauer umzusehen. Und tatsächlich entdeckten sie Trinkbecher, die mit Teufelsblut versetzt waren. Die brennende Legion schien diesen Stamm infiltrieren zu wollen. Als die den Drogbar dazu befragen wollten, war dieser jedoch aus dem Käfig entfernt worden.
Um den Häuptling Torok Bluttotem treffen zu dürfen, mussten sie eine weitere Prüfung bestehen: einen Ritualkampf.
Man führte sie immer tiefer in eine Höhle und ein sehr ungutes Gefühl beschlich die beiden.
Als sie ihren Kampfgegner erreicht hatten, erkannten sie den Drogbar aus dem Käfig.
Gerade als er sie warnen wollte, dass es sich um eine Falle handelte, öffnete sich ein Teufelsportal hinter ihnen und ein Dämon schritt hindurch.
Torok Bluttotem lachte hämisch, als sich der Dämon auf sie stürzte, um ihnen ihre Seelen zu entreißen. Ein erbitterter Kampf entbrannte, in dem sich schnell zeigte, dass der Dämon es durchaus mit den beiden Paladinen aufnehmen konnte. Doch da zeigte ihnen der Drogbar eine Rune, die sie anwenden sollten, was das Blatt sofort wendete. Der Dämon verlor an Macht und wurde schnell durch die Kraft des Lichts besiegt.
Gerade als Torok im Angesicht der Niederlage seine Krieger auf sie hetzen wollte, rief der Drogbar die Macht des Berges an und teleportierte sie an einen sicheren Ort. Dort stellte er sich als Navarrogg vor und erklärte, dass er schon länger beobachtete wie sich die Bluttotems der brennenden Legion unterwarfen. Die beiden Paladine halfen ihm den Angriff auf die Teufelstotem vorzubereiten, wie sich der Taurenstamm mittlerweile nannte. Letztendlich gelang es ihnen Torok zu stellen und seine Herrschaft zu beenden.
Danach führte Navarrogg die Menschen in die Dunkelsteingrotte, wo sein Stamm lebte. Er hieß sie als Freunde willkommen und sagte seine Unterstützung Maylas als neuer Oberhäuptling zu.

Sie kamen gerade rechtzeitig wieder nach Donnertotem, um zu erfahren dass der Unterkönig mit seiner Offensive gegen den Hochberg begonnen hatte. Auf der Schneeblinden Hochebene traf seine Armee auf die Verteidiger des Hochbergs.
Mehrere Belagerungswürmer hielten die Verteidiger in Schach, als Xoranya und Kondo dort eintrafen. Sie schickten die Würmer ins Erdreich zurück und brachten die Drogbar dazu, sich zurückzuziehen. Dargrul besetzte daraufhin das Dorf der Schneemähnen und nahm Gefangene.
Die beiden Paladine wurden hinter die Kampflinie entsandt, um die Geißeln zu befreien.
Als sie Dargrul stellen wollten, setzte dieser seinen Hammer ein und verwandelte den gesamten Berg in eine gewaltige Kristallformation. Das Dorf war mit einem Schlag ausradiert.
Mithilfe der Adler des Himmelshörner flogen sie Angriff um Angriff, bis Dargrul gezwungen war sich in den Berg zurückzuziehen. Bevor sie des Hammers habhaft werden konnten, floh er jedoch in Neltharions Hort, wo er sich sicher wähnte.
Doch er hatte die Rechnung ohne die Menschen gemacht. Sie würden mit Verstärkung wiederkehren und ihn in seinem Versteck aufspüren. Und dann konnte ihn keine Titanenwaffe mehr vor dem gerechten Urteil retten.

Hochberg4

Genns Rache

Xoranya stand am Feuer, auf dem ein riesiger Fisch schmorte, und schaute skeptisch zum wolkenverhangenen Himmel, aus dem es gerade noch wie aus Eimern geschüttet hatte. Doch nun bahnten sich erste Sonnenstrahlen ihren Weg durch das trübe Grau und zerrissen den Himmel.
Aus einem dieser Lichtkegel löste sich plötzlich eine Gestalt auf einem Greifen und setzte zum Landeanflug auf Valdisdall an. Kondo kam strahlend auf sie zu und umarmte sie. „Es ist schön dich zu sehen.“
„Gerade hat es noch geregnet. Kaum kommst du, herrscht Sonnenschein!“
Kondo lachte: „Odyn meint es gut mit uns.“
„Oh, etwas Wohlwollen der Götter können wir brauchen. Genn hat Sylvanas ausfindig gemacht. Wir sollen zu ihm kommen und ihm helfen sie dingfest zu machen.“ Xoranya deutete auf zwei Greifen, die schon auf sie warteten.
Ein kurzer Flug zur Grauen Wacht stand ihnen bevor. Dort erfuhren sie, dass die Verlassenen versuchten die Stellung der Allianz mit ihrer Seuche zu vernichten. In den umliegenden Wäldern suchten sie nach den Vorratslagern und setzten sie in Brand. Dabei stießen sie auf Späher der Verlassenen, die Befehlsschreiben von Sylvanas bei sich trugen. Offenbar hatte die Vrykulstadt Skold-Ashil ihr Interesse geweckt. Um herauszufinden, was die Bansheekönigin dort vorhatte, trafen sich die beiden Paladine mit Lorna Crowley.
Lorna glaubte, dass Sylvanas Interesse an den Schildmaiden mit deren Riten zu tun haben musste. Allerdings war bisher nichts über die Bräuche der Vrykul bekannt. Also lag es an ihnen Informationen in der Stadt zu sammeln. Doch die Schildmaiden der Wellenskorn waren alles andere als erfreut über ihre Anwesenheit. Als ehrenhafte Kriegerinnen verteidigten sie ihre Stadt gegen die scheinbaren Eindringlinge. Kondo und Xoranya fielen die bunt bemalten Schilde auf, die verschiedene Szenen eines Ritus abbildeten.
Mal war darauf eine vor einem Speer kniende Schildmaid zu sehen, mal Eyir wie sie eine geflügelte Schildmaid in den Tempel geleitet. Dann konnte man selbige geflügelte Schildmaid, die verblüffend einer Val’kyr ähnelte, erkennen, wie sie den toten Körper eines Vrykul vom Schlachtfeld erhob und forttrug.
Außerdem fanden sie Pergamente mit einem Epos über das Leben von Ashildir, der alten Königin der Valkyra, die sie schon aus einer von Odyns Prüfungen kannten.
Nachdem sie all dies erfahren hatten, suchten sie Lorna, die sich in dem Dorf mit ihnen treffen wollte. Sie hörte sich ihre Erzählungen an und verzog das Gesicht. Offenbar wollte Sylvanas mit Eyirs Hilfe weitere Val’kyr für ihre eigenen Bedürfnisse erschaffen. Ganz sicher würde sich Eyir ihrem Willen nicht beugen und war daher in Gefahr. Sie mussten also einen Weg in den Tempel finden, um Eyir zu schützen. Und die einzige Möglichkeit Eyirs Wohlwollen zu erwecken war es, die Aszendentenriten zu vollziehen.
Auf dem Platz vor dem Tempel waren Schreine mit den Ritualgegenständen, mit denen die erwählten Schildmaiden um Eyirs Segen baten. Diese mussten sie zunächst an sich bringen.

sturmheim-2
Nachdem sie alle Teile erhalten hatten, knieten sie vor der Statue am Eingang des Tempels. Da erschien Ashildir: „Wie bitte? Der Held von Helheim verlangt Zutritt zur Kammer? Ich weiß, Ihr seid würdig. Ich gewähre Euch eine Audienz bei Eyir. Ihr dürft eintreten, doch erwartet nicht, dass Eyir Euch so schätzt wie ich. Findet Euer Schicksal in der Kammer. Möge Eyir Euch Flügel geben.“
Vor der Kammer des Tempels warteten schon Genn Graumähne und seine Soldaten. Kondo und Xoranya gingen voran. Doch sie wurden nicht ehrenvoll von Eyir empfangen, sondern mussten mitansehen wie die Titanenwächterin von Sylvanas mithilfe einer Seelenlaterne unterdrückt wurde. „Verräterische Banshee! Du weiß nicht worin du dich einmischst!“
„Unterwirf dich! Die Val’kyr …..gehören mir.“
Aus der tiefen Dunkelheit des Tempeleingangs grollte Genns Stimme: „SYLVANAS! Deine Suche nach Unsterblichkeit…hat dich verwundbar gemacht. Ich will Rache! Für Varian! Für Gilneas! Für meinen Sohn!“
Und mit einem Sprung hatte der König die Banshee in seiner Worgenform erfasst. Ein Gefecht entbrannte, bei dem Genn von vergifteten Pfeilen getroffen wurde. Aber es war ihm gelungen an die Seelenlaterne zu kommen und zerstörte sie vor Sylvanas entsetzten Augen. Eyir befreite sich aus ihren Fesseln und verschwand in gleißendem Licht.
„Du hast die Zukunft meines Sohnes genommen! Und nun: nehme ich die deine!“
Aus den Schatten traten nun untote Soldaten und warfen sich ihnen entgegen. Das letzte was Xoranya sah, war dass Sylvanas sich aus dem Staub machte und ihren Schergen die schmutzige Arbeit überließ. Dann traf sie etwas am Hinterkopf und ihr wurde Schwarz vor Augen. Als sie wieder erwachte, beugte sich Kondo im Lager der Grauen Wacht über sie und lächelte sie an: „Was für ein Kampf!“
Xoranya setzte sich auf. „Aber…Verdammt….sie ist entkommen!“
„Dass sie immer davonkommt ist nicht zu glauben.“
„Und ihr Pakt mit Helya? Erinnerst du dich an Helheim? Da muss es einen Zusammenhang geben.“
„Ich hoffe Genn geht es gut,“ meinte Kondo als sie das Zelt verließen.

Ein neuer Tag war angebrochen und da ihr Auftrag hier vorerst erledigt war, beschlossen sie auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Sie folgten dem Weg Richtung Süden zur Küste und begegneten dort einem Murloc von der Forscherliga. Das allein war schon seltsam genug, doch da dieses ausgefallene Exemplar offenbar alles andere als ein geborener Kämpfer war, unterstützten die beiden Paladine ihn dabei wissenschaftlich bedeutsame Artefakte von den Piraten zurückzuholen, die an der Küste vor Anker lagen. Der Anführer der Piraten schien eine Art Vampyr zu sein, doch mit einem einfachen Holzpflock kam man bei ihm nicht weit. Aber der geballten Macht des Lichts hatte auch er nichts entgegenzusetzen.
Der Murloc versprach bei seinen Vorgesetzten in Dalaran ein gutes Wort für die beiden einzulegen, sollten sie mal der archäologischen Hilfe bedürfen. Was auch immer diese Unterstützung wert sein mochte.

Um das schöne Wetter auszunutzen und etwas vom Kampf gegen die Horde und die Legion zu entspannen, begaben sie sich anschließend auf die Jagd. Xoranya hatte in der Nähe von Valdisdall ein Pärchen Tauren gefunden, die um Hilfe baten. Doch nachdem sie den ersten Auftrag erledigt hatten, waren die Tauren verschwunden und zwei Goblins empfingen sie, die ihnen erzählten, die Tauren wären nur eben mal kurz fortgegangen und sie könnten den beiden ja derweil weiterhelfen. Zwar kam den beiden die Situation schon etwas seltsam vor, aber sie setzten die Jagd fort und besorgten einige recht ausgefallenen Materialien. Doch die Goblins schienen zu ahnen, dass sie die Gutgläubigkeit der Paladine überschätzt hatten und machten sich aus dem Staub, als Kondo und Xoranya sie zur Rede stellen wollten. Als der gesamte Betrug und das Verbrechen der Goblins aufgedeckt wurde, schworen die beiden die Gebrüder Sechszünder dafür zur Verantwortung zu ziehen, sollten sie ihrer habhaft werden. Und tatsächlich schienen noch andere eine Rechnung mit den Brüdern offen zu haben. Man spielte ihnen den Aufenthaltsort zu, so dass sie die Mörder ihrer gerechten Strafe zuführen konnten. Und der Erlös ihrer gestohlenen Schätze wurde dem Waisenhaus in Dalaran übergeben.

Odyns Prüfungen

Sturmheim war ein raues Land: gebirgig, kalt und regnerisch. Das Wetter meinte es nicht gut mit ihnen. Unter stetigem Regen folgten sie einer Straße, bis sie an das kleine Lager eines Vrykul kamen. Die imposante Gestalt mit einem eigenartig tätowierten Gesicht schien sie erwartet zu haben. Er stellte sich als Havi vor und erzählte ihnen von den Hallen der Tapferkeit und dass nur diejenigen diese Hallen betreten konnten, die sich in verschiedenen Prüfungen als würdig erwiesen hatten. Sollten sie diese Prüfungen bestehen, würde man ihnen Zugang zu den Hallen und damit zur Aegis von Aggramar gewähren.

Kondo war begierig darauf zu beweisen, dass zwei Paladine des Lichts genau die Richtigen für diese Aufgabe waren. Also stellten sie sich der ersten Prüfung, die ihre Macht unter Beweis stellen sollte. Sie mussten sich gegen eine Reihe von anderen Herausforderern durchsetzen und schließlich gegen einen Titanenwächter in seinem Gewölbe kämpfen. Das war an sich keine besondere Herausforderung, eher eine gute Übung. Hier begegneten sie zum ersten Mal Skovald, der sich zum Gottkönig ernannt hatte und ebenfalls auf der Jagd nach der Aegis war. Sollte es ihm gelingen vor den Paladinen die Hallen der Tapferkeit zu betreten, dann war ihr Auftrag gescheitert.

odyns-prufung1

Nachdem sie die erste Prüfung erfolgreich bestanden hatten und den Segen des Titanenwächters erhalten hatten, folgte die Prüfung des Willens. Sie mussten sich den Sturmdrachen beweisen, welche die Herrscher des Himmels über Sturmheim waren. Lorna Crowley erwartete sie nahe eines Vrykuldorfes, das sie durchqueren mussten um zur Spitze des Berges zu gelangen, wo die Sturmdrachen hausten. Mit Greifhaken schwangen sie sich über die massiven Verteidigungswälle und kämpften sich durch das Dorf. Oben auf dem Berg angekommen trafen sie einen Drachen, der sie um Hilfe bat. Skovald hatte die Sturmdrachen mit brutaler Gewalt und Verderbnis angegriffen. Der Gottkönig stand offenbar im Bunde mit der Brennenden Legion, die ihn die Teufelsmagie gelehrt hatte, mit der er nun Sturmheim terrorisierte. Kondo und Xoranya halfen die Drachen zu befreien und ihre Brutmutter vor dem verderblichen Einfluss der Legion zu retten. Als Dank für ihren unerschütterlichen Einsatz segneten die Sturmdrachen die beiden Paladine und ließen sie auf ihren Rücken in die Schlacht gegen die Vrykul fliegen.

odynsprufung2

Nachdem sie auch diese Prüfung bestanden und sich das Wohlwollen der Sturmdrachen gesichert hatten erreichten sie Valdisdall, wo sie erneut Havi trafen. Er eröffnete ihnen ihre letzte Prüfung, die ihren Mut unter Beweis stellen sollte. Die beiden Paladine belächelten die Prüfungen mittlerweile. Sie hatten gemeinsam gegen die untote Geißel gekämpft, Todesschwinges Schergen des Schattenhammers bezwungen, Garrosh Höllschrei zu Fall gebracht und sogar dem Schattenrat auf Draenor die Stirn geboten. Doch was sie bei dieser Prüfung erwarten sollte, entzog sich völlig ihrem Erfahrungshorizont. Es begann auch recht harmlos, indem sie Geister gefallener Könige um ihren Segen bitten und ruhelose Ahnen erlösen sollten, welche von Vrykulhexenmeistern um ihren ehrenhaften Tod betrogen worden waren. Doch dann mussten sie die Gebeine einer gefallenen Schildmaid sammeln, um sie wiederzuerwecken. Und schon da regten sich erste Bedenken, ob das alles mit rechten Dingen zuging. Während des Erweckungsrituals griff Skovald ein und schickte sie in das Reich der Toten. Kondo und Xoranya fanden sich als Geister in Helheim wieder.
Nach Helheim gelangten eigentlich nur unehrenhafte Krieger nach ihrem Tod und mussten dort die Ewigkeit im Kampf gegeneinander zur Belustigung ihrer Göttin Helya fristen. Doch diesem Schicksal würden sie sich nicht ergeben. Mit der Hilfe der Schildmaid traten sie vor Helya und baten darum, Helheim wieder verlassen zu können, da sie durch eine List hierher verschlagen worden waren. Was sie nicht erwartet hatten, war Sylvanas bei Helya zu treffen. Noch bevor sie sich einen Reim darauf machen konnten, stellte Helya ihnen in Aussicht sie zurückzuschicken, wenn sie sich in ehrenhaftem Kampf beweisen würden. Also bekämpften sie die Gegner, die ihnen aufgetragen wurden. Doch als sie letztendlich vor Helya traten, verhöhnte diese sie und verweigerte ihnen die Rückkehr. Aber auch Helya konnte sich nicht gegen Recht und Gerechtigkeit stellen und so wurden die Geister der beiden Paladine aus der Welt der Toten gerissen und kehrten in ihre Körper zurück. Sie waren völlig überwältigt von diesem Erlebnis und stellten sich die Frage, ob sie wirklich tot gewesen waren.

odynsprufung3

Nachdem sie nun alle Prüfungen bestanden hatten, standen ihnen die Hallen der Tapferkeit offen. Aber Skovald war ihnen wieder einen Schritt voraus. Er hatte die Legion zu den Hallen gerufen, die dort Netherportale errichtet hatte und ihre Truppen durch mehrere Kommandanten auf den Angriff vorbereitete. Sturmheim konnte nur vor der Invasion geschützt werden, wenn die Portale geschlossen und die Kommandanten getötet wurden. Sie befreiten einen gefangenen Drachen, der sie bei dem Angriff auf die Stufen der Hallen der Tapferkeit unterstütze. Ebene um Ebene kämpften sie sich mit Hilfe der Sturmdrachen und dem Segen der gefallenen Könige durch die Reihen der Dämonen bis sie schließlich Skovald persönlich entgegen treten konnten. Doch der Feigling entzog sich dem Kampf, als er drohte zu unterliegen und floh in die Hallen.

odynsprufung4
Nun war es also an ihnen, die Hallen der Tapferkeit zu betreten und zu verhindern, dass Skovald die Aegis in Besitz nehmen konnte. Havi geleitete sie zum Eingang und gab sich als Odyn selbst zu erkennen. Die dritte Säule der Schöpfung lag nun direkt vor ihren Händen, sie mussten sie nur noch ergreifen.